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Ärzteschaft

Medizinstudien­plätze: Ärzte wollen Parteien in Thüringen an Wahlprogrammen messen

Mittwoch, 3. April 2019

/dpa

Weimar – Am 27. Oktober wird in Thüringen eine neue Landesregierung gewählt.  Kassen­ärztliche Vereinigung Thüringen (KV) und Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen haben die Parteien jetzt dazu aufgerufen, die Erhöhung der Medizinstudienplätze in die Wahlpro­gramme aufzunehmen.

„Die Ärzteschaft Thüringens wird die Wahlprogramme der Parteien an diesem Punkt messen“, sagte Ellen Lundershausen, Präsidentin der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen. Es sei fünf nach zwölf für Thüringen, endlich mehr Mediziner auszubilden.

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„Der Verweis auf die lange Ausbildungszeit eines Mediziners kann nicht zur Ablehnung dieser Forderung führen, wie dies zum Teil derzeit aus dem Thüringer Wissenschafts­ministerium erfolgt“, erklärte Annette Rommel, Erste Vorsitzende der KV Thüringen. Man könne die KV nicht mit dem Sicherstellungsauftrag der ärztlichen Versorgung auf dem Lande allein lassen und im Gegenzug nicht mehr Mediziner ausbilden. „Wir müssen jetzt beginnen“, so Rommel.

Thüringen ist nach Ansicht von KV und Ärztekammer bereits heute in der Medizineraus­bildung abgehängt. Während umliegende Bundesländer wie Sachsen, Hessen oder Bayern bereits mehr Studienplätze und Fakultäten für Medizin aufbauten, glaube Thüringen das nicht tun zu müssen.

Dabei würden derzeit weniger Mediziner in Deutschland ausgebildet, als in der Vergan­genheit. „Nach der Wende verfügte Gesamtdeutschland über etwa 16.000 Studienplätze. Heute sind es nur noch 9.500“, schreiben Ärztekammer und KV. Und das bei einer zuneh­mend älteren Bevölkerung und einer auch daraus folgenden höheren Frequenz der Arzt­kontakte.

„Wer glaubt, dass in Zeiten des Arztmangels die in anderen Bundesländern mehr ausge­bil­deten Mediziner später zu ihrer Tätigkeit nach Thüringen kommen, irrt. Mediziner bleiben nach wissenschaftlichen Untersuchungen in der Nähe ihrer Uni“, erklärten sie weiter. Wenn Thüringen bei der medizinischen Versorgung nicht abgehängt werden wolle, müssten jetzt mehr Medizinstudienplätze geschaffen werden. © may/EB/aerzteblatt.de

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