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Medizin

Internetschulung reduziert Ängste bei Patienten mit implantiertem Defibrillator

Mittwoch, 17. April 2019

/golubovy, stockadobecom

Würzburg – Ein 6-wöchiges moderiertes Internettraining ist geeignet, um Patienten mit einem implantierten Kardioverter-Defibrillator (kurz ICD) Ängste zu nehmen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Das berichten Psychologen der Universität Würzburg gemeinsam mit Kardiologen vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) im European Heart Journal (2019; doi: 10.1093/eurheartj/ehz134). 

Ein ICD kann laut der Arbeitsgruppe bei Patienten Angst auslösen – zum einen, weil der heftige Stromschlag in der Brust schmerzhaft sein kann, zum anderen weil der Betreffen­de ohne ihn möglicherweise einen Herzstillstand erleidet und stirbt.

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Für die Studie haben die Wissenschaftler mehr als 1.200 Patienten in Würzburg und sechs weiteren Zentren gescreent. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war ein ICD sowie eine erkennbare und messbare psychische Belastung. Außerdem sollten alle Stu­dienteilnehmer dem Internet gegenüber aufgeschlossen sein.

118 Patienten haben an der Studie teilgenommen. Während die Hälfte von ihnen Teil einer randomisierten Kontrollgruppe ohne Internetintervention war, nahm die andere Hälfte in Gruppen zwischen 10 und 20 Teilnehmern an einer 6-wöchigen Webschulung unter der Moderation des Studienleiters Stefan Schulz teil.

Mit einem Passwort konnten sie sich ab einem bestimmten Stichtag anonym einloggen. Die Teilnehmer durften Fragen stellen, sich mit den anderen in einem Diskussionsforum unterhalten, mussten aber auch an den wöchentlichen Schwerpunktthemen interaktiv teilnehmen.

„Die Patienten haben enorme Wissenslücken, aus denen wiederum Ängste entstehen“, so Schulz. „Einige Patienten haben zum Beispiel Angst, die Schranken in den Eingangstüren großer Geschäfte zu passieren, weil Gerüchte kursieren, dass die Elektrik die Defibrilla­to­ren ausschaltet“, gab er ein Beispiel.

Der psychische Status der Patienten wurde vor und nach der 6-wöchigen Schulung er­fasst und ein Jahr später erneut beurteilt. Ergebnis: Bereits direkt nach der Schulung zeig­te sich, dass die Teilnehmer von der Schulung profitierten.

Eine leichte Verbesserung der psychischen Belastung war aber auch bei Patienten zu er­kennen, die nicht an der Webschulung teilgenommen hatten. „Eventuell hat bereits die Zuwendung im Rahmen des Rekrutierungsgesprächs den Patienten geholfen“, so die Ver­mutung der Forscher.

Nach einem Jahr standen die geschulten Patienten jedoch deutlich besser da als die Pa­tienten ohne Behandlung, die eine starke Rückkehr zu Angst und Depression aufwiesen. „Das zeigt eindrücklich, dass die Patienten während des 6-wöchigen Trainings eine Kom­petenz erworben haben, wie sie mit der Angst umgehen können“, resümiert der Würz­burger Psychologe Paul Pauli. © hil/aerzteblatt.de

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