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am Dienstag, 19. November 2019 um 22:51

Von COURAGE zu ISCHEMIA

Die COURAGE-Study hatte bereits 2007 als bislang größte Einzelstudie ergeben, dass eine routinemäßige perkutane Koronarintervention, Abkürzung PCI; Synonym: Perkutane transluminale koronare Angioplastie, PTCA; engl.: percutaneous transluminal coronary angioplasty bei stabiler KHK - anders als bei klinisch instabilen Hochrisiko-Patienten mit akutem Koronarsyndrom - gegenüber einer Standard-Medikation ohne jeglichen Einfluss auf Ereignisse wie Tod und Herzinfarkt ist. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa070829 "Optimal Medical Therapy with or without PCI for Stable Coronary Disease" von William E. Boden et al.

Das Schicksal der COURAGE-Teilnehmer wurde weiter verfolgt. Mortalitätsdaten, welche nach einem Zeitraum von maximal 15 Jahren beobachtet wurden, bestätigen die ursprünglichen Studienergebnisse. "Effect of PCI on Long-Term Survival in Patients with Stable Ischemic Heart Disease" von Steven P. Sedlis et al. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1505532 wurde 2015 publiziert.

Warum jetzt die 2012 gestartete, hochselektive ISCHEMIA-Studie vgl. https://www.acc.org/latest-in-cardiology/articles/2017/07/25/14/30/an-update-on-the-ischemia-trial, welche in ihrem Studiendesign intensive Bezug auf COURAGE nimmt, erneut bestätigen soll, dass die alleinige optimale medikamentöse Therapie (OMT) im Vergleich zur zusätzlichen PCI eine nahezu identische Gesamtsterblichkeit erreicht, bleibt aus wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Gründen unerfindlich.

Zu den lange erwarteten Ergebnissen der ISCHEMIA-Studie, die am letzten Samstag beim Kongress der American Heart Association (AHA) in Philadelphia vorgestellt wurden, finden sich leider immer noch keine entsprechende Literaturhinweise, wenn man von einem publizierten Abstract und einer vorläufigen Vortrags-Präsentation absieht.

Warum ich in den Jahren seit 2007, wann immer ich bei kardiologischen Fortbildungen unbequeme Fragen zur Courage-Studie stellen konnte, nur genervtes Augenrollen seitens der kardiologischen Interventionisten als Antwort bekam, bleibt bis zur heutigen ISCHEMIA-Studie ebenfalls ein Rätsel.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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