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Ärzteschaft

Großprojekt: KBV optimistisch bei Interoperabilität für elektronische Patientenakten

Mittwoch, 6. Februar 2019

/Cybrain, stockadobecom

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) wehrt sich gegen Kritik, sie habe nicht das Know-how, sich um die notwendige Interoperabilität für die elektronischen Patientenakten (ePA) zu kümmern. „Es macht Sinn, dass die KBV die medizinischen Informationsobjekte definiert, denn schließlich haben wir mit 600 Millionen Arzt-Patienten-Kontakten die größte Nähe zum Patienten“, erklärte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen gestern vor Journalisten in Berlin.

Bei medizinischen Informationsobjekten (MIO) handelt es sich um medizinische Informationen, die in die künftige ePA übertragen werden sollen. Damit sollen Ärzte verschiedener Fachrichtungen die jeweiligen Untersuchungsergebnisse von anderen Ärzten in ihren Programmen lesen können.

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Heute gebe es je nach Praxissoftwarehersteller sehr unterschiedliche Dateiformate, die oftmals nicht miteinander kompatibel seien, erklärte KBV-Vize Stephan Hofmeister. Dies wolle die KBV mit Vorgaben zur Interoperabilität verhindern und dabei auch die Dateistandards für Bilder setzen. „Das ist eine Mammutaufgabe“ erklärte er.

Denn bei der neuen Zuständigkeit für die Interoperabilität will die KBV etwa 15 Verbände aus dem Gesundheitsbereich „ins Benehmen setzen“, dazu gehören auch die Krankenhäuser oder Universitätskliniken.

„Aber am Ende entscheiden wir über die Standards, denn wir haben auch die alleinige Verantwortung“, stellten Gassen und Hofmeister den Unterschied zur Konstruktion in der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte klar.

Beide gehen davon auch aus, dass die Aufgabe nicht ohne weiteren personellen Aufwand zu stemmen sein wird. Sie rechnen aber damit, dass sie unter anderem auf Experten der gematik zurückgreifen können.

Der Druck auf die KBV sei bei diesem Projekt hoch – nicht nur wegen der Kritiker aus der Selbstverwaltung. „Wir wissen: Wenn wir dieses Projekt nicht hinbekommen, war es das letzte große Projekt, das die Gesundheitspolitik uns übertragen hat“, sagte Gassen. © bee/aerzteblatt.de

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