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Medizin

Obamacare senkt kardiovaskuläre Sterblichkeit

Freitag, 7. Juni 2019

/zimmytws, stockadobecom

Philadelphia – Das unter der Obama-Administration verabschiedete Affordable Care Act (ACA) hat innerhalb weniger Jahre die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Todesfällen von Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter gesenkt. Dies geht aus einer landesweiten Untersuchung in JAMA Cardiology (2019: doi: 10.1001/jamacardio.2019.1651) hervor.

Das ACA, auch Obamacare genannt, wurde bisher nur in 29 US-Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington D.C. umgesetzt. Die übrigen 19 Staaten, meist republikanisch regierte Südstaaten, haben dies bisher vermieden. Das ACA ermöglicht es Menschen mit einem Einkommen von unter 138 % der staatlichen Armutsschwelle, Leistungen von Medicaid zu erhalten, der staatlichen Krankenversorgung für Bedürftige. Die Ausweitung der Leistungen hat zu einem deutlichen Rückgang der Berufstätigen geführt, die ohne Kran­ken­ver­siche­rung sind. 

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In den Bezirken der Expansionsstaaten ging der Anteil der Menschen ohne Kranken­versicherung um 7,3 % zurück. In der Gruppe der Menschen, die die ACA-Kriterien erfüllten, betrug der Rückgang sogar 19,8 %. Interessanterweise ist es auch in den Nicht-Expansionsstaaten zu einem Rückgang der Menschen ohne Krankenversiche­rung um 5,6 (Anteil an der Gesamtbevölkerung) und 13,5 (Anteil an den Berechtigten) gekommen.

Offenbar hat die politische Diskussion um das Gesetz dazu geführt, dass sich mehr Menschen Gedanken über ihren Versicherungsschutz machten und in den Nicht-Expansionsstaaten ihr Geld für eine Police zusammensparen. Andererseits gibt es auch in den Expansionsstaaten einen Sockel von 15 der Berechtigten, die auf die Obamacare-Leistungen verzichten.

Die Weigerung der republikanischen Staaten hat es Sameed Khatana von der Perelman School of Medicine in Philadelphia ermöglicht, den Einfluss von ACA auf die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit zu untersuchen. Hier durfte man auf einen Effekt hoffen, da Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den ärmeren Bevölkerungskreisen häufiger sind es beispielsweise durch Herzinfarkte bereits im erwerbstätigen Alter zu Todesfällen kommt. 

Auch diese Analyse lieferte eine Überraschung. Die kardiovaskuläre Mortalitätsrate hat sich in den Expansionsstaaten kaum verändert. Im Jahr 2010 lag sie bei 146,5 Todesfällen auf 100.000 Erwachsene im berufstätigen Alter, im Jahr 2016 waren es 146,4 Todesfälle auf 100.000 Erwachsene im berufstätigen Alter.

Hatte Obamacare also doch keinen Einfluss auf die Sterblichkeit? Mitnichten. In der gleichen Zeit ist es in den Nicht-Expansionsstaaten nämlich zu einer Zunahme der kardiovaskulären Mortalität von 176,3 auf 180,9 pro 100.000 Erwachsene im berufstätigen Alter gekommen. Dies bestätigt jüngste Beobachtungen, nach denen es in einigen Regionen des Landes zu einem Anstieg der Todesfälle an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gekommen ist. Dieser Anstieg war übrigens in ländlichen Regionen, die eher konservativ wählen, höher als in den Städten.

Unter Berücksichtigung von demografischen, klinischen und wirtschaftlichen Unterschieden kommt Khatana zu dem Ergebnis, dass die Einführung von Obamacare innerhalb weniger Jahre zu einem Rückgang der Herz-Kreislauf-Mortalität um 4,3 auf 100.000 Einwohner geführt hat. © rme/aerzteblatt.de

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