StudierenNewsPolitikKlepsch will mehr Medizin­studienplätze in Sachsen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Klepsch will mehr Medizin­studienplätze in Sachsen

Donnerstag, 31. Januar 2019

/dpa

Dresden – Angesichts des wachsenden Ärztemangels in Sachsen hat Gesundheits­ministerin Barbara Klepsch (CDU) für mehr Offenheit beim Zugang zum Medizin­studium plädiert. „Es muss eine andere Gewichtung bei der Studienplatzvergabe erfolgen“, sagte sie in Dresden. „Wir brauchen mehr Studienplätze und es muss eine gewisse Öffnung beim Numerus clausus geben, denn an Nachfrage mangelt es nicht.“ Pro Studienplatz gebe es zehn Bewerber.

Daher sollten Klepsch zufolge bei den Zugangsvoraussetzungen neben der Abiturnote auch soziale Komponenten mehr Gewicht erhalten. Der neue Hochschulstaatsvertrag könne insofern zugleich im Interesse der Versorgung genutzt werden.

Anzeige

Die Ministerin will auch eine Aufstockung der Zahl der Studienplätze um 50 – ein entsprechendes Modellprojekt für einen Medizinstudiengang in Chemnitz werde vorbereitet. Die Entscheidung des Bundes über eine Förderung werde noch in diesem Jahr, für die weiteren Schritte 2020 erwartet.

„Ich plädiere dafür, eine Landarztquote einzuführen“, sagte Klepsch. Diese könne maximal 7,6 Prozent der Studienplätze erfassen. „Damit hätten wir die Möglichkeit, innerhalb des Rahmens für rund 40 Ärzte je Jahrgang klar zu definieren, dass sie in den ländlichen Raum gehen, und dafür bei der Studienplatzvergabe bevorzugt berücksichtigt werden.“

Nach Angaben des Ministeriums gibt es aktuell knapp 7.400 ambulante und etwa 9.500 in Krankenhäusern tätige Ärzte. Angesichts eines Durchschnittsalters von 54,1 Jahren der rund 2.600 Hausärzte droht in 27 von 47 Regionen des Freistaates jedoch eine Unterversorgung. Besonders betroffen sind das Vogtland, Erzgebirge, Mittel-, Nord-, West- und Ostsachsen. Laut Klepsch fehlen aktuell 255 Hausärzte und die Zahl der offenen Stellen werde noch zunehmen.

Auf der anderen Seite habe sich das Verhalten künftiger Mediziner verändert. „Vor einigen Jahren war das Verhältnis von Männern und Frauen 50:50, heute sind 70 Prozent der Studenten weiblich“, sagte die CDU-Politikerin. Junge Ärztinnen bekämen Kinder, pausierten und arbeiteten danach oft in Teilzeit. Und auch bei ihren männ­lichen Kollegen habe die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen höheren Stellenwert. „Wir rechnen künftig mit zwei Ärzten auf einer Stelle.“

© dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. Februar 2019
Dresden – Im vergangenen Jahr haben nach Angaben der Krankenkasse DAK die Fehltage erwerbstätiger Versicherter in Sachsen deutlich zugenommen. Nach einer aktuellen Auswertung wuchs der Krankenstand
Mehr Krankschreibungen 2018 wegen Erkältung in Sachsen
6. Februar 2019
Hannover – An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sollen die Voraussetzungen für 50 weitere Medizinstudienplätze geschaffen werden. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die zusätzlichen
Niedersachsen will weitere Studienplätze für Humanmedizin schaffen
30. Januar 2019
Magdeburg – Die Zahl der berufstätigen Mediziner ist in Sachsen-Anhalt weiter gestiegen. Zum Ende vergangenen Jahres praktizierten landesweit 9.436 Frauen und Männer, wie die Ärztekammer
Weiter Mangel trotz Ärztezuwachs in Sachsen-Anhalt
28. Januar 2019
Köln – Hilfsorganisationen warnen vor einem Fachkräftemangel im Rettungsdienst. „Auf ausgeschriebene Stellen melden sich kaum Bewerber“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuz (DRK)
Rettungsdienst in Nordrhein-Westfalen klagt über Fachkräftemangel
25. Januar 2019
München – Die Zahl der Ärzte in Bayern ist im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert gestiegen. Nach Daten der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer (BLÄK) arbeiteten zuletzt 64.516 Ärzte im Freistaat, das
Mehr Ärzte in Bayern, aber nicht mehr Zeit für die Versorgung
23. Januar 2019
Dresden – Ein Netz aus 225 Gesundheitsterminals für Versicherte soll bis Ende 2020 in Sachsen entstehen. Das planen die DAK-Gesundheit und IKK classic. Das Staatsministerium für Soziales und
In Sachsen entsteht ein Netz digitaler Gesundheitsterminals
23. Januar 2019
Mainz – In Rheinland-Pfalz werden Patienten zur nächsten Arztpraxis künftig weitere Wege zurücklegen müssen – insbesondere in ländlichen Regionen. Grund ist, dass in den kommenden Jahren nach
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

NEWSLETTER