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Avatar #790815
am Dienstag, 8. Oktober 2019 um 13:24

Doch, ich merke was...

nämlich, dass es eine Milchmädchenrechnung ist, von den Krankheitszahlen bei hoher Durchimpfrate auszugehen.

Wie viele wären es wohl ohne Impfung?
Avatar #79783
am Dienstag, 8. Oktober 2019 um 22:17

@pro-natur - Nachhilfe

Meningokokken sind wie Pneumokokken sogenannte "Diplokokken". Jeweils zwei Erreger sitzen in einer gemeinsamen Polysacharidkapsel, die den Errger vor dem Immunsystem und Antibiotica schützt.
Das Immunsystem muss also zwei Schranken überwinden, bevor es
den Erreger ausschalten kann - und bei einer Infektion muss das Immunsystem den Erreger zuerst kennen lernen! In dieser Zeit kann bei voher nicht erkennbaren Beeinträchtigungen des Immunsystems die Infektion "invasiv" werden und zur fulminanten Sepsis führen.
Selbst wenn die Impfung nicht unbedingt vor einer Infektion schützen mag - sie verkürzt auf jeden Fall die Zeit, die der Erreger bekommt, eine Sepsis auszulösen.
Auf einen Meningitis-Toten kommen 4-5 Menschen, die mit Gliedmaßenverlusten und schweren Organschäden "so gerade eben" überleben.
Diese Verläufe lassen sich durch die Impfung verhindern - ganz einfach.

Avatar #691359
am Dienstag, 8. Oktober 2019 um 23:38

Impfstoffe unterliegen dem Arzneimittelgesetz

und benötigen nach Abschnitt 4 AMG eine Zulassung, im Gegensatz zu homöopathischen und traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln, für die nach Abschnitt 5 AMG lediglich eine Registrierung erforderlich ist.
https://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/
https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelgesetz_(Deutschland)
@Pro-Natur: Das AMG und die Fachinformationen der jeweiligen Impfstoffe sind eine trockene Materie, aber dort finden Sie die Antworten auf die meisten Ihrer Fragen. Das einzige Risiko, welches Sie beim Lesen eingehen, ist eine gewisse Beanspruchung Ihrer grauen Zellen.
@Peppa Pig: Auf den Seiten des PEI gibt es eine Übersicht der zugelassenen Meningokokken-Impfstoffe. Bei einer stichprobenartigen Sichtung der Fachinfos steht dort einiges zur Serumbakterizidie, aber nichts zu einer Schleimhautimmunität. Aller Wahrscheinlichkeit nach führt diese Impfung zu einer individuellen Immunität, schützt aber nicht vor einer Schleimhautbesiedlung. Ein zusätzlicher Schutzeffekt durch eine Herdenimmunität ist eher unwahrscheinlich. Wenn jeder siebte Erstklässler ungeimpft ist, dann dürften die Fallzahlen ohne Impfung in der ersten Näherung (ohne Berücksichtigung der Impfrate bei Kleinkindern) um den Faktor sieben höher liegen.
https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-den-menschen/meningokokken/meningokokken-node.html

@Practicus: Sie haben Recht, die Defektheilungen sind bei Meningokokken- und Pneumokokken-Infektionen ein echtes Problem. Hier ein Auszug aus dem aktuellen Erregersteckbrief beim RKI:
„Die Erkrankung führt bei 10 bis 20% aller Betroffenen zu Komplikationen. Dabei kann es nach einer Meningitis zu Hirnnervenlähmungen, Hemiplegie, Krampfanfällen, Hydrozephalus, Einschränkungen des Intellekts, Lernschwierigkeiten sowie Schädigungen des Innenohrs mit resultierender Taubheit kommen. Komplikationen nach septischen Verlaufsformen reichen von begrenzten Nekrosen bis zu ausgedehnter Gangrän der Akren und Gliedmaßen, die eine Amputation des befallenen Körperteils erforderlich machen können, mit nachfolgenden schweren Behinderungen.“
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html

Es gibt keine Impfpflicht in Bezug auf Meningokokken. Ob das Gehirn ein lebenswichtiges und schützenswertes Organ ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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