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Medizin

Typ-2-Diabetes erhöht Risiko für verschiedene Krebsarten

Mittwoch, 22. Mai 2019

/Goffkein, stock.adobe.com

Shanghai – Forscher um den Erstautor Jiying Qi von der Shanghai Jiao Tong Univer­sity School of Medicine haben haben in einer großen Bevölkerungsstudie untersucht, wie sich das Krebsrisiko für Menschen mit Diabetes Typ 2 gegenüber Menschen ohne Zuckererkrankung verändert. Sie konnten dabei unter anderem zeigen, dass der Dia­betes das Krebsrisiko bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Weise modifiziert. Die Arbeit ist im Journal of Diabetes erschienen (2019; doi: 10.1111/1753-0407.12926).

Das Team identifizierte 410.191 Erwachsene im Alter zwischen 20 und 99 Jahren, die zwischen Juli 2013 und Dezember 2016 eine Typ-2-Diagnose hatten. Zu dieser Zeit hatte keiner dieser Menschen Krebs. Qi und Kollegen verfolgten die Krankenakten die­ser Personen bis Dezember 2017, um zu sehen, welche Menschen an Krebs er­krankten und welche Form von Krebs ihre Ärzte diagnostizierten.

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Bis Ende 2017 hatten die Forscher 8.485 Krebsfälle erfasst. Sie berichten, dass Männer mit Typ-2-Diabetes ein 34 % höheres Krebsrisiko hatten als ihre gesunden Alters­genossen und Frauen ein 62 % höheres Risiko. Männer mit Typ-2-Diabetes hatten ein höheres Risiko für bis zu 11 verschiedene Krebsarten, während Frauen ein höheres Risiko für 13 verschiedene Formen hatten.

So hatten Männer mit Typ-2-Diabetes eine 86-prozentige Erhöhung des Risikos für Prostatakrebs. Sie hatten außerdem ein signifikant höheres Risiko für Leukämie, Hautkrebs, Schilddrüsenkrebs, Lymphom, Nierenkrebs, Leberkrebs, Bauchspeichel­drüsenkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs und Magenkrebs. Allerdings schienen Männer mit der Stoffwechselstörung ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Speise­röhren­krebs zu haben.

Bei Frauen mit Typ-2-Diabetes war das Risiko für Nasopharynxkrebs am größten, für den sie mehr als ein doppeltes Risiko hatten. Sie hatten außerdem ein höheres Risiko für Krebserkrankungen der Leber, Speiseröhre, Schilddrüse, Lunge und Bauch­spei­chel­drüse sowie für Lymphome, Gebärmutterkrebs, Darmkrebs, Leukämie, Brust­krebs, Gebärmutterhalskrebs und Magenkrebs. Frauen mit Typ-2-Diabetes hatten jedoch ein geringeres Risiko, Gallenblasenkrebs zu entwickeln.

Das Forschungsteam fordert aufgrund der Ergebnisse bessere Strategien zur Krebs­vorsorge bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #769691
scharafin.ursula@web.de
am Donnerstag, 23. Mai 2019, 09:46

Soziale Komponente!

Die Studie bedürfe einer gewissen sozialen Differenzierung. Arme, ungebildete Menschen sind auch in Europa allgemein kränker und arbeiten (hier: Asien) darüber hinaus in welcher Textilfärberei mit welchen Giftstoffen? Für welches Elektrounternehmen in der Platinenbestückung und Zusammenführung unserer Elektrogeräte mit Weichmachern, Lötdispersionen, usw. ? Und an welcher Lackieranlage oder an welchem Hochofen mit welchen Chemikalien ? Wo wohnen diese Menschen? An Straßen, direkt auf dem Werksgelände mit -selbstverständlich- eingehaltener Luftreinhaltung und sauberen Gewässern? Mit oder ohne Diabetes, die Lebensumstände sind doch nicht mit einem Akademiker zu vergleichen.
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Mittwoch, 22. Mai 2019, 20:30

Vitamin C gilt in zunehmendem Maße als Krebs hemmender Faktor.

Der Umstand, dass durch ein Ungleichgewicht zwischen Zucker und Vitamin C im Blut die Einschleusungsrate von Vitamin C in die Zellen verringert wird, entsteht ein relativer Vitamin-C-Mangel. Das könnte der Grund dafür sein. Diabetiker laufen ja auch Gefahr, eher an Skorbut zu erkranken als der Rest der Menschen und zu erwähnen, dass Diabetiker fast immer auch arteriosklerotische Gefäße haben (ebenfalls ein Indikator für Vitamin-C-Mangel), hieße Wasser in die Donau schütten. >>> https://www.zentrum-der-gesundheit.de/semmelweis-effekt-in-der-medizin-910405.html
LNS

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