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Politik

FDP will Heilpraktikerberuf jetzt doch erhalten

Dienstag, 16. April 2019

/Björn Wylezich, stockadobecom

Berlin – Die FDP hat eine grundlegende Wende in ihrer Einstellung zum Heilprakti­kerberuf und zur Heilpraktikerausbildung vollzogen. Sah die Arbeitsgruppe Gesundheit der FDP-Fraktion im Bundestag es noch im vergangenen Herbst „im Sinne der Patienten­sicherheit“ als geboten an, „die Erlaubnis zur Bezeichnung als Heilpraktiker mittelfristig auslaufen zu lassen“, plädiert die Gesamtfraktion jetzt dafür, den Beruf zu erhalten und auch die Ausbildung allenfalls „innerhalb der bestehenden Systematik“ zu verändern. Das geht aus einem neuen Positionspapier der FDP-Fraktion hervor, das dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) vorliegt.

„Wir nehmen wahr, dass sich Menschen von Heilpraktikern gut beraten und betreut füh­len. Wir respektieren das Empfinden der Menschen, Heilung zu finden“, sagte Pascal Ko­ber, sozialpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem Deutschen Ärzteblatt.

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„Zur Freiheit des Einzelnen gehört auch das Recht auf Selbstbestimmung über den eige­nen Körper. Seit jeher verteidigen wir Freie Demokraten daher Vielfalt und Selbstbe­stimm­ung im Gesundheitswesen. Patientensouveränität und damit die freie Arzt- und Therapeutenwahl sind Grundsätze unserer gesundheitspolitischen Überzeugungen“, heißt es in dem neuen Positionspapier. Dies schließe auch ein, aus eigener Entscheidung auf Therapien zu verzichten oder alter­native Behandlungsmethoden in Anspruch zu nehmen, auch wenn deren Wirksamkeit nach den bisher bekannten naturwissenschaftlichen Methoden nicht belegt sei.

„Der Begriff des Heilens hat viele Dimensionen und entscheidet sich letztlich am Erleben und Empfinden des Einzelnen“, heißt es in dem Papier. „Viele Menschen schätzen die Behandlung durch Heilpraktiker. Darunter viele Menschen, die nach schulmedizinischen Methoden als ‚austherapiert‘ gelten“, betonen die Abgeordneten in ihrem Positionspapier weiter.

Dieses Bekenntnis zum Heilpraktikerbesuch stellt eine 180-Grad-Wende gegenüber der Position der AG Gesundheit der FDP vom vergangenen Herbst dar. Damals hieß es: „Durch eine staatliche Erlaubnis, die Bezeichnung ‚Heilpraktiker’ zu führen, wird bei Patienten der Eindruck erweckt, dass der betreffende Behandler tatsächlich des ‚Heilens‘ kundig ist und von der von einem Heilpraktiker vorgenommenen Behandlung tatsächlich ‚Heilung‘ zu erwarten ist“.

Um die entsprechende Erlaubnis zu erhalten, müssten Heilpraktiker aber lediglich eine Prüfung ablegen, die sicherstellen soll, dass von ihren Tätigkeiten keine Gefahren ausgin­gen. Es sei aber klar, „dass sich der Staat nicht zum Gehilfen für Verbrauchertäuschungen machen darf“, so die AG im vergangenen Herbst.

Auch die Ausbildungs- beziehungsweise Prüfungsregelungen für Heilpraktiker sieht die FDP jetzt als ausreichend an. Die seit rund einem Jahr bundeseinheitlich geregelte Heil­praktikerüberprüfung stelle sicher, „dass Heilpraktiker über entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, damit von ihrer Tätigkeit bei ordnungsgemäßer Ausübung von Heilkunde keine Gefahr für die Gesundheit ihrer Patienten ausgeht“, heißt es in dem neuen Positionspapier.

Darüber hinaus schützten die einzuhaltenden Regelungen des Strafgesetzbuches, des Infektionsschutzgesetzes, des Arzneimittelgesetzes und Hebammengesetzes und die Überprüfungen durch die Gesundheitsämter Patienten vor Gefährdungen. „Die bestehen­den gesetzlichen Regelungen sind ausreichend und bedürfen allenfalls Anpassungen innerhalb der bestehenden Systematik“, heißt es als Fazit in dem Papier. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

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Avatar #766480
katharina engler
am Samstag, 20. April 2019, 08:51

Gleichstellung

Komplementär heisst nichts anderes als =nicht universitär. Eine seriöse komplementärmedizinische oder-therapeutische Ausbildung ist einer universitären Ausbildung gleigestellt resp. gleichzustellen! Die entsprechende Berufsethik, -haltung steht und fällt mit der praktizierenden Persönlichkeit!
Avatar #759489
MITDENKER
am Freitag, 19. April 2019, 11:46

ZUSAMMENARBEIT

@Löwenherz:
Zusammenarbeit stichpunktartig: Keine generellen Daten, gibt es auch nicht; meine Zusammenarbeit geht in beide Richtungen. Ich schicke zum Facharzt oder zurück zum Hausarzt mit Tipps, Hinweisen auf erweiterte Diagnostik. Habe natürlich auch keinen Ultraschall oder EKG, wenn ich das für nötig halte überweise ich.
Div. Ärzte schicken mit ihre Patienten, wenn sie entsprechende Therapien nicht selbst anbieten (Hypnotherapie u. Gesprächstherapie bei Sucht u. Ängsten, Osteopathie u. Chirotherapie bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, Homöopathie, Orthomolekulare Therapie etc.). Zusammenarbeit läuft oft auch bei unklaren Krankheitsbildern, bei denen es keine klare schulmed. Diagnose bzw. Therape gibt.
So sollte es sein, zum Wohl der Patienten.
Avatar #759489
MITDENKER
am Freitag, 19. April 2019, 11:22

HP-Leistungen

Naja, mag ja sein, dass einige Kollegen das anbieten, aber was juckt das die öffentliche Gesundheitsvorsorge, die Ärzte, die Skeptiker und wer sich sonst noch berufen fühlt, das Volk besserwisserisch darüber aufzuklären, dass es Unsinniges tut? So etwas wird ausschließlich privat bezahlt u. belastet nicht die Krankenkasse. Also laßt den Patienten, die auf so etwas Wert legen das doch einfach machen. Gutes Interview dazu:

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/saarland/heilpraktiker-empoert-ueber-hexenjagd_aid-37135053

Ein Patientenanwalt schreibt dazu:

"Allein die Tatsache, dass ein Heilpraktiker von der Schulmedizin nicht anerkannte Methoden anwendet, führt nicht zu einem Behandlungsfehler. Es ist rechtlich erlaubt solche nicht allgemein anerkannter Therapieformen und sogar ausgesprochen para-ärztlicher Behandlungsformen anzuwenden. Es gelten die Grundsätze der Patientenautonomie und der Vertragsfreiheit. Eine – aus rein wissenschaftlicher Sicht - unvernünftige Entscheidung des Patienten ist somit durch sein Selbstbestimmungsrecht geschützt. Jeder Patient, bei dem eine von der Schulmedizin nicht oder noch nicht anerkannte Methode angewendet wird, kann innerhalb der Grenzen der Sittenwidrigkeit (siehe § 138 BGB, § 226a StGB) eigenverantwortlich entscheiden, welchen Behandlungen er sich unterziehen will. Das Selbstbestimmungsrecht eines informierten und über die Tragweite seiner Entscheidung aufgeklärten Patienten schließt die Befugnis ein, jede nicht gegen die guten Sitten verstoßende Behandlungsmethode zu wählen. Umgekehrt kann die Tatsache, dass der Heilbehandler eine derartige Methode anwendet, nicht automatisch zu deren Beurteilung als Behandlungsfehler führen."

Quelle: https://ihranwalt24.de/2009/08/09/behandlungsfehler-die-haftung-des-heilpraktikers/
Avatar #103488
KuhnJ
am Freitag, 19. April 2019, 07:46

Überblick

@ Jonica:

Sie schreiben, um esoterische Angebote gehe es bei Heilpraktikern in den allerwenigsten Fällen. Das Internet vermittelt aber, wenn man sich auf Heilpraktikerseiten umschaut, einen anderen Eindruck. Da findet sich von der Astralkörper-Reinigung bis zur Geistheilung alles, was die Vorwürfe der Skeptiker bestätigt.

Haben Sie eine gute Quelle zur Übersicht über die Heilpraktikerleistungen?
Avatar #103488
KuhnJ
am Freitag, 19. April 2019, 07:44

Überblick

@ Jonica:

Sie schreiben, um esoterische Angebote gehe es bei Heilpraktikern in den allerwenigsten Fällen. Das Internet vermittelt aber, wenn man sich auf Heilpraktikerseiten umschaut, einen anderen Eindruck. Da findet sich von der Astralkörper-Reinigung bis zur Geistheilung alles, was die Vorwürfe der Skeptiker bestätigt.

Haben Sie eine gute Quelle zur Übersicht über die Heilpraktikerleistungen?
Avatar #766346
Jonica
am Donnerstag, 18. April 2019, 19:30

Zusammenarbeit

Also ich arbeite schon mit Ärzten zusammen. Ich fordere z.B. Blutbilder an bzw schicke die Patienten zum Arzt, um sie dort machen zu lassen (weil es da meist die Kasse übernimmt), telefoniere auch hin und wieder mit einem Arzt wegen eines Patienten, um ein durchaus gemeinsames Vorgehen zu besprechen. Ich führe zum Beispiel oftmals Darmsanierungen durch und bespreche das manchmal mit den behandelnden Ärzten, also ob best. Präparate gegeben werden dürfen zeitgleich mit deren Therapie. Oder dass ich im akuten Fall die Patienten zum Orthopäden schicke für eine Cortisonspritze und dann osteopathisch weiter mache. Viele Patienten schicke ich zum Zahnarzt wegen einer Beissschiene und ein sehr ganzheitlich denkender Zahnarzt schickt die Patienten zuerst zu mir, damit er danach die Schiene anpasst.
Für manchen Patienten fordert ein Kinderarzt einen kurzen Bericht von mir an, das macht mir zwar keinen großen Spaß, aber ich verstehe es. Immerhin schreibt er die Privatrezepte raus und möchte vermutlich mitbekommen, was ich da so erkenne und behandle. Noch vor einem Jahr hat er die Rezepte nur widerwillig und manchmal gar nicht ausgestellt. Inzwischen hat er mir sogar Patienten geschickt (wegen Plagiocephalie oder Koliken).
Man muss ja nicht permanent „kuscheln“, aber im Sinne des Patienten vielleicht doch akzeptieren, wenn er zeitgleich beide Wege gehen will und das dann kurz absprechen, wenn nötig.

Das nimmt jetzt auch nicht so wahnsinnig viel Zeit in Anspruch und es finden vermutlich alle nicht schlecht, wenn es ein respektvolles Miteinander gibt.

Zum Thema Fortbildung: mir persönlich ist es tatsächlich egal, wie das bei den Ärzten gehalten wird. Ich finde es wichtig, sich weiterzubilden und natürlich ist es in der Berufsordnung auch festgeschrieben. Aber es wird nicht kontrolliert. Ich glaube auch, dass das die meisten HPs tun, aber wenn wir irgendwann mal anerkannt werden wollen, dann sollte es eine Instanz geben, die das kontrolliert und mit Fakten aufwarten kann.
Ich persönlich finde es ätzend, dass Skeptiker uns als esoterische Pseudoheiler beäugen. Das ist definitiv in den allerwenigsten Fällen berechtigt. Aber wir sollten im eigenen Interesse was dafür tun, unser Ansehen gerade auch bei den Schulmedizinern zu steigern. Denn auch das wäre berechtigt. Dass wir zwar anders an vieles rangehen, aber dennoch sehr vielen Menschen sehr gut helfen können.
Leider sehe ich immer noch überwiegend verhärtete Fronten. Lasst doch allen ihren Bereich, wir tun uns normalerweise doch nicht weh. Und wie gesagt, die meisten Kollegen, die ich kenne, sind sehr gut in ihrem Therapiefeld und alle halten sich an die Sorgfaltspflicht. Schwarze Schafe gibt es bei uns vermutlich genauso wie bei den Ärzten. Aber die Masse ist weder esoterisch durchtränkt noch leichtsinnig oder überschätzen ihre Möglichkeiten.
Avatar #109757
Loewenherz
am Donnerstag, 18. April 2019, 15:00

@Mitdenker und @Jonica

Mal aus der regionalen "ein Fortbildungszertifikat wird erteilt, wenn die Ärztin oder der Arzt innerhalb eines der Antragstellung vorausgehenden Zeitraums von fünf Jahren Fortbildungsmaßnahmen abgeschlossen hat, welche in ihrer Summe die nach den Bestimmungen des § 6 ermittelte Mindestbewertung von 250 Punkten erreichen." Das entspricht (ganz grob geschätzt) der Notwendigkeit des Nachweises von ca 10 Stunden geregelter Fortbildungsveranstaltungen (die Fortbildungspunkte müssen von den Ärztekammern genehmigt sein) pro Jahr. Nimmt man Kongresse, ist es eher mehr, da werden die Stunden punktemäßig schlechter gewertet. Es findet also eine Wertung der Qualität von Veranstaltungen, zumindest auf dem Papier, statt.
Wie ist die Qualität der Fortbildungsveranstaltung denn für Heilpraktiker geregelt?
Warum so wenig Zusammenarbeit: Wo, bzw. bei welchen Patienten sehen sie denn die Basis für eine Zusammenarbeit gegeben?
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 18. April 2019, 14:46

Lufthoheit und "Leistungskatalog" Heilpraktiker

Die "Lufthoheit" habe weder ich noch andere Heilpraktikerkollegen, den Daten- und Zahlfreaks sei die Ärzteblatt-Statistik ans Herz gelegt (geht ganz einfach, bei den Postings nur auf den Namen klicken):
DocNemo: 353 Beiträge
Mitdenker: 53 Beiträge
Staph.Rex: 380 Beiträge
Da gibt es sich noch ganz andere Rekordverdächtige. Und die Länge der Beiträge - dazu brauchen sicher manche Stunden, ich versuche mich kurz zu fassen.
Und - seid's doch froh, dass mal eine Diskussion in Gang kommt. Also Doc.Nemo, lob doch mal mein Engagement. Sonst posten die üblichen Zeitgenossen irgendetwas gegen Homöopathie oder Pro-Impfen etc. u. das wars dann meistens. Etwas ausgewogenere Beiträge vermisse ich. Langweilt das nicht? Ich finde die Diskussionen interessant u. lerne dadurch dazu. Auch wenn man sich selten wirklich zuhört.

Da Kuhn jetzt doch etwas freundlicher nachfragt, eine kleine Antwort: Der "Leistungskataloge" (er meint wohl die GebüH) ist leicht zu finden:

https://www.heilpraktiker.org/files/seiteninhalt/inhaltsseiten/c_fuer_heilpraktiker/cf-fuer-mitglieder-intern/cf-02-versicherungsfragen/cf-02-01-01-gebueh-85-2002-final.pdf

Da ist kein Wort bzw. keine Abrechnungsziffer Astrologie oder Geistheilung zu finden. Das würde auch keine Beihilfestelle oder private KV bezahlen. Viele der dort genannten Positionen werden auch nicht bezahlt, aber das geht zu sehr ins Detail.
Nur noch eine kleine Info:

Die Rechtslage für Heilpraktiker

Die Berufsordnung für Heilpraktiker (BOH) sieht in Artikel 5 die Weiterbildungspflicht vor: „Heilpraktiker sind zur ständigen Weiterbildung in den von Ihnen ausgeübten Disziplinen verpflichtet“ (BOH Art. 4 Abs. 6-BGH VI ZR 206/90). Danach beruht die Weiterbildungspflicht auf einer höchstrichterlichen Rechtsprechung und verpflichtet Heilpraktiker, "sich über die Fortschritte der Heilkunde und auch über anderweitig gewonnene Erkenntnisse von Nutzen und Risiken der von ihnen angewendeten Heilverfahren fortlaufend zu unterrichten."

Das dürfte noch etwas härter sein als bei den Ärzten (I don't know exactly).

Wie dem auch sei, für eine freundlichen u. respektvollen Diskussion stehe ich gerne zur Verfügung. Auch wenn ich dadurch Gefahr laufe, dass dann unterstellt wird es ginge nur um die "Lufthoheit" - über den sprichwörtlichen Stammtischen (By the Way: Das Ärzteblatt ist kein Stammtisch).
Avatar #766346
Jonica
am Donnerstag, 18. April 2019, 13:13

Warum so wenig Zusammenarbeit?

Also zunächst mal bin ich froh über diese Meldung, da ich selbst seit 19 Jahren HP und seit 11 Jahren Osteopathin bin. Nichtsdestotrotz bin ich seit Jahren beunruhigt, dass sich die HP-Verbände nicht einen Millimeter bewegen und sich nicht dazu durchringen können, eine einheitlich geregelte Ausbildung zu verabschieden, die verpflichtend sein müsste vor der Prüfung beim Gesundheitsamt. Ich selbst habe 2,5 Jahre Vollzeitausbildung gemacht ( und dann später noch die 5-jährige Osteopathie-Ausbildung angehängt). Und das macht absolut Sinn. Es würde die HPs endlich mal legitimeren, einen anerkannten Beruf auszuüben.
Ich selbst habe keine Schwierigkeiten mit den Ärzten oder der Schulmedizin. Es gibt sogar häufig Empfehlungen von Ärzten, die Patienten zu mir schicken. HNOs, Zahnärzte, Frauenärzte, Allgemeinmediziner, Internisten. Allerdings hat das Jahre gedauert. Es geht aber eben doch auch gemeinsam. Ich schicke aber auch Patienten manchmal erst zum Arzt, Röntgen oder MRT, wenn ich unsicher bin bei der Diagnose.
Ich halte mich für eine durchaus sehr fähige Osteopathin und es gibt viele Kollegen, die sehr gewissenhaft und gut arbeiten. Aber außer dem Osteopathen-Verband wollte noch nie jemand meine Fortbildungspunkte sehen. Man könnte sich auch ausruhen und nie eine Weiterbildung besuchen. Das nervt mich wahnsinnig. Dadurch werden die HPs angreifbar und das meiner Meinung nach völlig zurecht.
Aus diesem Grund bin ich vor zwei Wochen auch aus meinem HP-Verband nach 19 Jahren Mitgliedschaft ausgetreten.
Dennoch gibt es m.E. viele sehr gute HPs, die ihren Patienten helfen können, bei denen die Schulmedizin aber nicht weiterkommt. Dass die Vielfalt der Therapieangebote in Deutschland immer wieder in Gefahr ist, halte ich für schlecht. Die Patienten, die sich dafür entscheiden, zu einem HP zu gehen sind in der Regel mündige Bürger, die man nicht vor den „bösen Scharlatanen“ schützen muss.
Dazu muss man sagen, dass der größte Anteil an Patienten zuerst beim Schulmediziner und dort nicht zufrieden war. Wir nehmen den Ärzten weder Patienten weg, noch gefährden wir die Patienten. Aber eine geregelte Ausbildung sollte wirklich Grundlage sein!
Avatar #88255
doc.nemo
am Donnerstag, 18. April 2019, 08:11

@KuhnJ

Majuskelfreund mitdenker versucht schon seit geraumer Zeit, zusammen mit anderen Heilpraktikerkollegen die Lufthoheit im Ärzteblattforum zu erlangen. Es sieht so aus, dass ihm das zusehends gelingt, da kaum noch einer von uns rational denkenden Ärzten Lust hat, auf ihn einzugehen. Wegen garantierter Erfolglosigkeit.
Avatar #103488
KuhnJ
am Donnerstag, 18. April 2019, 07:54

Verstanden

@ Mitdenker:

Ich habe verstanden:

1. Wer von Heilpraktikern erwartet, dass sie in ihrem Leistungskatalog Spreu und Weizen trennen, ist "unsachlich" und "abwertend", oder, wie Sie weiter unten schrieben, von "Gott-in-Weiß-Gehabe" und Konkurrenzdenken motiviert. Andere Gründe gibt es für Sie nicht.

2. Was Heilpraktiker treiben, geht niemand etwas an.

3. Das wollten Sie hier loswerden. Das habe ich verstanden und akzeptiere, dass Sie zur Sache nichts beitragen wollen. Schade.
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 18. April 2019, 00:34

Falsch Verstanden

@Kuhn:
Wenn Sie einerseits behaupten Heilpraktiker praktizieren Geistheilung, Astrologie und Scharlatanerie UND anderseits, dass die IGEL-Leistungen identisch mit Heilpraktiker-Therapien seien, dann wären die IGEL-Leistungen Scharlatanerie. So weit würde ich dann doch nicht gehen.

Berufsstand-Diskussion: Richtig erkannt, mir fehlt der Wille, mich mit Ihnen über das Thema auseinander zu setzen. Von meinem begründeten Unwillen auf "Unfähigkeit" zu schließen ist unsachlich und abwertend. Und auch ganz schön (vor)schnell interpretiert, wirkt nicht "wissenschaftlich" (trotz Ihrer Berufsbezeichnung GesundheitsWISSENSCHAFTLER). Wirkt ganz schön überheblich auf mich.
Tipp: Mal was über Höflichkeit und Kommunikation lesen oder einen Kommunikationskurs besuchen. Aber offenbar liegt es weniger am Nicht- bzw. Unwissen - ist wohl eher Absicht.

Und selbst wenn es so wäre, dann liegen meine Fähigkeiten einfach woanders u. vielleicht vertraue ich meinen Verbandsfunktionären, dass sie berufspolitische Fragen ganz gut mit Politikern u. Entscheidungsträgern klären können. Man muß ja nicht alles und vor allem mit jedem durchkauen, der meint er wisse alles besser :-).
Avatar #103488
KuhnJ
am Mittwoch, 17. April 2019, 20:12

Denken

@ Mitdenker:

Sie schreiben: "Wenn IGEL-Leistungen identisch mit Heilpraktikerleistungen sind, dann sind - logischerweise - Ihre IGEL-Leistungen "Scharlatanerie"."

Das ist nicht logisch, aber ein Eigentor, weil Sie damit Heilpraktikerleistungen pauschal als Scharlatanerie deklarieren. So weit würde ich dann doch nicht gehen.

Im Übrigen sind es nicht "meine" Igel-Leistungen und ich pflege auch kein Konkurrenzdenken, ich bin nämlich gar kein Arzt. Aber ich habe verstanden, dass Sie wie so viele Heilpraktiker nicht in der Lage sind, kritisch über Ihren Berufsstand zu diskutieren. Deswegen müssen das andere tun - und das Heilpraktikerwesen irgendwann gründlich neu regeln. Leuten wie Ihnen fehlt dazu ersichtlich die Fähigkeit und der Wille.
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 17. April 2019, 18:34

Oje Kuhn

PS: DA DAS ÄNDERN MEINES LETZTEN POSTINGS OFFENBAR NICHT FUNKTIONIERT, HIER DIE ÜBERARBEITETE VERSION (die Version vorher einfach ignorieren):

Oje Kuhn
Die aggressive Mail von Kuhn verlangt natürlich nach einer angemessenen Antwort. Beginnen wir: "Mitdenker" ist natürlich mein Klarname, mein Vorname ist Samuel. Also die Wiedergeburt von Samuel Hahnemann. Spaß beiseite: Meine Postings dadurch abqualifizieren zu wollen, dass man einen Nicknamen (der hier im Ärzteblatt legitim u. auch Usus ist) kritisiert, ist weder sachlich noch kollegial noch freundlich. Kommen Sie doch mal zu den sachlichen Argumenten zurück, die Ihnen offenbar ausgehen, wenn Sie sich auf so eine Ebene begeben müssen.
Selbstkritik: Erstens muß ich an mir u. meinen Methoden wenig bis nichts kritisieren, das ist nun einmal so. Meine Patienten sind jedenfalls überaus zufrieden (was mir u.a. gestern ein befreundeter Arzt berichtet hat).
Was meinen Berufsstand angeht, überlasse ich die "Selbstkritik" primär denen die über Berufspolitik nachdenken. Und noch einmal: Wenn ich an den Heilpraktikern etwas zu kritisieren habe, dann sicher nicht Ihnen gegenüber, da Sie sicherlich nur begierig darauf sind, neue Totschlag- und Abwertungsargumente zu finden.
Wenn Sie wissen wollen, was Heilpraktiker so treiben, dann gebe ich Ihnen gerne relativ einfache Tipps. Bemühen Sie doch eine Suchmaschine u. schauen Sie auf den Homepages der Kollegen, da steht's. Noch einfacher, hier für Sie ein Wikipedia-Link, da sind die häufigsten Therapieverfahren aufgelistet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Heilpraktiker

Thema "Scharlatanierie": Das ist müßig zu diskutieren, denn das was früher - auch u. gerade von der Ärzteschaft - als Scharlatanerie bezeichnet wurde (z.B. Homöopathie, Akupunktur, Orthomolekulare Therapie etc.) wird jetzt selbst von der Ärzteschaft praktiziert. Und wiederum von supergescheiten Skeptikern u. einer Minderheit der Ärzteschaft als Scharlatanerie gegeißelt. Außerdem dürfte gerade Ihnen der Begriff "Therapiefreiheit" geläufig sein, von daher ist es nicht Sache von Heilpraktikerverbänden ihren Mitglieder vorzuschreiben welche Therapieverfahren sie anwenden, solange sich das im gesetzlich erlaubten Rahmen bewegt.

Wenn IGEL-Leistungen identisch mit Heilpraktikerleistungen sind, dann sind - logischerweise - Ihre IGEL-Leistungen "Scharlatanerie". Naja, ok, das war jetzt ein Logelei bzw. Spitzfindigkeit, ich gebs zu. Mal im Ernst, was soll das permanente Gehacke aufeinander, ich arbeite z.B. gut mit Ärzten u. eine Professor zusammen, das ergänzt sich wunderbar. Die zeichnen sich jedoch durch einen anderen Sprachgebrauch aus. Also lassen Sie einfach mal das arrogante Gott-in-Weiß-Gehabe u. gehen Sie mit etwas mehr Respekt an artverwandte Berufsgruppen heran, sonst bleibt einfach der Eindruck es handle sich um Konkurrenzdenken, das sich intellektuell tarnt.
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 17. April 2019, 18:25

Oje Kuhn

Die aggressive Mail von Kuhn verlangt natürlich nach einer angemessenen Antwort. Beginnen wir: "Mitdenker" ist natürlich mein Klarname, mein Vorname ist Samuel. Also die Wiedergeburt von Samuel Hahnemann. Spaß beiseite: Meine Postings dadurch abqualifizieren zu wollen, dass man einen Nicknamen (der hier im Ärzteblatt legitim u. auch Usus ist) verwendet, ist weder sachlich noch kollegial noch freundlich. Kommen Sie doch mal zu den sachlichen Argumenten zurück, die Ihnen offenbar ausgehen, wenn Sie sich auf so eine Ebene begeben müssen.
Selbstkritik: Erstens muß ich an mir u. meinen Methoden wenig bis nichts kritisieren, das ist nun einmal so. Meine Patienten sind jedenfalls überaus zufrieden (was mir u.a. gestern ein befreundeter Arzt berichtet hat).
Was meinen Berufsstand angeht, überlasse ich die "Selbstkritik" primär denen die über Berufspolitik nachdenken. Und noch einmal: Wenn ich an den Heilpraktikern etwas zu kritisieren habe, dann sicher nicht Ihnen gegenüber, da Sie sicherlich nur begierig darauf sind, neue Totschlag- und Abwertungsargumente zu finden.
Wenn Sie wissen wissen, was Heilpraktiker so treiben, dann gebe ich Ihnen gerne relativ einfache Tipps. Bemühen Sie doch eine Suchmaschine u. schauen Sie auf den Homepages der Kollegen, da steht's. Noch einfacher, hier für Sie ein Wikipedia-Link, da sie die häufigsten Therapieverfahren aufgelistet.

Thema "Scharlatanierie": Das ist müßig zu diskutieren, denn das was früher - auch u. gerade von der Ärzteschaft - als Scharlatanerie bezeichnet wurde (z.B. Homöopathie, Akupunktur, Orthomolekulare ) Therapie etc.) wird jetzt selbst von der Ärzteschaft praktiziert. Und wiederum von supergescheiten Skeptikern u. einer Minderheit der Ärzteschaft als Scharlatanerie gegeißelt. Außerdem dürfte gerade Ihnen der Begriff "Therapiefreiheit" geläufig sein, von ist es nicht Sache von Heilpraktikerverbänden ihren Mitglieder vorzuschreiben welche Therapieverfahren sie anwenden, solange sich das im gesetzlich erlaubten Rahmen bewegt.

Wenn IGEL-Leistungen identisch mit Heilpraktikerleistungen sind, dann sind - logischerweise - Ihre IGEL-Leistungen "Scharlatanerie". Naja, ok, das war jetzt ein Logelei bzw. Spitzfindigkeit, ich gebs zu. Mal im Ernst, was soll das permanente Gehacke aufeinander, ich arbeite z.B. gut mit Ärzten u. eine Professor zusammen, das ergänzt sich wunderbar. Die zeichnen sich jedoch durch einen anderen Sprachgebrauch aus. Also lassen Sie einfach mal das arrogante Götter-in-Weiß-Gehabe u. gehen Sie mit etwas mehr Respekt an artverwandte Berufsgruppen heran, sonst bleibt einfach der Eindruck es handle sich um Konkurrenzdenken, das sich intellektuell tarnt.
Avatar #103488
KuhnJ
am Mittwoch, 17. April 2019, 15:34

Mitdenken

@ Mitdenker:

Wo üben Sie denn Selbstkritik? Im Geheimen? In homöopathischer Potenzierung? Sie trauen sich ja nicht einmal, mit Klarnamen zu kommentieren.

Alles Unangenehme unter der Decke zu halten, ist in der Szene common sense. Im Ergebnis weiß man letztlich gar nicht, was Heilpraktiker so alles treiben. Wenn es mal eine Umfrage zu den Angeboten der Heilpraktiker gibt, wird das Thema Scharlatanerie bewusst außen vorgelassen: Danach könne man ja nicht fragen, heißt es dann. Es gibt bei den Heilpraktikerverbänden kein Interesse an Transparenz, es gibt auch keinerlei organisiertes Bemühen um Patientensicherheit, keine Bestrebungen zu Versorgungsforschung - im Mittelpunkt steht immer nur der Schutz der Geschäftsinteressen.

Mir dürfen Sie übrigens gerne sagen, ich solle etwas zu Igel-Leistungen (zu denen übrigens alle Heilpraktikerleistungen gehören) oder schlechten Medizinprodukten sagen. In meinem Blog werden auch diese Themen kritisch beleuchtet: http://scienceblogs.de/gesundheits-check/.

Wie gesagt, die ganze evidenzbasierte Medizin ist öffentliche Kritik an Problemen der Medizin. Um den Heilerzirkus geht es in der evidenzbasierten Medizin nur selten. Dass sie dort im Fokus stünden, ist nur eine weitere Wahrnehmungstrübung dieses Milieus.
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 17. April 2019, 13:17

Fundierte Ausbildung der Heilpraktiker

@casualidad: Tja, das beißt sich die Katze leider in den Schwanz. Es ist wohlfeil, über die nicht staatlich geregelte Ausbildung der Heilpraktiker zu lästern, aber wenn man dann bei z.B. Lauterbach zu dem Thema nachfragt, dann will er das nun doch nicht, DA DAS EINE UNANGENEHME AUFWERTUNG DES HEILPRAKTIKBERUFES WÄRE.
Also seid doch froh, dass die Ärzte so ein langes Uni-Studium haben u. man dann etwas verächtlich auf die heilenden Praktiker mit ihren Wald- und Wiesenausbildungen herabschauen kann :-).
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 17. April 2019, 13:12

Selbstkritik

Selbstkritik kann man immer üben, die Frage ist jedoch WO. Sicher nicht Ihnen gegenüber im Ärzteblatt. Sonst könnte ich ja auch sagen: Üben Sie mal Selbstkritik im Ärzteblatt (wäre logischer), z.b. zu obskuren IGEL-Leistungen, bröckelnden Brustimplantaten u. Gelenkersatz, Gyrasehemmern etc. etc. etc.

Zur evidenzbasierten Medizin ein interessanter Artikel aus dem ÄRZTEBLATT:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/173361/Evidenzbasierte-Medizin-Moeglichkeiten-und-Grenzen

Auch gut:

https://www.zeit.de/2012/19/PS-Erfahrung-Alltag-Medzin/komplettansicht

Zitat aus diesem lesenwerten Artikel:
"Friedrich Hagenmüller sagt: "Ich bin Evidenz-Sympathisant – soweit Evidenz sinnvoll ist." Und wie äußert sich sein Erfahrungswissen? "Ich erkenne schneller, wo das Problem ist", sagt der Gastroenterologe. Nach Hagenmüllers Einschätzung beruht medizinisches Handeln nur zu 20 Prozent auf wissenschaftlich bewiesenen Tatsachen. Und zu 80 Prozent auf Erfahrung, handwerklichem Geschick, Psychologie. Seine Erfahrung lehrt ihn, in manchen Fällen Leitlinie eben Leitlinie sein zu lassen und einen ganz anderen Weg einzuschlagen."
Avatar #760608
casualidad
am Mittwoch, 17. April 2019, 11:08

Worthülsen kaschieren kein Einknicken vor Lobbyarbeit

Niemand hat die "Selbstbestimmung" des Patienten für Therapieart oder sogar Therapieverweigerung ausgeschlossen. Das existiert schon seit langen und ist völlig unaghängig von der Frage: Heilpraktiker ja/nein oder: bessere Heilpraktikerausbildung.
Das Schlimme an der unsäglichen Umfallermentalität der FDP /Fraktion ist, dass hier mit Worthülsen am eigentlichen (und voher wenigstens andeutungsweise erahnten) Problem vorbei argumentiert wird: "Heilpraktikerzulassung ohne gesetzliche Überprüfung der tatsächlich nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten". Nach wie vor liegt der Sinn in der "Überprüfung" (ausschliesslich) in der Gefahrenabwehr für die Patienten, allerdings ohne Berücksichtigung der krankheitsbedingten Gefahren durch (oft) falsche bzw. wirkunglose Therapien oder das "Vorenthalten" wirksamer Therapien durch Dämonisierung der "Schulmedizin".
Die FDP-Begriffsdefinition von "Heilen" ist zum Heulen; auch Wahrsager, Sterndeuter, Gesundbeter etc. werden von (vielen?) Patienten mit körperlichen und v. a. seelischen Problemen gerne aufgesucht. Gibt es das jetzt auch bald von den Krankenkassen erstattet?
Eine wirklich fundierte (gesetzlich vorgeschriebene und geregelte) medizin-fokussierte(!) Ausbildung von Heilpraktikern sowie entsprechende Haftungregeln fehlen nach wie vor zu wesentlichen Teilen (der Hinweis auf bestehende Gesetze reicht mir da nicht).
Schande über das intellektuelle Versagen der FDP; oder fehtl da nur Rückrat gegenüber der Heilpraktiker-Lobby?
Avatar #103488
KuhnJ
am Mittwoch, 17. April 2019, 10:37

Wo bleibt die Selbstkritik?

@ Mitdenker:

Evidenzbasierung ist eine "neue Religiosität"? Sie sehen also keinen Handlungsbedarf bei den Heilpraktikern? Von obskuren Krebstherapien bis zu Frischzellenkuren?

Sie verwechseln Liberalität mit Verantwortungslosigkeit.
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 17. April 2019, 09:10

MITDENKEN UND SELBSTKRITIK

@KuhnJ: Interessanter Hinweis, dass die sogenannte evidenzbasierte Medizin ein "Geschäft" ist. Die Evidenzbasierung ist ein schillernder Begriff, den es sich lohnt einmal näher anzuschauen. Ich glaube sogar, dass die ursprüngliche Intention eine gute war (Erkenntnisgewinn etc.). Inzwischen kommt die Kehrseite der Medaille, die Evidenzbasierung wird zur neuen Religiosität, zum neuen Monotheismus. "Andersdenkende" bzw. Nicht-Gläubige werden verfolgt und gegeißelt. Und die Pharmaindustrie hat schon lange begriffen, dass sie sich das neue schillernde Schiff kapern muß, um dann alle in der Hand zu haben (Krankenkassen, Verbraucher, Ärzte, Politiker etc.). Dann was kann man gegen den neuen Gott einwenden, wenn er vorgibt "ex cathedra" zu sprechen?

Der Hinweis auf die Missstände der Schul-Medizin ist dann gerechtfertigt, wenn selbsternannte Ankläger/Schulmediziner mit dem Finger auf die Heilpraktikerschaft zeigen um kleinere Missstände zu brandmarken, anstatt im eigenen Laden die "Spreu vom Weizen" zu trennen.
Und die Politik hat genug zu tun, sich um größere Probleme zu kümmern; mitunter kommt es einem nämlich so vor, als wolle man mit einem Pseudoproblemaufriss bei den Heilpraktikern von den eigenen massiven Missständen ablenken. Und so macher Politiker fällt darauf herein (wie anfangs die FDP, die sich offenbar jetzt wieder besonnen u. sich an den eigenen liberalen Geist erinnert hat).
Avatar #103488
KuhnJ
am Mittwoch, 17. April 2019, 06:58

Mitdenken

@ Mitdenker:

Die evidenzbasierte Medizin ist im Wesentlichen ein Geschäft innerhalb dessen, was Sie die "Schulmedizin" nennen. Ohne Probleme dort gäbe es sie nicht. Die Heilpraktiker sollten davon lernen und selbst auch versuchen, die Spreu vom Weizen zu trennen, statt ständig mit dem Hinweis auf Missstände in der Medizin ihre eigenen Missstände zu rechtfertigen.
Avatar #555822
j.g.
am Dienstag, 16. April 2019, 22:00

traditionelle Umfallerpartei

kurz Hirn eingeschaltet: Heilpraktikant*Innen weg
dann wieder Dauermodus: Hirn ausgeschaltet: umgefallen
Avatar #759489
MITDENKER
am Dienstag, 16. April 2019, 21:02

Bravo FDP!

Bravo, jetzt sind sie doch aufgewacht. Ein guter Freund von mir (FDP'ler seit Jahrzehnten) war total entsetzt, geht er doch in der Regel zum Heilpraktiker, wenn er was hat. Seine Frau ebenso.
Und die Evidenzbasierung hat die Schulmedizin nun wirklich nicht gepachtet (siehe Kirsch-Studie bei Psychopharmaka), da stehen Homöopathie u. Akupunktur deutlich besser da. Siehe z.B. über 2000 Studien zur Homöopathie, zur Akpunktur noch mehr. Näheres dazu führt hier zu weit.
Avatar #103488
KuhnJ
am Dienstag, 16. April 2019, 19:07

Ups

... da fehlt noch ein "ansehen" nach dem ersten Komma.
Avatar #103488
KuhnJ
am Dienstag, 16. April 2019, 19:06

Was ist Evidenzbasierung?

@ Pro-Natur:

Wenn Sie sich die Definition dessen, was "evidenzbasierte Medizin" meint, werden sie merken, dass da weder die Erfahrung noch die Patientenpräferenzen ausschlossen werden, aber es kommt die externe Evidenz aus Studien dazu, weil das ein unverzichtbares Korrektiv gegen das "ich glaube, dass ich recht habe" ist.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 16. April 2019, 18:57

FDP gegen die Impfpflicht!

„Zur Freiheit des Einzelnen gehört auch das Recht auf Selbstbestimmung über den eige­nen Körper. Seit jeher verteidigen wir Freie Demokraten daher Vielfalt und Selbstbe­stimm­ung im Gesundheitswesen....Dies schließe auch ein, aus eigener Entscheidung auf Therapien zu verzichten oder alter­native Behandlungsmethoden in Anspruch zu nehmen."
Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 16. April 2019, 18:52

Die Empiriker waren zuerst da

Die Erfahrungsheilkunde (einschl. Heilpraktiker) arbeitet schon sehr lange "evidenzbasiert." Evidenz kann man beobachten. Hat man etwa einen alten Begriff neu ausgelegt und nun beansprucht man ihn für sich?
Avatar #103488
KuhnJ
am Dienstag, 16. April 2019, 18:00

Absage an die evidenzbasierte Medizin

Wenn man solche Sätze als Richtschnur für gesundheitspolitische Entscheidungen nimmt, kann man das Prinzip Evidenzbasierung in der Medizin beerdigen: "Der Begriff des Heilens hat viele Dimensionen und entscheidet sich letztlich am Erleben und Empfinden des Einzelnen." Damit lassen sich auch Geistheilung und Astrologie rechtfertigen.
LNS

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