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am Donnerstag, 11. Juli 2019 um 14:11

Es gibt keine absolute "Sicherheit vor Ansteckung"

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Wissen über Impfungen wenig ausgeprägt
vom Dienstag, 9. Juli 2019
Nach Angaben der Bundesregierung unter Berufung auf das RKI können ca. 2% der Bevölkerung nicht gegen Masern geimpft werden (vergl. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/099/1909944.pdf, S.7) Die Durchimpfungsrate der Bevölkerung kann demnach höchstens 98% betragen.

Gegenüber dem bei einer Impfquote von 98% bestehenden Erkrankungsrisiko für Ungeimpfte ist bei geringeren Impfquoten auch bei bestehender Herdenimmunität das Erkrankungsrisiko für Ungeimpfte relativ erhöht.

Nimmt man eine kritischen Schwelle zur Herdenimmunität bei Masern von ca. 90% und Effektivität der zweifachen Impfung von 99% an, dann ist bei einer Impfquote von 95% das Risiko für Ungeimpfte bereits um ca. 73% gegenüber dem bei einer Impfquote von 98% bestehende Risiko erhöht.

Zum Vergleich, bei einer Impfquote von nur 92% ist das Risiko für Ungeimpfte um ca. 550% gegenüber dem bei einer Impfquote von 98% bestehende Risiko erhöht, bei gleichwohl bestehender Herdenimmunität.

Die Herdenimmunität würde unter unseren Annahmen erst bei Impfquoten unter 90,9% zusammenbrechen.

Eine vom Barmer-Chef postulierte "Sicherheit vor Ansteckung" kann es aufgrund der importierten Masernfälle nicht geben, auch nicht bei einer Durchimpfungsrate von 95%. Denn jährlich werden ca. 100 Masernfälle nach Deutschland importiert, wo sie einige Folgeansteckungen nach sich ziehen.

Bei einer angenommenen Lebenserwartung von ca. 80 Jahren beträgt das Risiko, als Ungeimpfter einmal im Leben an Masern zu erkranken ca. 1:100.

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