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Ärzteschaft

Budget für Notfallübungen der Krankenhäuser gefordert

Montag, 2. Dezember 2019

/Schepers_Photography, stock.adobe.com

Berlin/Ludwigshafen – Krankenhäuser müssen einen terrorassoziierten Massenanfall von Verletzten (Terror-MANV) üben. „Die Bevölkerung erwartet, dass solche Szenarien vorweg bedacht werden und dass wir auch in Ausnahmesituationen absolut handlungsfähig sind“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Dietmar Pennig, auf der dritten Notfallkonferenz der Fachgesellschaft Ende November.

Daher müsse der Ernstfall immer wieder eintrainiert werden, um professionelles Handeln zu ermöglichen. Eine Krankenhaus-Notfallübung koste aber bis zu 100.000 Euro. „Diese Kosten können nicht von den Krankenhäusern getragen werden“, sagte Pennig. Die DGU fordere daher ein eigenes Budget für Notfallübungen für die Kliniken. Die hohen Kosten seien einer der Gründe, warum Notfallübungen in Deutschland bisher nicht zur Routine gehören, kritisierte Pennig.

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Zivile Unfallchirurgen und Ärzte der Bundeswehr haben auf der Konferenz darauf hinge­wiesen, dass auch Krankenhäuser als kritische Infrastruktur in den Fokus eines terroristi­schen Attentats oder eines Amoklaufs rücken können. „Jedes Krankenhaus muss seine Schwachstellen kennen. Dann lassen sich Sicherheitslücken auch schon mit kleinen Maß­nahmen schließen“, sagte der Präsident der DGU, Paul Grützner, auf Konferenz.

„Krankenhäuser müssen Konzepte entwickeln, wie sie ihre eigene Sicherheit verbessern können“, bestätigte auch Oberstarzt Benedikt Friemert, Leiter der DGU-Arbeitsgemein­schaft Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie. Dabei sei die Gefahren- und Si­cherheitsanalyse der erste Schritt und ein wichtiger Teil der Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Kliniken.

Zu einer Gefahrenanalyse gehöre die Prüfung der regionalen Gefahrenpotentiale, wie sie beispielsweise aufgrund von nahegelegenen Chemieanlagen oder besonderen politischen Institutionen bestehen könnten.

Bei einer Gefahrensituation oder einem externen Terrorangriff seien die ersten Maßnah­men eine Sicherheitsüberprüfung der Personen, die in die Klinik kommen, die Verlage­rung der Triage inclusive Sicherheitsüberprüfung von Verletzten vor die Klinik, das Abrie­geln des Krankenhauses und Abschirmung der Zufahrtswege in die Klinik mit baulichem Rammschutz sowie die Überwachung des Krankenhauses von innen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #769631
Naturfreund
am Montag, 9. Dezember 2019, 17:30

für das Löschteufelchen im Ärzteblatt


Die Gedanken sind frei,
doch jetzt hab ich Bedenken.
Es gibt da so mancherlei,
damit kann man sie lenken.
Es gibt da so Maschen,
da kann man sie waschen,
und schon eins, zwei, drei
sind sie nicht mehr ganz so frei.
https://www.youtube.com/watch?v=cvcTOxXz3gU
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