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Politik

Hochschulrektoren stellen hohe Anforderungen an Zweitcampus-Modelle beim Medizinstudium

Mittwoch, 15. Mai 2019

/dpa

Berlin – Neue Formen des Medizinstudiums, bei der Universitäten mit kommunalen oder privaten Kliniken kooperieren, dürfen keine Qualitätsabstriche bei der Ausbildung machen. Das fordert die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und ruft die Länder dazu auf, solche „Zweitcampus-Modelle“ sorgfältig zu überprüfen.

„Es geht der HRK nicht darum, Zweitcampus-Modelle per se auszuschließen. Sie müssen aber denselben hohen Ansprüchen genügen wie die klassische universitäts­medizinische Ausbildung“, sagte der HRK-Präsident Peter-André Alt gestern bei der Mitgliederversammlung der Konferenz in Rostock.

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Er kritisierte, diese Qualitätsstandards seien bei den Partnerschaften, die gegenwärtig auf den Weg gebracht würden, oft nicht gegeben. „Wir wenden uns gegen die fälsch­liche Annahme, hier könne man eine Medizinerausbildung zu günstigen Preisen etablieren oder strukturelle Probleme in der ärztlichen Versorgung lösen“, sagte Alt.

Die HRK verweist auf das im Masterplan 2020 formulierte Ziel, die klinische und theoretische Ausbildung künftig vom ersten Semester bis zum Ende der Ausbildung miteinander zu verzahnen. Sie warnt davor, Qualitätsabstriche bei der Ausbildung zu machen, etwa um mehr Ärzte für ländliche Regionen auszubilden.

„Die Gesundheitsversorgung in strukturschwachen Räumen stellt keine geringeren Anforderungen als anderswo. Im Gegenteil: die komplexen Versorgungsprozesse sind angesichts der hohen Innovationsgeschwindigkeit in der Medizin eher noch anspruchs­­voller“, so der HRK-Präsident.

Die HRK-Mitgliederversammlung umreißt in einem Papier auch die strukturellen Voraussetzungen, die Kliniken für die wissenschaftliche und praktische Ausbildung von Ärzten erfüllen müssen: So sollte das leitende Personal über eine ausreichende Forschungserfahrung verfügen und den allgemeinen Standards für wissenschaftliche Leistungen im Rahmen der Berufung von Professoren genügen. Die Klinik müsse sich insbesondere in der patientenorientierten klinischen Forschung engagieren. © hil/aerzteblatt.de

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