am Montag, 13. Februar 2017 um 00:42

Besser Sigmoidoskopie

Kommentar zum Print-Artikel
Koloskopiescreening – Wichtige Schritte in Richtung eines organisierten Programms
aus Dtsch Arztebl 2017; 114(6) vom Freitag, 10. Februar 2017
Eine Koloskopie ist -inclusive der meist erforderlichen Narkose- eine vergleichsweise aufwendige und nicht risikolose Diagnostik. Ein Langzeitnutzen ist immer noch nicht belegt, eine Teilnahmequote selbst mit Einladung zwischen 1,4 und 3,6% ist alles andere als überzeugend!
Anders die Sigmoidoskopie, die einen Großteil der relevanten Veränderungen (ggf. in Kombination mit immunologischem Stuhltest) auch finden kann. Allerdings bei bewiesenem Nutzen, geringerem Risiko und geringeren Kosten.
Und -bei zunehmendem Ärztemangel wichtig- die Sigmoidoskopie kann auch von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden.
Man fragt sich, wieviel Präventions-Overkill wir uns in Zeiten einer gefährdeten Basisversorgung noch leisten können.
am Freitag, 17. Februar 2017 um 11:59

Das glaub' ich jetzt nicht!

Herr Kollege Uwe Popert, wie können Sie bloß als Sektionssprecher Versorgungsaufgaben der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin - German College of General Practitioners and Family Physicians) so einen Unsinn verzapfen? Dazu noch ohne Quellenangaben!

Es geht, wie im internationalen Sprachgebrauch üblich, um kolorektale Karzinome. Und die werden selbst bei rudimentären gastroenterologischen Kenntnissen durch eine Sigmoidoskopie n i c h t ausreichend detektiert.

Das Sigmoidoskopie-immanente Weglassen höhergelegener Darmabschnitte mit selbstverständlich geringerer Prävalenz und Inzidenz dortiger kolorektaler Neoplasien würde die unbestreitbaren mortalitätsmindernden Erfolge der Präventivkoloskopien in Deutschland mit 55 und 65 Jahren, von juristischen Konsequenzen einmal ganz abgesehen, entscheidend in Frage stellen.

Vgl.
"Trends in colorectal cancer mortality in Europe: retrospective analysis of the WHO mortality database" - BMJ 2015; 351 doi: https://doi.org/10.1136/bmj.h4970 (Published 06 October 2015) von Driss Ait Ouakrim et al. und deren entscheidende Aussage:
"Reductions in colorectal cancer mortality of more than 25% in men and 30% in women occurred in Austria, Switzerland, Germany, the United Kingdom, Belgium, the Czech Republic, Luxembourg, and Ireland. By contrast, mortality rates fell by less than 17% in the Netherlands and Sweden for both sexes".
http://www.bmj.com/content/351/bmj.h4970

"Erstellt auf Grund von WHO-Daten sank die kolorektale Krebsmortalität bei Männern um 25 Prozent, bei Frauen um 30 Prozent. Im Gegensatz dazu sank für beide Geschlechter die Mortalitätsrate um weniger als 17 Prozent in den Niederlanden und in Schweden". (Übers. d. d. Verf.)

Geneigte Leserinnen und Leser des Deutschen Ärzteblattes dürfen nun dreimal raten, in welche Ländern die Sigmoidoskopie bei der Darmkrebsvorsorge Vorfahrt hat?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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