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am Donnerstag, 11. Oktober 2018 um 08:29

Dummheit kennt keine Grenzen

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KBV: Umwandlung defizitärer Krankenhäuser wäre eine Win-win-Situation
vom Mittwoch, 10. Oktober 2018
Da will die KBV tatsächlich 75 Krankenhäuser, die bisher defizitär waren, aus dem stationären Sektor rausnehmen und in den ambulanten Sektor überführen. Aus den Krankenhäusern sollen IGZ werden. Kennen Sie einen „normalen“ Arzt, der sich ein IGZ mit mindestens 50 Betten ans Bein binden würde? Ich nicht. Wer kommt also für den Betrieb von IGZ in Frage? Entweder „große Marktteilnehmer“, beispielsweise MVZ in Investorenhand, oder eben die KVen selbst, die diese IGZ als Eigeneinrichtung betreiben werden.

Für den gemeinen Arzt spielt es keine Rolle, wer diese IGZ betreibt und dass es sie gibt oder eben auch nicht gibt. Was für den gemeinen Arzt hingegen von ganz wesentlicher Bedeutung ist, ist die Frage, ob die IGZ Auswirkungen auf ihn bzw. sein Honorar haben werden. Da die IGZ im ambulanten Sektor angesiedelt sein sollen, werden sie logischerweise auch aus der von den Kassen an die KVen mit befreiender Wirkung gezahlten Gesamtvergütung finanziert. Also haben IGZ Auswirkungen auf die Honorare der Niedergelassenen.

Selbst ein schlecht ausgelastetes Krankenhaus ungünstigster Konfiguration mit 50 Betten kommt auf einen Umsatz von >5 Mio, ein Haus mit 150 Betten auf > 25 Mio Umsatz. Bei durchschnittlich 15 Mio Umsatz pro Krankenhaus bedeutet dies bei 75 Krankenhäusern Umsätze von über einer Milliarde. Diese Milliarde, selbst wenn man den stationären Anteil runterfährt und die Kosten auf 700 Mio reduzieren könnte, wäre aus der Gesamtvergütung zu bezahlen.

Bei rund 35 Mrd Gesamtvergütung eine Milliarde für IGZ im Vorwegabzug zu Lasten aller Niedergelassenen abzuzweigen und dann zur Einschätzung kommen, dass dies eine win-win-Situation ist, das hat was. Entweder zeugt es von Dummheit oder von Frechheit, möglicherweise auch lediglich von Inkompetenz und Naivität, hier von einer win-win-Situation zu sprechen.

Es gibt selbstverständlich zwei Winner. Erstens den bisherigen Träger des Krankenhauses, der seinen defizitären Laden los ist. Zweitens den künftigen Betreiber des IGZ, der so viel Geld aus der Gesamtvergütung erhalten wird, dass er zumindest nicht drauflegt.
Verlierer werden all die Niedergelassenen sein, deren Honorare mit floatenden Punktwerten honoriert werden. Insbesondere die konservativen GOUDAH-Ärzte (Gynäkologen, Orthopäden, Urologen, Dermatologen, Augenärzte, HNO-Ärzte).
Avatar #672734
am Donnerstag, 11. Oktober 2018 um 09:37

Ideologie vom Selbsterhalt beim Schlaumeier KBV?

Was macht man, wenn freiberufliche Kassenärzte zur Mangel- oder Bückware werden?
"Altbewährte Traditionen" verlangen Zugeständnisse beim "big player" im Strategie-Monopoly am Herbert-Lewin in Berlin!

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