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am Sonntag, 26. Mai 2019 um 14:46

PPUGV = aktive Sterbehilfe an Krankenhäusern?

Kommentar zur Nachricht
Kliniken drängen auf neue Regeln für Personaluntergrenzen
vom Freitag, 24. Mai 2019
Was hat die PPUGV für die Pflegefachkräfte am Bett gebracht?
Leider kann mir diese Frage auch im 2. Quartal der PPUGV niemand beantworten.

Was hat die PPUGV für die Leitungskräfte auf den sog. pflegesensitiven Stationen gebracht?
Starre Planungssysteme die nichts mit dem tatsächlichen Pflegeaufwand ihrer Abteilung zu tun haben.
Viel Bürokratie und "Glaskugelleserei", um den Monatsverlauf der Belegung und der krankheitsbedingten Ausfälle vorherzusagen.

Was hat die PPUGV bisher für mich gebracht?
Auch hier viel Bürokratieaufwand für das tägliche Monitoring und das daraus abgeleitete Controlling. Nicht refinanzierte Kosten und viele Arbeitsstunden.

Bitte verzeihen Sie mir die vielleicht etwas unsachliche Einleitung. Aber meine Berufsgruppe spricht „Emotional“. Als gelernte Pflegefachkraft kann ich mich nicht immer davon lossagen.

Als Pflegedienstleitung stimme ich Herrn Gaß zu, wir brauchen eine Personalbemessung, die sich am Bedarf orientiert. Sie muss jedoch in ausreichender Weise auch alle anderen Berufsgruppen, wie z.B. Med. Fachangestellte oder hauswirtschaftliche Mitarbeiter berücksichtigen. In den letzten 20 Jahren wurden viele patientenferne Tätigkeiten aus dem Pflegeberuf verlagert. Die derzeitige PPUGV und die viel zu kurz gedachte Finanzierung provoziert eine Kehrtwende bei der Pflegefachkräfte wieder diese Tätigkeiten übernehmen müssen. Der tatsächliche Bedarf muss auch Grundlage einer zukünftigen Pflegebudgetverhandlung sein. Dieser Bedarf wird sich sehr klinikindividuell darstellen. Daher ist auch hier Vorsicht geboten damit Bedarf und Untergrenze nicht gleichgesetzt wird.

Um eine valide Personalbemessung zu erarbeiten braucht es eine wissenschaftliche Herangehensweise unter Einbezug von Experten. Diese Experten können Pflegedirektionen, Pflegedienstleitungen, Stationsleitungen und Pflegefachkräfte sein. Es geht um Patientensicherheit und die Interessen dieser Pflegefachkräfte. Wer, außer der Berufsgruppe selbst, kann den pflegerischen Bedarf für Patienten beurteilen.

Ja, wir haben unsere Vertreter in Form von Berufsverbänden und Gewerkschaften und demnächst vielleicht auch in Form einer Bundes­pflege­kammer. Aufgrund der frühen „Schwangerschaftswoche“ der Pflegekammer, verzichte ich aber noch darauf diese mit aufzuzählen. Leider hat meine Berufsgruppe es immer wieder versäumt selbst ausreichend aktiv zu werden. Die Zahl der Pflegefachkräfte, die in Berufsverbänden oder Gewerkschaften organisiert sind, ist im Vergleich zur Gesamtzahl aller Pflegefachkräfte überschaubar geblieben. Daher mögen mir diese Organisationen verzeihen, wenn ich Sie als alleinige Vertreter nicht gelten lassen kann. Nein, auch ich gehöre keinem Verband oder Gewerkschaft an.

Und lieber Pflegerat, ihr habt uns schon PKMS eingebrockt. Wir brauchen jetzt bestimmt nicht die PPR 2.0.

Um eine valide Personalbemessung zu erarbeiten braucht es Zeit. Diese Zeit benötigen wir ebenso für die Ausbildung und für das Recruiting von Fachkräften.
Herrn Spahn stellte bereits fest, dass er nicht mit einer schnellen Verbesserung der Situation für Patienten und Pflegefachkräfte rechnet. Warum werden dann trotzdem Krankenhäuser für einen Mangel bestraft, den sie nicht verursacht haben, den sie beim aktuellen Mangel an Fachkräfte auch nicht beheben können. Die Konsequenz daraus ist, Abteilungen und ganze Krankenhäuser werden in die Knie gezwungen.

Schneller hat das Kliniksterben noch niemand reformiert.

Dies geschieht auf dem Rücken der Patienten und den Pflegefachkräften für die Herr Spahn eigentlich die Situation verbessern möchte.

Ein sofortiges Aussetzen der PPUGV und der damit verbundenen Sanktionsverordnung ist der einzig richtige Schritt.

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