StudierenForenAkupunktur: Spekulative Lehrinhalte?Diskussionsbeitrag zum Artikel "Am Anfang war ein Scharlatan", Heft 30/10

Akupunktur: Spekulative Lehrinhalte?

Akupunktur: Spekulative Lehrinhalte?

Der „Vater der westlichen Akupunktur“ ein Scharlatan? Der Franzose George Soulié de Morant hat vermutlich nie in China eine Nadel gestochen oder eine eine Nadelung gesehen. Von rationalen Lehrinhalten kann so keine Rede sein. Die Einführung der „Zusatzbezeichnung Akupunktur“ war voreilig. Sie zementierte spekulative Lehrinhalte, die vielfach dem Aberglauben näher sind als der Wissenschaft.

Avatar #103854
am Freitag, 6. August 2010 um 12:29

Diskussionsbeitrag zum Artikel "Am Anfang war ein Scharlatan", Heft 30/10



Leserbrief zu Ihrem Beitrag „ Am Anfang war ein Scharlatan“ von Hanjo
Lehmann, Heft 30/10

Der Autor des Artikels ist selbst Mediziner und leitet offensichtlich einen
„China Club“ in Berlin. Umso erstaunlicher
ist seine hochkritische Haltung gegenüber der traditionellen chinesischen
Medizin (TCM).
Die Kritik an Herrn Soulié mag in Teilen gerechtfertigt sein. Dennoch dürfte
sich dieser auf entsprechende chinesischeFachliteratur gestützt, diese aber
als Nichtmediziner zum Teil falsch übersetzt bzw. interpretiert haben.
Therapiert hat er selbst wahrscheinlich nie.
Unabhängig von Herrn Soulié stammt die im Westen vorliegende und
ausbildungsrelevante Literatur von renommierten chinesischen Ärzten oder
namhaften westlichen Therapeuten, die lange in China gelernt haben.
Insoweit kann von einem wesentlichen Einfluss des Herrn Soulié auf die
heute bei uns gelehrte und praktizierte TCM keine Rede mehr sein.
Mit der Kenntnis der theoretischen Hintergründe und Verfahrensschritte der
syndromdiagnostischen Strukturierung von Erkrankungen mit der Sichtweise,
sie als Defekte in einer Regelkreisstruktur Organismus zu werten, sind
Erkrankungen erfolgreich therapierbar, die sich dem Zugriff der westlichen
Medizin entziehen.
Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Autor die heute gelehrte TCM dem
Aberglauben näher sieht als der Wissenschaft. Insbesondere die
kontinuierliche Kontrolle der Diagnose durch das Greifen der therapeutischen
Maßnahmen, wie etwa das schnelle Sistieren einer Migräne, der Wegfall von
Sehstörungen etc, spricht gegen eine solch pauschal abwertende
Behauptung. Wenn man weiß, dass es z.B. kernspintomographische
Verfahren gibt, die die von der TCM beschriebene Wirkrichtung von
Akupunkturpunkten bestätigen, erscheint eine derartige Darstellung noch
weniger plausibel.
Nur dann, wenn man nie erlebt hat, wie zum Beispiel unter Akupunktur nach
westlicher Auffassung austherapierte Fälle genesen, kann man ein derart
kritische Haltung zur TCM einnehmen.
Es ist sicherlich eine Übertragung des chinesischen Systemverständnisses in
eine uns verständlichere oben angeführte Regelkreisbetrachtung des
Organismus erforderlich, um jenseits der chinesischen „Phänomen-
Bebilderung“ eine zeitgemäße Sprache zu finden. Dies ändert aber nichts an
dem außergewöhnlichen Wert des dahinterstehenden integrativen Denkens.
Gerade die in den letzten Jahren zunehmende Anerkennung der TCM und
deren Teilaspekt Akupunktur führt auf Dauer zu immer besseren
Therapeuten, die in der Lage sind Erkrankungen so zu behandeln, dass in
vielen Fällen die Kosten der westlichen Medizin deutlich reduziert werden
oder fortfallen. Dass dies manchem Interessenvertreter pharmazeutischer
Unternehmen nicht gefallen kann, liegt auf der Hand. Der Gesundheitspolitik
sollte aber klar sein, welche prophylaktische Bedeutung einer Medizin
zukommt, die Erkrankungen erkennt, bevor sich die Morphologie
nachweisbar verändert hat, die also die Fehlversorgung einer Struktur
erkennt, die in der Folge zu ihrer Degeneration führt.
Insoweit hat der Kollege Lehmann eine Diskussion entfacht, die vielleicht
fruchtbar sein könnte.

Dr. med. Martin Hürth
Huppenbergstr. 9
53343 Wachtberg
drhuerth@arcor.de
Avatar #88905
am Freitag, 6. August 2010 um 12:44

evidenz oder anekdoten..

empfehle die lektüre folgenden links. es geht zwar nicht um akupunktur sondern um homöopathie, die dem ganzen zugrunde liegende thematik jedoch betrifft alle medizinischen verfahren, egal ob klassisch schulmedizinisch, alternativ, komplementär, ganzheitlich, spirituell oder was auch immer.

wer seine logik, seine ratio einsetzt, ist klar im vorteil. viel spaß beim lesen.

http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/12/neue-evidenz.php
Avatar #87250
am Freitag, 6. August 2010 um 13:11

Evidenz und Anekdoten? Lustig

Publiziere doch bitte mal ein paar Links zur Evidenz der Appedektomie, Gelenkersatz, usw.
Avatar #88905
am Freitag, 6. August 2010 um 13:16

hä?

ist nicht mein spezialgebiet, dazu gibts massenhaft literatur, such doch selbst.

wiedermal ein sinnleerer kommentar, den link hast du sicher nicht durchgelesen. schade, er ist gut recherchiert. naja.. hirn einschalten hilft.

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