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Akupunktur: Spekulative Lehrinhalte?

Akupunktur: Spekulative Lehrinhalte?

Der „Vater der westlichen Akupunktur“ ein Scharlatan? Der Franzose George Soulié de Morant hat vermutlich nie in China eine Nadel gestochen oder eine eine Nadelung gesehen. Von rationalen Lehrinhalten kann so keine Rede sein. Die Einführung der „Zusatzbezeichnung Akupunktur“ war voreilig. Sie zementierte spekulative Lehrinhalte, die vielfach dem Aberglauben näher sind als der Wissenschaft.

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am Samstag, 14. August 2010 um 20:47

Deutsches Ärzteblatt goes Boulevard

Auch wenn dieser Artikel sich vordergründig mit medizinhistorischen Fragen rund um die Rezeption und Übersetzung der chinesischen Medizinlehre im Westen beschäftigt, so wird durch die Überschriftengestaltung und Aufmachung die Akupunktur – bewusst oder unbewusst – in den Bereich der Scharlatanerie gerückt. Der Artikel enthält im Wesentlichen Vermutungen und Behauptungen, die für die heutige Akupunktur und ihre Rezeption im Westen völlig belanglos sind. Der Autor verdient seinen Lebensunterhalt als Romanschriftsteller und als Heilpraktiker mit einem „Institut für TCM“. Ein anerkannter Fachmann für Geschichte der Medizin ist er nicht. Es ist verwunderlich, wie dem Deutschen Ärzteblatt ein solcher Flop durchrutschen konnte, auch wenn man immerhin anerkennen muss, dass von dem ursprünglichen 80 - Seiten - Manuskript nur noch 4 Seiten übrig blieben und so der Leserschaft 76 Seiten erspart blieben! Das Deutsche Ärzteblatt sollte sein Review - System überdenken und nicht versuchen, mit zweifelhaften Artikeln im wissenschaftlichen Gewand ein anerkanntes Fachgebiet zu diskreditieren. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Chinesischen Medizin ist durchaus kritisch zu führen, hat aber ein besseres Niveau verdient.
Wolfram Stör
Icking / München

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