StudierenForenKommentare NewsWenn schon MVZ, dann lieber kommunal getragen als börsennotiert

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Avatar #722321
am Freitag, 14. Mai 2021 um 20:50

"tempora mutantur et nos mutamur in illis": eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist

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Hessische Hausärzte wehren sich gegen kommunale MVZ
vom Freitag, 14. Mai 2021
Was die Delegierten sagen, ist von der "Theorie und den Bestimmungen her" richtig. Es entsteht eine Wettbewerbsverzerrung dadurch, dass eine Kommune als Trägerin eines MVZs die Existenz des MVZs durch den kommunalen Haushalt absichert; wenn man aber als freiberuflich tätige Ärztin oder Arzt eine Praxis gründet oder übernimmt, haftet man wirtschaftlich persönlich, z. B. mit dem Eigenheim der Eltern oder Schwiegereltern. In Dithmarschen, an der Westküste Schleswig-Holsteins, wo ich mehr als 20 Jahre als Augenarzt tätig war, hat diese Entwicklung begonnen: Büsum, das als Badeort in einer ansonsten strukturschwachen Region auf eine funktionierende ärztliche Versorgung unbedingt angewiesen ist, hatte nach meinem Kenntnisstand das erste MVZ in kommunaler Trägerschaft, geboren aus der bitteren Not: Die ausscheidenden Ärzte fanden keine Nachfolger mehr für ihre Praxen! Jetzt arbeiten angestellte Ärztinnen und Ärzte in diesem MVZ, und es geht gut! In Lunden, in der Nordermarsch Dithmarschens, ist auch ein derartiges MVZ entstanden und dieses erfolgreiche Konzept wird jetzt auch südlich des Nord-Ostsee-Kanals und sogar südlich er Elbe aufgenommen! Pointiert, aus der Sicht eines normalen Bürgers, eines "einfachen Mannes" gesagt: "Wenn sich nicht genügend Ärzt*innen finden, die die Landbevölkerung versorgen wollen, aus welchen Gründen auch immer, dann muss der Staat/ die öffentliche Hand einschreiten, denn wenn ich krank bin, brauche ich Hilfe, ich zahle Steuern und auch meine Beiträge zur Krankenkasse."
Avatar #823305
am Sonntag, 16. Mai 2021 um 22:09

Wenn schon MVZ, dann lieber kommunal getragen als börsennotiert

Manchmal erstaunt mich der Hausärzteverband:
Es gibt zunehmend Kolleg:innen die angestellt ambulant tätig sein wollen. Und es gibt an immer mehr Orten Arztsitze, die sich nicht "klassisch" besetzen lassen. Wenn nun die Kommunen diese Sitze nicht qua kommunalem MVZ erhalten dürfen, dann werden sich die "Rhön-AGs" dieser Sitze annehmen. Oder niemand: solche Sitze fallen weg, die verbliebenen Arztpraxen der Umgebung werden zusätzlich belastet.
Will man das wirklich seitens des HÄV?

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