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Medizin

Mammakarzinom: Alpelisib verlängert progressionsfreies Überleben

Freitag, 17. Mai 2019

/White bear studio, stockadobecom

Boston – Der PIK3-Inhibitor Alpelisib hat in Kombination mit dem Antiöstrogen Fulvestrant in einer Phase-3-Studie das progressionsfreie Überleben von Patienten mit hormon­rezeptor­positivem und HER2-negativem Mammakarzinom fast verdoppelt. Die Ergebnisse der Studie, die im Oktober bereits auf dem Europäischen Krebskongress in München vorgestellt wurden, wurden jetzt im New England Journal of Medicine (2019; 380: 1929-40) abschließend publiziert.

Etwa 40 Prozent aller hormonrezeptorpositiven Mammakarzinome haben Mutationen im PIK3CA-Gen. Die Folge ist eine vermehrte Aktivierung der Alpha-Isoform der Phosphoinositid-3-Kinase (PI3K), wodurch das Krebswachstum stimuliert wird. Außerdem kommt es häufig zu einer Resistenz auf die Hormontherapie. In dieser Situation könnte eine Behandlung mit dem oralen PI3K-Hemmer Alpelisib, der spezifisch für die Alpha-Isoform ist, künftig erstmals eine neue Perspektive bieten.

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Alpelisib wurde in der vom Hersteller gesponserten Phase-3-Studie SOLAR-1 an 571 postmenopausalen Frauen und einem Mann mit metastasiertem hormonrezeptor­positivem und HER2-negativem Mammakarzinom getestet, bei denen es unter einer Hormontherapie zu einer erneuten Progression gekommen war. Darunter waren 341 Patienten mit Mutationen im PIK3CA-Gen.

Die Patienten wurden auf eine Behandlung mit Alpelisib oder Placebo randomisiert. Alle Patienten erhielten zusätzlich eine Hormonbehandlung mit Fulvestrant. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben in der Gruppe mit Mutationen im PIK3CA-Gen.

Hier kam es im Durchschnitt nach 11,0 Monaten zu einer erneuten Tumorprogression, während dies in der Vergleichsgruppe bereits nach 5,7 Monaten der Fall war. Das Team um Dejan Juric vom Massachusetts General Hospital Cancer Center errechnet eine Hazard Ratio für Progression oder Tod von 0,65, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,50 bis 0,85 hochsignifikant war. Daten zum Gesamtüberleben wurden in der Publikation nicht vorgestellt.

Bei den Patienten ohne Mutation im PIK3CA-Gen wurde das progressionsfreie Überleben nicht verlängert (Hazard Ratio 0,85; 0,58 bis 1,25). Dies bedeutet, dass das Medikament, so es zugelassen wird, auf Patienten mit Mutationen im PIK3CA-Gen beschränkt bleiben wird. Da es mehrere Mutationen gibt, wird – erstmals in der Behandlung des Mammakarzinoms – eine Gensequenzierung Voraussetzung für die Behandlung werden. Das Mittel dürfte auf Patienten beschränkt bleiben, bei denen mit einem CDK4/6-Inhibitor keine Wirkung erzielt wurde.

Alpelisib ist nicht gerade gut verträglich. Die häufigste Nebenwirkung war eine Hyper­glykämie, die bei fast 2 Dritteln der Patienten (63,7 % versus 9,8 in der Placebogruppe) auftrat. Bei 36,6 der Patienten war die Hyperglykämie schwerwiegend (Grad 3 oder 4) und bei 6,3 veranlasste sie einen Therapieabbruch. Insgesamt brach jeder vierte Patient die Behandlung vorzeitig ab.

Weitere häufige Nebenwirkungen waren Durchfall (57,7 versus 15,7 %), Übelkeit (44,7 versus 22,3 %), verminderter Appetit (35,6 versus 5,9 %) und Ausschlag (35,6 versus 10,5 %). © rme/aerzteblatt.de

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