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Brandenburg verträgt zwei Standorte für Ausbildung von Medizinern

Freitag, 6. September 2019

/dpa

Potsdam – Die private Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin sieht in der künftig geplanten Medizinerausbildung in der Lausitz keine Konkurrenz. Es gebe großen Bedarf an Medizinern, das Land vertrage zwei Standorte, sagte Hochschulpräsi­dent Edmund Neugebauer heute in Potsdam. 2025 werden 867 Hausärzte und 1.073 Fachärzte im Land ausscheiden.

2020 werde die MHB, die 2014 in kommunaler und gemeinnütziger Trägerschaft als pri­vate Einrichtung gegründet wurde, die Zahl der Studienplätze auf knapp 100 verdoppeln, so Neugebauer. Das Studium kostet etwa 125.000 Euro. 80.000 Euro davon gewähren Kliniken als nicht rückzahlbares Darlehen, um Mitarbeiter zu gewinnen. Derzeit gibt es zwischen 600 und 700 Bewerber für die bislang jährlich 24 Studienplätze.

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Nach Plänen der Landesregierung sollen Finanzmittel aus dem Kohleausstieg in der Lausitz für den Aufbau einer staatlichen Medizinerausbildung genutzt werden. Wie hoch diese Summe sein wird und in welchem Zeitrahmen die Hochschule entstehen soll, ist aber noch offen. Befürchtungen, dass damit der Standort Neuruppin geschwächt wird, hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zurückgewiesen.

Derzeit seien an der MHB 400 Studenten für Medizin und Psychologie eingeschrieben, sagte Neugebauer und erinnerte an die Zusage der damaligen Landesregierung vom Mai, Finanzmittel für den Ausbau der Forschung an der MHB bereitzustellen. Die Hochschule berechnete einen jährlichen Bedarf von 12,98 Millionen Euro. „Im Wahlkampf ist zu wenig über das Thema Gesundheit geredet worden“, kritisierte er.

„Zur Schaffung der Forschungskapazitäten brauchen wir Unterstützung“, betonte Ralf Reinhardt (SPD), Landrat von Ostprignitz-Ruppin und MHB-Aufsichtsratsvorsitzender. Das Geld sei bestimmt für Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter, Sachmittel und For­schungsinfrastruktur.

Den Ausbildungsstandort Lausitz sehe er als notwendige Ergänzung, sagte Steffen Scheller (CDU), Oberbürgermeister von Brandenburg an der Havel und MHB-Aufsichtsrat. „Wir erwarten aber, dass die Landesregierung verlässlich ihre Zusagen einlöst.“ © dpa/aerzteblatt.de

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