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Avatar #766346
am Donnerstag, 18. April 2019 um 13:13

Warum so wenig Zusammenarbeit?

Also zunächst mal bin ich froh über diese Meldung, da ich selbst seit 19 Jahren HP und seit 11 Jahren Osteopathin bin. Nichtsdestotrotz bin ich seit Jahren beunruhigt, dass sich die HP-Verbände nicht einen Millimeter bewegen und sich nicht dazu durchringen können, eine einheitlich geregelte Ausbildung zu verabschieden, die verpflichtend sein müsste vor der Prüfung beim Gesundheitsamt. Ich selbst habe 2,5 Jahre Vollzeitausbildung gemacht ( und dann später noch die 5-jährige Osteopathie-Ausbildung angehängt). Und das macht absolut Sinn. Es würde die HPs endlich mal legitimeren, einen anerkannten Beruf auszuüben.
Ich selbst habe keine Schwierigkeiten mit den Ärzten oder der Schulmedizin. Es gibt sogar häufig Empfehlungen von Ärzten, die Patienten zu mir schicken. HNOs, Zahnärzte, Frauenärzte, Allgemeinmediziner, Internisten. Allerdings hat das Jahre gedauert. Es geht aber eben doch auch gemeinsam. Ich schicke aber auch Patienten manchmal erst zum Arzt, Röntgen oder MRT, wenn ich unsicher bin bei der Diagnose.
Ich halte mich für eine durchaus sehr fähige Osteopathin und es gibt viele Kollegen, die sehr gewissenhaft und gut arbeiten. Aber außer dem Osteopathen-Verband wollte noch nie jemand meine Fortbildungspunkte sehen. Man könnte sich auch ausruhen und nie eine Weiterbildung besuchen. Das nervt mich wahnsinnig. Dadurch werden die HPs angreifbar und das meiner Meinung nach völlig zurecht.
Aus diesem Grund bin ich vor zwei Wochen auch aus meinem HP-Verband nach 19 Jahren Mitgliedschaft ausgetreten.
Dennoch gibt es m.E. viele sehr gute HPs, die ihren Patienten helfen können, bei denen die Schulmedizin aber nicht weiterkommt. Dass die Vielfalt der Therapieangebote in Deutschland immer wieder in Gefahr ist, halte ich für schlecht. Die Patienten, die sich dafür entscheiden, zu einem HP zu gehen sind in der Regel mündige Bürger, die man nicht vor den „bösen Scharlatanen“ schützen muss.
Dazu muss man sagen, dass der größte Anteil an Patienten zuerst beim Schulmediziner und dort nicht zufrieden war. Wir nehmen den Ärzten weder Patienten weg, noch gefährden wir die Patienten. Aber eine geregelte Ausbildung sollte wirklich Grundlage sein!
Avatar #759489
am Donnerstag, 18. April 2019 um 14:46

Lufthoheit und "Leistungskatalog" Heilpraktiker

Die "Lufthoheit" habe weder ich noch andere Heilpraktikerkollegen, den Daten- und Zahlfreaks sei die Ärzteblatt-Statistik ans Herz gelegt (geht ganz einfach, bei den Postings nur auf den Namen klicken):
DocNemo: 353 Beiträge
Mitdenker: 53 Beiträge
Staph.Rex: 380 Beiträge
Da gibt es sich noch ganz andere Rekordverdächtige. Und die Länge der Beiträge - dazu brauchen sicher manche Stunden, ich versuche mich kurz zu fassen.
Und - seid's doch froh, dass mal eine Diskussion in Gang kommt. Also Doc.Nemo, lob doch mal mein Engagement. Sonst posten die üblichen Zeitgenossen irgendetwas gegen Homöopathie oder Pro-Impfen etc. u. das wars dann meistens. Etwas ausgewogenere Beiträge vermisse ich. Langweilt das nicht? Ich finde die Diskussionen interessant u. lerne dadurch dazu. Auch wenn man sich selten wirklich zuhört.

Da Kuhn jetzt doch etwas freundlicher nachfragt, eine kleine Antwort: Der "Leistungskataloge" (er meint wohl die GebüH) ist leicht zu finden:

https://www.heilpraktiker.org/files/seiteninhalt/inhaltsseiten/c_fuer_heilpraktiker/cf-fuer-mitglieder-intern/cf-02-versicherungsfragen/cf-02-01-01-gebueh-85-2002-final.pdf

Da ist kein Wort bzw. keine Abrechnungsziffer Astrologie oder Geistheilung zu finden. Das würde auch keine Beihilfestelle oder private KV bezahlen. Viele der dort genannten Positionen werden auch nicht bezahlt, aber das geht zu sehr ins Detail.
Nur noch eine kleine Info:

Die Rechtslage für Heilpraktiker

Die Berufsordnung für Heilpraktiker (BOH) sieht in Artikel 5 die Weiterbildungspflicht vor: „Heilpraktiker sind zur ständigen Weiterbildung in den von Ihnen ausgeübten Disziplinen verpflichtet“ (BOH Art. 4 Abs. 6-BGH VI ZR 206/90). Danach beruht die Weiterbildungspflicht auf einer höchstrichterlichen Rechtsprechung und verpflichtet Heilpraktiker, "sich über die Fortschritte der Heilkunde und auch über anderweitig gewonnene Erkenntnisse von Nutzen und Risiken der von ihnen angewendeten Heilverfahren fortlaufend zu unterrichten."

Das dürfte noch etwas härter sein als bei den Ärzten (I don't know exactly).

Wie dem auch sei, für eine freundlichen u. respektvollen Diskussion stehe ich gerne zur Verfügung. Auch wenn ich dadurch Gefahr laufe, dass dann unterstellt wird es ginge nur um die "Lufthoheit" - über den sprichwörtlichen Stammtischen (By the Way: Das Ärzteblatt ist kein Stammtisch).
Avatar #109757
am Donnerstag, 18. April 2019 um 15:00

@Mitdenker und @Jonica

Mal aus der regionalen "ein Fortbildungszertifikat wird erteilt, wenn die Ärztin oder der Arzt innerhalb eines der Antragstellung vorausgehenden Zeitraums von fünf Jahren Fortbildungsmaßnahmen abgeschlossen hat, welche in ihrer Summe die nach den Bestimmungen des § 6 ermittelte Mindestbewertung von 250 Punkten erreichen." Das entspricht (ganz grob geschätzt) der Notwendigkeit des Nachweises von ca 10 Stunden geregelter Fortbildungsveranstaltungen (die Fortbildungspunkte müssen von den Ärztekammern genehmigt sein) pro Jahr. Nimmt man Kongresse, ist es eher mehr, da werden die Stunden punktemäßig schlechter gewertet. Es findet also eine Wertung der Qualität von Veranstaltungen, zumindest auf dem Papier, statt.
Wie ist die Qualität der Fortbildungsveranstaltung denn für Heilpraktiker geregelt?
Warum so wenig Zusammenarbeit: Wo, bzw. bei welchen Patienten sehen sie denn die Basis für eine Zusammenarbeit gegeben?

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