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Ärzteschaft

Gute Wirkung des ambulanten HIV-Versorgungs­konzeptes

Freitag, 29. November 2019

/vchalup, stock.adobe.com

Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), GKV-Spitzenverband und Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) haben zehn Jahre nach dem Start des ambulanten HIV-Versorgungskonzeptes eine posi­tive Bilanz gezogen.

Demnach liegt dank der besseren Versorgung aktuell bei 92 Prozent der Betroffenen die HI-Viruslast unter der Nachweisbarkeitsgrenze (<50 Kopien/ml). 2008 war dies noch bei nur etwa 80 Prozent der Fall. „Nach zehn Jahren lässt sich anlässlich des Weltaidstages 2019 das Fazit ziehen: Ziel erreicht“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen.

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In Deutschland leben den Organisationen zufolge annähernd 88.000 Menschen mit HIV, die bei guter Behandlung ein fast normales Leben führen können. Entscheidend sei eine qualifizierte, strukturierte Versorgung, die eine spezialisierte Behandlung sicherstellt.

Deshalb haben KBV und dagnä gemeinsam die „Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung HIV/­Aids (QS-V HIV)“ entwickelt und dann mit dem GKV-Spitzenverband zum 1. Juli 2009 in den Bundesmantelvertrag Ärzte aufgenommen. Seitdem definiert die QS-V HIV die Struktur- und Prozessqualität, schreibt Qualifikation und Erfahrung der gegenwärtig 316 HIV-Schwerpunktärzte fest und gewährleistet die Finanzierung.

„Für die betroffenen Patienten hat sich die Versorgungssituation mit der Qualitätsverein­barung massiv verbessert, denn sie werden seitdem von fachlich besonders qualifizierten Schwerpunktärzten betreut“, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenver­band. Damit erfülle Deutschland auch die Vorgaben der Vereinten Nationen zu HIV/Aids.

Hinzu kämen geringere Kosten für die HIV-Medikation bei noch nicht behandelten Patien­ten in der Schwerpunktversorgung – bei gleichzeitig deutlich verbessertem medizini­schen Outcome. „Bedarfsgerechte Standards bei Struktur, Qualität und Vergütung sind die Grundlagen für eine mittlerweile zehnjährige Erfolgsgeschichte – in der Betreuung der betroffenen Patienten, aber auch wirtschaftlich, wie die Versorgungsforschung deutlich macht“, sagte dagnä-Vorstand Axel Baumgarten. © hil/sb/aerzteblatt.de

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