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Priorisierung

Priorisierung

Die für das Gesundheitssystem zur Verfügung stehenden Finanzen sind begrenzt. Brauchen wir in Deutschland eine Priorisierung etwa nach skandinavischem Vorbild? Wie sinnvoll ist, medizinische Leistungen nach ihrer Vorrangigkeit zu klassifizieren und zu erbringen?

Avatar #52009
am Freitag, 9. Oktober 2009 um 09:53

Priorisierung ist notwendig

Die deutsche Gesellschaft und GEsundheitswesen wird angesichts der Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie nicht mehr für jeden alle zur Verfügung stehenden Instrumente bezahlen können. Die Ärzteschaft muss sich Gedanken machen und auch hier nicht in Jammerei verfallen, wie die vorhanden Mittel zum Wohle der Allgemeinheit am besten eingesetzt werden können. Wir sollten endlich anerkennen, daß die finanziellen Mittel begrenzt sind, Praxis und KH WIrtschaftsunternehmen sind und daraus das Beste machen.
Avatar #87250
am Freitag, 9. Oktober 2009 um 11:12

Nicht Prioritieren

Die deutsche Gesellschaft und GEsundheitswesen wird angesichts der Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie nicht mehr für jeden alle zur Verfügung stehenden Instrumente bezahlen können. Die Ärzteschaft muss sich Gedanken machen und auch hier nicht in Jammerei verfallen, wie die vorhanden Mittel zum Wohle der Allgemeinheit am besten eingesetzt werden können. Wir sollten endlich anerkennen, daß die finanziellen Mittel begrenzt sind, Praxis und KH WIrtschaftsunternehmen sind und daraus das Beste machen.
Abschaffen von unsinnigen ûberdiagnostik und Behandlungen. Das wäre 1000 mal sinnvoller. Beispiele wären MNR Untersuchungen von Kniegelenken, die sicher in dem meisten Fällen völlig unsinnig sind. Dann Operationen, die ehr wegen Fallzahlen gemacht werden, damit man seine Zulassung behält usw. Abschaffung der Versichertenkarte oder Einführung eines hausarztgesteuerten Systemes. Die Politik hat den Patienten zum Kunden gemacht und nun ist man überrascht, dass es nicht funktioniert. Vor Einführung der Krankenversichertenkarte war schon bei Privatversicherten bekannt, dass das Unfug ist.
Wer über Priorisierung spricht soll sich den Unfug in den skandinavischen Ländern ansehen!!!
Avatar #87620
am Freitag, 9. Oktober 2009 um 13:31

@adonis

Abschaffen von unsinnigen ûberdiagnostik und Behandlungen. Das wäre 1000 mal sinnvoller. Beispiele wären MNR Untersuchungen von Kniegelenken, die sicher in dem meisten Fällen völlig unsinnig sind. Dann Operationen, die ehr wegen Fallzahlen gemacht werden, damit man seine Zulassung behält usw. Abschaffung der Versichertenkarte oder Einführung eines hausarztgesteuerten Systemes.

Lieber Adonis,

erklär mir doch bitte, wie Du zu Deiner Diagnose kommst? Läßt Du Dir Deine Knie aufgrund des manuellen-physischen Untersuchungsbefunds Deines Arztes operieren, ohne bildgebende Verfahren? Läßt Du Dir eine Lysetherapie angedeien ohne Echo und EKG einfach so bei Herzschmerzen?

Hallo, wir leben im 21.Jahrhundert!

Übrigens ich kenne auch abertausende von Patienten, die einfach so bereit sind mal eben Milz, Appendix oder einen Lungenflügel zu spenden, nicht weil die Organe krank sind, sondern weil der Operateur in der Übung bleiben möchte.

Wo bitteschön soll Überdiagnostik sein (aber wirklich überprüft) und wo bitteschön ist der Patient der mal eben ohne Notwendigkeit operiert wird?

Einen Golf bekommt man heute in der Basisausstattung für rund 20.000 € Listenpreis. Dafür gab es in den 60iger Jahren ein Haus. Das Leben wird teurer, Medizin auch.

Wenn Gesundheit der Gesellschaft zu teuer ist, kann sie nicht mehr alles haben! Dann gibt’s entweder Priorisierung (macht jede vernünftige Familie, da heißt es dann eben Kokett statt Charmin) oder es bleibt beim wirklich unsozialen > wer zum Quartalsanfang kommt hat Glück gehabt, der Rest muss warten, bis wieder Geld da ist.
Avatar #87250
am Freitag, 9. Oktober 2009 um 13:52
geändert am 09.10.2009 13:55:38

@ba-nie

Abschaffen von unsinnigen ûberdiagnostik und Behandlungen. Das wäre 1000 mal sinnvoller. Beispiele wären MNR Untersuchungen von Kniegelenken, die sicher in dem meisten Fällen völlig unsinnig sind. Dann Operationen, die ehr wegen Fallzahlen gemacht werden, damit man seine Zulassung behält usw. Abschaffung der Versichertenkarte oder Einführung eines hausarztgesteuerten Systemes.

Lieber Adonis,

erklär mir doch bitte, wie Du zu Deiner Diagnose kommst? Läßt Du Dir Deine Knie aufgrund des manuellen-physischen Untersuchungsbefunds Deines Arztes operieren, ohne bildgebende Verfahren? Läßt Du Dir eine Lysetherapie angedeien ohne Echo und EKG einfach so bei Herzschmerzen?

Hallo, wir leben im 21.Jahrhundert!

Übrigens ich kenne auch abertausende von Patienten, die einfach so bereit sind mal eben Milz, Appendix oder einen Lungenflügel zu spenden, nicht weil die Organe krank sind, sondern weil der Operateur in der Übung bleiben möchte.

Wo bitteschön soll Überdiagnostik sein (aber wirklich überprüft) und wo bitteschön ist der Patient der mal eben ohne Notwendigkeit operiert wird?

Einen Golf bekommt man heute in der Basisausstattung für rund 20.000 € Listenpreis. Dafür gab es in den 60iger Jahren ein Haus. Das Leben wird teurer, Medizin auch.

Wenn Gesundheit der Gesellschaft zu teuer ist, kann sie nicht mehr alles haben! Dann gibt’s entweder Priorisierung (macht jede vernünftige Familie, da heißt es dann eben Kokett statt Charmin) oder es bleibt beim wirklich unsozialen > wer zum Quartalsanfang kommt hat Glück gehabt, der Rest muss warten, bis wieder Geld da ist.
So einfach ist das. Es kommt ja immer darauf an, welcher Patient und welche Krankheitsgeschichte und da fängt das Problem in D schon an. Wenn ich meine Zeit in D als Allgemeinarzt sehe und Pat, die wegen ein wenig Schmerz im Knie zum Orthopäden rannten, dort eine ûberweisung zum MRT bekommen haben, dann eine Arthroskopie und dann wenn man doch nichts richtig fand den Hinweis, doch den Allgemeinarzt oder Krankengymnasten zu konsultieren, so muss ich sagen ( bei aller Kritik, die ich manchmal am schwedischen System übe) ist es hier viel besser geregelt. Es wird von vornherein schonmal unterschieden um welchen Patienten es sich handelt. Junger Sportler oder ältere Dame. Bei klarem Trauma und Sportler wird arthroskopiert. MRT habe ich selten erlebt. Bei älteren Damen, die vielleicht eine Arthrose haben ist das normale Röntgen gar nicht so verkehrt und wenn die Arthrose nicht ausgeprägt ist, haben sehr viele Patienten nur durch Krankengymnastik alleine einen grossen Effekt und ein Grossteil der Pat. wird beschwerdefrei. Während in D erstmal das Pferd häufig von hinten aufgezäumt wird.
Schultern: Da ist es wirklich genau das gleiche Problem. Hier werden Schultern sehr selten operiert und ich meine die Ergebnisse sind genauso gut oder besser als in Deutschland.
Ein anderes Beispiel wäre der doch relativ unkritische Einsatz von Heparinen und deren Analogen. Das versteht zum Teil kein Mensch mehr.
Also nicht zurück ins Mittelalter aber ein wenig rationeller die Methoden einsetzen.
Ich habe 11 Jahre in D gearbeitet und nun 5 Jahre in Schweden und glaube schon beurteilen zu können wo Stärken und Schwächen beider Systeme liegen.
Avatar #90413
am Freitag, 9. Oktober 2009 um 17:23

Erstmal

Tach aus England.
Aber natuerlich wird in Germany ueberdiagnostiziert und uebertherapiert.
Das betrifft wohl vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparates.
Bis jetzt habe ich noch keinen Kollegen getroffen, der sich einer arthroskopischen “knorpelglaettung”/shaving unterzogen hat. Wohl aus guten Grund…. Ein bisschen angelsaechsischer Pragmatismus waere vielleicht hilfreich.

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