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Avatar #803438
am Dienstag, 28. Juli 2020 um 19:15

Behörden: Verschwörungs­theorien fördern Radikalisierung

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Behörden: Verschwörungs­theorien fördern Radikalisierung
vom Dienstag, 28. Juli 2020
Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Alles was nicht der aktuellen Regierungsrichtung entspricht, wird inzwischen als Verschwörungstheorie abgestempelt. Es darf in einem demokratischen Staat aber auch Gegenmeinungen geben.
Man erinnere sich: am Anfang war es eine böse Verschwörungstheorie, dass das SARS-CoV-2 Virus gefährlich sei, man erinnere sich an die Verharmlosung durch Prof. Drosten "es sei nicht mehr als ein Schnüpfchen", später galten die als Verschwörungstheoretiker die die Gefährlichkeit des Virus relativierten.

Eine Radikalisierung von Massnahmenkritikern in Richtung rechts ist tatsächlich weniger zu beobachten als ein Einsetzen dieser für Grundrechte und für das Grundgesetz, teilweise für Basisdemokratie, für Bürgerrechte, für Toleranz, Wahrheit, Freiheit und Liebe. Extreme Rechte fühlen sich davon weniger angezogen, ihr Anteil ist verschwindend, nimmt ab und wird durch die Medien gerne aufgebauscht.
Wenn man eine radikale Haltung für Grundrechte als radikal ansieht, dann ist die o.g. Aussage natürlich richtig!
Avatar #760158
am Dienstag, 28. Juli 2020 um 19:58

Das

ist ja richtig, Gegenmeinungen gehören zur Demokratie. Nur, was heißt das jetzt für die Coronapandemie? Was hätten Sie denn entschieden im März?
Avatar #594786
am Dienstag, 28. Juli 2020 um 20:10

was ist eine Verschwörungstheorie?

dieses Wort wird relativ schnell genannt, wenn man unliebsame Gegenmeinungen jede Deutungshoheit absprechen will. Unsere Medien betreiben ein gewisses Framing - dabei werden Bilder im Kopf verknüpft mit dem Ziel, den Medienkonsumenten gefügig zu machen, damit der alles abnickt, was gemacht werden soll. Das beste Beispiel war die "Verschwörungstheorie" 1953 im August, als die erste und einzige Demokratie im Nahen Osten (sic!) durch die Hilfe der USA geputscht wurde! Dabei ware dann die Gerüchte plötzlich Verschwörungstheorien, um die Wahrheit zu verschleiern. Siehe da! Nach 50 Jahren wurden die Archive der CIA geöffnet und es hatte sich bestätigt! Genau so können wir den Maidan, den Arabischen Frühling, den Syrien-Krieg, etc. in solche "Verschwörungstheorien" verschleiern, und irgend wann kommt doch die Wahrheit ans Licht....
Avatar #691359
am Mittwoch, 29. Juli 2020 um 00:35

Verschwörungstheorien

von einst und jetzt unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt. Früher war der Mangel an Information das Problem und Verschwörungstheorien wurden oft in die Welt gesetzt, um die Wahrheit vor Anderen zu verschleiern. Heutzutage ist das Problem der unkontrollierte Überfluss an Informationen und Verschwörungstheorien dienen in erster Linie dem Selbstbetrug und dem Schutz der eigenen Blase.

Im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien sollte man auch über das PLURV-Konzept sprechen. PLURV ist ein Akronym und steht für Pseudoexperten, Logikfehler, Unerfüllbare Erwartungen, Rosinenpickerei und Verschwörungsmythen:
https://www.klimafakten.de/meldung/p-l-u-r-v-dies-sind-die-haeufigsten-desinformations-tricks-von-wissenschafts-leugnern

Das Konzept entstand während der Auseinandersetzung mit Klimaleugnern, ist aber genauso anwendbar bei Impfgegnern, Coronaleugnern und generell bei der Wahrnehmung unbequemer Wahrheiten. Ein einzelnes Element dieser Mauer, mit der die persönliche Blase geschützt wird, kann man mit einer Sachdiskussion durchbrechen. Zusammen bilden sie ein unüberwindbares Bollwerk gegen jede rationale Argumentation. Und weil dieses mentale Bollwerk so perfekt funktioniert, wird die Kommunikation mit anderen Menschen, die den Betroffenen noch auf den Boden der Tatsachen zurückholen könnten, sehr effektiv unterbunden. Die Radikalisierung ist dann eine einfache Konsequenz. Die Verschwörungstheorien sind dabei ein wichtiges, aber nicht das alleinige Element.

Es ist schade, aber selbst hier im DÄ hat in den letzten Monaten die Zahl der Beiträge von Wutbürgern deutlich zugenommen. Parallel dazu ist die Hemmschwelle deutlich gesunken, was in diesen Wutbeiträgen an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Und ja, es werden Kommentare im DÄ gelöscht. Was vor einem halben Jahr noch die ganz große Ausnahme war, geschieht heute fast täglich.

In einer Auseinandersetzung sollte wenigstens ein Grundkonsens darüber herrschen, welche Fakten von beiden Seiten anerkannt sind, damit die eigentliche Diskussion über die Interpretation dieser Fakten geführt werden kann. Derzeit sind wir von diesem Grundkonsens leider meilenweit entfernt. Bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen nehmen der Material- und Methodenteil nicht ohne Grund viel Platz ein, dadurch kann das Experiment wiederholt werden und die Fakten werden dadurch objektivierbar. Jeder der in seinen Beiträgen Youtube-Links bringt sollte sich dabei auch fragen, wie objektivierbar sind die dort präsentierten Behauptungen?

Das PLURV-Konzept auf Sars-CoV-2 anzuwenden würde den Rahmen eines Beitrags bei weitem sprengen. Deshalb nur ein paar Wort über Herrn Wodarg, das Paradebeispiel eines Pseudoexperten. Auf seiner Internetseite schwadroniert er unbeirrbar über die hohe Rate an falschpositiven PCR-Ergebnissen:
https://www.wodarg.com
Es werden dabei einige Zahlen präsentiert ohne ordentliche Quellenangabe (=Rosinenpickerei). Obwohl Herr Wodarg etliche Jahre als Leiter des Gesundheitsamtes in Flensburg gearbeitet hat, ignoriert er völlig die Rolle des ÖGD bei der Plausibilitätsprüfung von Laborergebnissen. All seine Äußerungen lassen einen Mikrobiologen daran zweifeln, ob er in diesem Jahrhundert ein Labor von innen gesehen hat.

Zu methodischen Aspekten der Qualitätssicherung der PCR hatte ich bereits früher mich geäußert:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114761/Mehr-als-200-000-registrierte-Infektionen-in-Deutschland
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/114253/Skepsis-an-bayerischer-Teststrategie

Wenn aber jemand wie Herr Wodarg sich mit dem ganzen Gewicht seiner beruflichen und politischen Autorität über wissenschaftliche Tatsachen hinwegsetzt, dann hilft nur Fachwissen und sorgfältiges Quellenstudium dabei ihn zu entlarven. Leider sind Fachwissen und Sorgfalt die Eigenschaften, die in der aktuellen Diskussion zu kurz kommen.

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