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Medizin

Koronarangiografie: Comicstrip erleichtert die Aufklärung der Patienten

Mittwoch, 17. April 2019

/Brand, Gao, Hamann, Martineck, Stangl/Charité

Berlin – Kardiologen der Berliner Charité nutzen zur Aufklärung der Patienten vor einer Koronarangiografie einen 15-seitigen Comicstrip. Ihre Studie in den Annals of Internal Medicine (2019; 170: 579-581) zeigt, dass die Patienten die Untersuchung besser verstehen und weniger Angst davor haben.

Eine Koronarangiografie mit eventueller Stentimplantation gehört heute zu den Routine­eingriffen. Der Ablauf der Untersuchung ist eigentlich einfach. Nichtmediziner, zu denen die meisten koronaren Patienten gehören, fällt es jedoch häufig schwer zu verstehen, was vorgesehen ist und welche Risiken mit dem Herzkatheter verbunden sind.

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Nach dem Grundsatz „Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“ hat Verena Stangl vom Campus Charité Mitte zusammen mit ihrer Kollegin Anna Brand einen 15-seitigen Comicstrip konzipiert, Anlass, Ablauf und Risiken der Koronarangiografie bildlich darstellt. Eine professionelle Illustratorin hat die Idee grafisch umgesetzt.

Mit einem Comicstrip können komplexe Inhalte sowohl textlich als auch visuell dargestellt werden, was bei den verschiedenen Lerntypen das Verstehen erleichtere, erläutert Brand die Grundidee. Der Vorteil gegenüber einem Video bestehe darin, dass die Leser sich zum Erfassen der Inhalte so viel Zeit nehmen könnten wie sie benötigten.

Ob der Comicstrip die Aufklärung der Patienten verbessert, haben die beiden Kardio­loginnen in einer randomisierten Studie an 121 Patienten getestet. Alle Patienten erhielten die an der Klinik übliche Aufklärung. Einer Hälfte der Patienten wurde danach zusätzlich der Comicstrip ausgehändigt.

Über verschiedene Fragebögen haben die Kardiologinnen ausgewertet, wie gut die Patienten den Eingriff verstanden hatten, wie stark ihr Angstgefühl ausgeprägt war und ob sie mit der Aufklärung zufrieden waren.
 
Ergebnis: Patienten, die zusätzlich die bebilderte Broschüre bekommen hatten, konnten im Durchschnitt knapp 12 von 13 Fragen zur Vorgehensweise, den Risiken und wichtigen Verhaltensregeln nach dem Eingriff korrekt beantworten. Nach der klassischen Aufklärung wurden im Durchschnitt nur neun Fragen richtig beantwortet. Außerdem gaben die Befragten nach der Comiclektüre an, weniger besorgt zu sein als vor dem Aufklärungs­gespräch. Insgesamt zeigten sich rund 72 % der Teilnehmer mit der Comicaufklärung zufrieden und fühlten sich gut auf die Herzkatheteruntersuchung vorbereitet – nach der Standardaufklärung waren es nur 41 %. © rme/aerzteblatt.de

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