am Dienstag, 24. April 2018 um 00:58

Lieber Kollege Schätzler

Auch ich behandle seit 25 Jahren Suchtkranke und Drogenkonsumenten. Allerdings nicht nur ab und zu mal ein paar Wochen, sondern regelmäßig über viele Jahre hinweg. Verglichen mit den Auswirkungen von Alkohol und Heroin sind erhebliche Folgen von Cannabiskonsum nahezu zu vernachlässigen. Die schlimmsten Folgen für die Konsumenten aller(!)illegalen Drogen entstehen aus der willkürlichen Kriminalisierung und deren Folgen. Nach dem Bundesgesundheitsbericht erfolgen nur 850 der 44.000 stat Behandlungen wg Cannabinoiden (inkl Spice)wegen "Psychose durch Cannabinoidgebrauch". Die meisten Jugendlichen beenden ihren Cannabiskonsum nach einer kurzen Probierphase, längere Karrieren mit einer Abhängigkeitsentwicklung sind selten. Wissenschaftler wie Prof. Thomasius haben einen verzerrten Blickwinkel auf die Realität, weil sich bei ihnen komplizierte Verläufe aus einem riesigen Einzugsgebiet häufen.
Die psychischen und sozialen Folgen wie auch dauerhafte kognitive Einbußen sind bei jugendlichen Alkoholkonsumenten mindestens genausogroß
Wer die Jugend schützen will, muss einen regulierten und kontrollierten, legalen Drogenmarkt schaffen
am Mittwoch, 25. April 2018 um 13:07

Brandaktuelle Metastudie - Auswirkungen von Cannabis auf Jugendliche Gehirne

Erst vor wenigen Monaten wurden Ergebnisse einer Vergleichsuntersuchung herausgegeben, die eindeutige Fakten über die Auswirkungen von Marihuana auf die Gehirne von heranwachsenden Jugendlichen beinhaltet. Dabei zeigte sich schon, dass – besonders im Vergleich zu Alkoholkonsum – kaum negative Auswirkungen bei Cannabiskonsum feststellbar wären. Nun hat eine Metaanalyse der Universität von Pennsylvania die Studienergebnisse von 69 diesbezüglichen Forschungsprojekten auf den Kern gebracht und erneut herausgefunden, dass die durch Cannabis hervorgerufenen Effekte entweder minimale oder überhaupt keine Langzeitschäden bei Jugendlichen und Heranwachsenden hinterließen.

Die Autoren des im Jama Psychology Magazin veröffentlichten Berichtes kommen daher zu dem Schluss, dass die bisherigen Annahmen über mögliche Auswirkungen groß aufgeblasen worden seien. Fast 8000 Teilnehmer – darunter 2000 regelmäßig konsumierende Jugendliche – wurden in den Studien auf ihre kognitiven Eigenschaften bezüglich Denkgeschwindigkeit, Gedächtnis, Sprachgewandtheit, motorische Qualität und Lernfähigkeit gecheckt und miteinander verglichen. Eine minimale aber feststellbare Einschränkung unter starken Konsumenten sei zwar auffällig gewesen, doch nach einer 72-stündigen Abstinenz stünden auch diese Testpersonen nicht mehr unter irgendwelchen messbaren Einschränkungen und entsprächen in ihren Denkleistungen der Allgemeinheit.

>>> https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/2678214
am Mittwoch, 25. April 2018 um 13:41

Sehr geehrter Herr Dr. med. Thomas G. Schätzler

Die von mir doppelt getätigten Einträge sind entstanden , da es beim posten meines Betrags , mehfach zu einem internen Severfehler gekommen ist und dann auch der entsprechende Artikel nicht aufzufinden war .

Das Sie mir darüber hinaus unterstellen , ich würde falsche Schlussfolgerungen ziehen oder die Relavanz dieser Zusammenfassung von 69 Einzelstudien falsch bewerten , empfinde ich als ungerechtfertigt ! Ich bin durchaus des Englischen mächig und vertraue auch vollkommen auf die geleistete wissenschaftliche Arbeit Ihrer Kollegen , von der Universität Pennsylvania.

Mit freundlichen Grüßen!
am Samstag, 5. Mai 2018 um 03:09

Ergebnisse der bisher größten explorativen Analyse zur Cannabisgehrinforschung

Die Gehirnstruktur bleibt von Cannabis unangetastet, wie Forscher aus Australien, England und den Vereinigten Staaten in der bisher größten Bildanalyse von beobachtbarer Marihuanawirkung feststellten.

Die vor der Veröffentlichung in dem Addiction-Journal freigegebenen Einblicke in die neusten Studienergebnisse zur Cannabisgehirnforschung zeigen unumstößlich, dass normale Variationen des Cannabiskonsums statistisch nicht mit individuellen Unterschieden in der Gehirnmorphologie korrelieren, welche durch das subkortikale Volumen gemessen werden. Verständlicher erklärt heißt dies, dass bei untersuchten Zwillingsproben in sieben verschiedenen Regionen des Gehirns – inklusive Thalamus, Hippocampus, Amygdala und Nucleus accumbens – das Volumen der Grauen Substanz keine Einbußen selbst bei häufigem Cannabisgenuss nimmt. Nikotin würde im Vergleich dagegen signifikant für ein verkleinertes Volumen des Thalamus bei Männern im mittleren Alter sorgen.
Damit stehen die Ergebnisse der bisher größten explorativen Analyse, bei der die Bildgebung des Gehirns mit Daten über komorbide Substanzen zur Anzeige von Cannabis kombiniert wurde, im Einklang modernerer Erkenntnisse, welche den legal erhältlichen Rauschmitteln bedeutend höheres Gefahrenpotenzial zusprechen.

>>> https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29691937
am Samstag, 5. Mai 2018 um 06:44

@ Andre B.

Die Hirnschrumpfung durch einatmen von Lösungsmitteln beim Lackieren und Alkohol als giftiges Lösungsmittel sind nicht das worauf die Behauptung, daß Cannabis "Hirnschäden u. Halluzinationen" verursachen würde abzielt.

Wir wissen, daß das Kraut kein giftiges Lösungsmittel ist.

Worum es wirklich geht: Bei Schizophrenen wurde postmortal festgestellt, daß verdichtete Bereiche im Hirn existieren. Das heißt, daß eine stärkere/dichtere Vernetzung im Hirn existiert. Extrem häufig wird behauptet, daß "auditive Halluzinationen" ein Anzeichen für Schizophrenie wären. Man berücksichtigt allerdings nicht, daß Schizophrenie im Prinzip nur geistiger Starrsinn ist.

Eloquenter ausgedrückt:
- Seit 1992 leitete Emrich die Psychiatrie an der MHH und machte sich in der Wissenschaftswelt unter anderem einen Namen als Experte für Synästesie (die Fähigkeit, beispielsweise Zahlen als Farben wahrzunehmen) und Schizophrenie. „Bei Schizophrenen ist die räumliche Wahrnehmung gestört“, erklärt er und zeigt eine bemalte Hohlmaske, die Schizophreniepatienten im Gegensatz zu Gesunden nicht als Hohlkörper sehen können. „Sie haben eine andere Wahrnehmungsarchitektur im Gehirn. Dadurch nehmen sie mehr Details wahr und sind im Alltag leicht überfordert, weil sie die Wirklichkeit nicht glätten können.“ -
(http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Der-Menschen-er-forscher)

Würde man Hirne von Menschen mit dem sog. coloured hearing beispielsweise ebenso postmortal untersuchen, dann würden sich höchstwahrscheinlich auch dichtere Bereiche im Hirn finden lassen. Und zwar starke Vernetzungen zwischen auditiv-sensorischen und visuellen Bereichen.
Um das nochmal deutlich klarzustellen:
Synästhesiewahrnehmungen sind Ergänzungen und sie basieren jeweils auf primären Wahrnehmungen, aber sie sind nicht einfach nur "vermischte Sinne"
Unter- bzw. vorbewußtliche analytische Hirnfunktionen, die dann jeweils eine auch als inducer bezeichnete Primärwahrnehmung ergeben und darauf basiert dann die Synästhesiewahrnehmung.
Es kommt drauf an den jeweiligen inducer dingfest zu machen.

Bezüglich Stimmenhören die Aussage eines Gesundheitsamtchefs: "Normales Resultat menschlicher Entwickung" was bedeutet, daß es mit Reifung des Bewußtseins zusammenhängt. Hinter emotions -> sounds verstecken sich quasi die verkannten Wahrnehmungen http://www.daysyn.com/Types-of-Syn.html
Darauf basieren sämtliche mythologischen Figuren (Engel, Dämonen etc.) und schlußendlich auch Religionen.
Dichtere Vernetzung ist also mit:
-„Es beeinträchtigt fatal die Gehirnstrukturen und auch die neurokognitive Leistungs­fähigkeit junger Menschen“-
gemeint

Nikola Tesla, als Synästhetiker bekannt, hörte höchstwahrscheinlich auch ergänzende Stimmen, die er wohl für irgendwelche Außerirdische hielt. Die Ergänzungen betrafen seine technischen Überlegungen.
Fatale Beeinträchtigung der Gehirnstrukturen und neurokognitiven Leistungs­fähigkeit ?

Es betrifft im Endeffekt nur eine Minderheit, die in keinster Weise vor spirituellem und sonstigem hirnverschmutzenden Schwachfug geschützt wird !

Und diese Minderheit wird quasi mißbraucht von starrsinnigen Prohibitionisten, um weit über hunderttausend jährliche Strafverfahren unter den Tisch fallen zu lassen !



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