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Politik

Neue telemedizinische Behandlung bei Herzinsuffizienz­patienten auf dem Prüfstand

Donnerstag, 7. März 2019

/DragonImages, stockadobecom

Berlin – Der Gemeinsame Bundessauschuss (G-BA) hat das Beratungsverfahren für ein neues telemedizinisches Behandlungsprogramm für Patienten mit Herzinsuffizienz eingeleitet. Darauf hat der GKV-Spitzenverband heute hingewiesen, der den Antrag eingereicht hatte. Eine Nutzenbewertung sei notwendig, um dieses neue Verfahren künftig als ambulante Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) anbieten zu können, hieß es von den Krankenkassen.

Mithilfe der Telemedizin wollen Kardiologen Patienten mit Herzinsuffizienz besser versorgen. Nicht nur die Zahl der Krankenhaustage ließe sich mit der neuen Methode für die rund 1,8 Millionen Menschen mit chronischer Herzschwäche in Deutschland verringern, sondern auch die Sterblichkeitsrate, heißt es in den Studienberichten.

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„Die bisher vorliegenden Erkenntnisse der Kardiologen haben uns überzeugt, einen Antrag auf Nutzenbewertung zu stellen. Wir hoffen, dass sich die Hinweise bei einer umfassenden Methodenbewertung verdichten und der Nutzen wissenschaftlich belegt werden kann“, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands. Sie wies darauf hin, dass chronische Herzschwäche in den vergangenen zehn Jahren die häufigste Ursache für Klinikeinweisungen von Patienten gewesen sei. Wenn es gelinge, diese Zahl zu reduzieren, wäre das „sehr gut“.

Neue Untersuchungs- und Behandlungsverfahren für die gesetzliche Kranken­versicherung können von niedergelassenen Ärzten erst dann angewendet und mit der GKV abgerechnet werden, wenn der G-BA ihren Nutzen geprüft und positiv eingestuft hat. „Nicht immer, wenn Telemedizin im Titel von Projekten auftaucht, steht dahinter tatsächlich ein neuer Versorgungsansatz. In diesem neuen Behandlungskonzept hingegen sehen wir die Chance für eine tatsächlich bessere Versorgung der Patienten“, so Pfeiffer.

Das „Telemonitoring-basierte Management von Patienten mit Herzschwäche“, so der Titel des Behandlungsprogramms, hat ein Kardiologenteam aus verschiedenen Forschungseinrichtungen entwickelt. Es basiert auf einzelnen Bausteinen.

Dabei werden Vitalparameter der Patienten nicht mehr nur sporadisch, sondern kontinuierlich erfasst und ausgewertet. Durch eine feste Kooperation von einem Telemedizinzentrum (TMZ) und niedergelassenen Ärzten sollen Interventionen zeitnah möglich sein; die Patienten werden lückenlos an jedem Tag im Jahr betreut, auch außerhalb der Sprechstundenzeiten der niedergelassenen Ärzte.

Und so funktioniert das Programm: Täglich messen die Patienten zu Hause bestimmte Körperfunktionen wie beispielsweise den Blutdruck, die Sauerstoffkonzentration im Blut und das Gewicht. Diese Werte werden über eine gesicherte Mobilfunk-Verbindung an das TMZ übertragen und dort von Computern ausgewertet.

Bei auffälligen Befunden werden sofort die medizinischen TMZ-Experten sowie die behandelnden niedergelassenen Hausärzte und Kardiologen benachrichtigt. Das medizinische Personal muss auffällige Befunde innerhalb von vier Stunden registrieren und innerhalb von 24 Stunden über Behandlungsmaßnahmen entscheiden.

„Einfach nur Daten erfassen und übertragen verbessert die Versorgung von Patienten nicht. Es kommt darauf an, dass wie hier im Projekt auf registrierte Veränderungen beim Patienten schnell und zuverlässig therapeu-tisch reagiert wird“, so Pfeiffer. © may/EB/aerzteblatt.de

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