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Avatar #79783
am Montag, 2. Dezember 2019 um 23:01

@Dr Schnitzler

wir Ärzte, die seit vielen Jahren Suchtkranke behandeln, sehen immer wieder, dass der größte Schaden nicht durch die Substanzen (außer bei Alkohol und Tabak), sondern durch die Illegalisierung und die damit verbundene Verfolgung mit bizarr hohen Strafen und Nebenstrafen (siehe dazu Th. Fischers Kolummne in der Zeit).
Unter illegalen Bedingungen vervielfacht sich ja auch die Tödlichkeit von Alkohol (zB in Indien oder der Türkei).
Nur auf der Nachfrageseite kann das Drogenproblem gelöst werden - man achte auf die Raucherzahlen unter Jugendlichen, die ohne drastische Strafen weniger werden...
Warum sollen Erwachsene nicht unter regulierten und kontrollierten Bedingungen Drogen konsumieren dürfen?
Es geht nicht um freien Verkauf wie in Teilen der USA, Canada, Uruguay... obwohl das für Cannabis denkbar wäre.
Legaler Erwerb vom maximalen Mengen pro Woche oder Monat, deklarierte Gehalte an THC und CBD, geeignete Kennzeichnung um jede Charge den berechtigten Personen eindeutig zuzuordnen - heute alles möglich, auch für andere Drogen.
Dadurch kann dem illegalen Markt der wirtchaftliche Boden entzogen werden - mt erheblichem Einfluss auf die gesamte Kriminalität, die Drogenbarone müssen sich dann andere Betätigungsfelder suchen.
Die Prohibition tötet , sorgt für hohe Gewinne der Kriminellen, beschäftigt Polizei und Justiz, gefährdet die Gesundheit und macht Jugendschutz unmöglich.
Hier nachzulesen: https://transformdrugs.org/product/after-the-war-on-drugs-blueprint-for-regulation/
Viel Vergnügen bei der Lektüe! Die deutsche Version gibt es bei Akzept.e.V. -leider gegen eine Schutzgebühr von 10 EUR
Nur so lassen sich Jugend- und Konsumentenschutz verwirklichen!
Avatar #767798
am Dienstag, 3. Dezember 2019 um 12:15

Noch einmal zum Eingangsthema E-Zigarette

Ich hatte gestern ein längeres Gespräch mit Dr. Henkler-Stephani, wobei es im Kern um die säureadditiverten ENDS ging. Diese bereiten mir persönlich deutliches Unbehagen, da sie aufgrund der hohen Nikotinlieferfähigkeit, die einer Normalzigarette auch noch überlegen ist, das Potential aufweisen, in falschen Händen (Kids) zu einer raschen Abhängigkeit zu führen. Vielleicht muss der Regular hier nachschärfen, denn die nächsten Kandidaten mit organischen Säuren sind bereits am Markt. In dem Fall wird Salicylsäure (Patentumgehung?) verwendet.
Und soeben erreichte mich die Nachricht, dass bei einem medizinischen Fachpublikations-Organ die wichtige Dundee Studie (1) im Trubel der EVALI Nachrichten untergegangen sei und man selbstverständlich darüber berichten werde. Darin ging es im Kern darum, dass die kardiovaskulären Risiken bei Rauchern bereits 4 Wochen nach Umstieg auf eine E-Zigarette siignifikant reduziert wurden - einhergehend mit Verbesserung der Endothelfunktion. Die Studie liefert valide Daten, ist über entsprechend groß angelegten Beobachtungszeitraum angelegt gewesen und die Probandenguppe auch ausreichend groß bemessen.
Abhängigkeiten oder Einflussnahme sind auszuschliessen.

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(1) http://www.onlinejacc.org/content/early/2019/11/12/j.jacc.2019.09.067

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