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Medizin

Kobalt-Lunge durch E-Zigarette

Donnerstag, 5. Dezember 2019

/picture alliance / empics

San Francisco – In Kalifornien ist eine regelmäßige Konsumentin von E-Zigaretten an einer interstitiellen Riesenzell-Pneumonie erkrankt, die die Ärzte im European Respiratory Journal (2019; DOI: 10.1183/13993003.01922-2019) auf die Freisetzung von Kobalt und anderen Schwermetallen aus der Heizspirale zurückführen. Die Erkrankung ähnelt einer Schwer­metall-Pneumokoniose, die Arbeitsmediziner auch als Kobalt-Lunge bezeichnen.

Die 49 Jahre alte Frau hatte sich wegen zunehmender Atemnot vorgestellt. Außer einem nichtproduktiven Husten und Pfeifen/Giemen wies sie keine weiteren Symptome auf: Bei der Untersuchung kam es nach einem kurzen Gehtest zu einem Abfall der Sauerstoff­sättigung von 97 auf 87 Prozent. Die Lungenfunktionstests zeigten eine schwere restriktive Lungenerkrankung mit Abfällen der FEV 1 auf 50 Prozent, der FEV 1/FVC 81 auf Prozent und der totaler Lungenkapazität auf 56 Prozent der zu erwartenden Werte. Die Diffusions­kapazität für Kohlenmonoxid war auf 27 Prozent abgefallen. Das CT zeigte eine Milchglastrübung, die kennzeichnend ist für eine mangelnde Belüftung der Lungenalveolen.

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Eine mögliche Ursache ist eine interstitielle Lungenerkrankung, bei der sich die Streben im bindegewebigen Gerüst der Lunge vergrößern, was die verminderte Sauerstoffaufnahme erklären würde. Eine Lungenbiopsie zeigte das Bild einer interstitiellen Fibrose mit intraalveolären Makrophagen und mehrkernigen Riesenzellen. Diese Riesenzellen sind typisch für eine Schwermetall-Verletzung der Lungen.

Das Team um Kirk Jones von der Universität von Kalifornien in San Francisco ließ daraufhin das Liquid der E-Zigaretten untersuchen. Es enthielt erhöhte Konzentrationen von Nickel (mittlere Konzentration 30443 ppb), Aluminium (15360 ppb), Mangan (3231 ppb), Blei (1652 ppb), Kobalt (654 ppb) und Chrom (381 ppb).

Die Mediziner halten Kobalt für den wahrscheinlichen Auslöser der interstitiellen Riesenzell-Pneumonie, da das Krankheitsbild sie an die Kobalt-Lunge erinnert, die bei Minenarbeitern auftritt. Da die Anamnese keine Hinweise auf eine andere Schwer­metallexposition in Beruf oder Freizeit ergab, kommen nur die E-Zigaretten als Auslöser infrage.

Jones vermutet, dass die Metalle von den Heizspiralen oder von den Metallwänden der Kapseln freigesetzt werden. Bemerkenswert ist, dass zum Verdampfen von Cannabis-Öl höhere Temperaturen (230°C) benötigt werden als zum Verdampfen von Nikotin (100 bis 185°C). Dies könnte erklären, warum die meisten EVALI-Fälle („e-cigarette, or vaping, product use–associa­ted lung injury“) bei Cannabis-Konsumenten aufgetreten sind. Es wäre allerdings voreilig, von der Untersuchung einer einzelnen Patientin auf alle etwa 2.000 EVALI-Fälle zu schließen, die bisher vor allem in den USA aufgetreten sind. Andere Studien haben die Erkrankungen mit Tocopherolacetat (Vitamin-E-Acetat) in Verbindung gebracht, das dem Cannabis-Öl zugesetzt wird. Auch eine Lipoid-Pneumonie, bei der sich die verdampften Öle auf den Atemwegen absetzen, wird diskutiert.

Die Patientin hat sich übrigens nur teilweise von der Erkrankung erholt. Die Lungenfunktion hat sich zwar etwas verbessert. Die Lungenveränderungen im CT zeigen nach 30 Monate jedoch weiter eine schwere interstitielle Lungenschädigung an, die laut Jones wohl lebenslang bestehen bleiben wird. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #767798
Cryonix
am Samstag, 21. Dezember 2019, 20:23

VitaminE (Aceteat)

Zunächst mal bin ich erfreut, dass ich Frau Dr. Müller nicht zutiefst verschreckt habe und sie sich hier weiter zu Wort meldet.

Jüngsten Bekanntgaben im New England Journal of Medicine (NEJM) v. 20.12. (1)(2), sowie eine umgehende Kommentierung von Prof Jacob George, Prof John Britton, Prof Peter Hajek (3) haben das Vitamin E-Aceteat als nahezu eindeutig verantwortlich für die in den Vereinigten Staaten grassierende Lungenerkrankung gemacht.

Der gesundheitliche Nutzen von Vitamin E ist unstrittig. Sowohl innerlich, wie dermal hat es enorme antioxidative Eigenschaften, besonders auf Lipoproteine in Zellmembranen. Eines davon ist 1,2-Dipalmitoylphosphatidylcholin, Hauptbestandteil der Lungenflüssigkeit. Die Schutzwirkung darauf ist wohl derartig, dass in 2003 die Tabakindustrie beim BfR beantragt hat, Vitamin-E genauer dessen oxidationsgeschützte Form, das Tocopherylacetat als Zusatzstoff für Zigarettenfiller als Kompensation gegen die Tabakrauchschäden zuzulassen. Das BfR hat dem nicht stattgegeben, da der Nutzen nicht belegt und die Unbedenklichkeit bei inhalativer Aufnahme nicht nachgewiesen war. (4)

Dealer vom Schwarzmarkt haben wegen seiner viskositätserhaltenden Eigenschaft das ölige Tocopherylacetat zum Verschneiden von hochpotentem THC-Öl benutzt. Und zwar bis 88%. (5)

Leider wird bis zum heutigen Tag in allen hiesigen Medien aber immer noch die gleiche Schallplatte gespielt mit dem Titel: E-Zigarette + USA = Tote
was der Sache höchst unangemessen ist und vor allem weiterhin gefährliche falsche Fährten legt. Die daran völlig unschuldige E-Zigarette wird gemieden, die bis dato damit erfolgreichen Ex-Raucher kehren zu ihrem Laster zurück, und vor Allem:

Es wird komplett unterlassen, den wirklich gefährdeten Nutzern diese wichtige Information zukommen zu lassen, dass sie sich beim Gebrauch von ölhaltigen THC-Kartuschen ( die es auch in EU gibt, bereits auch mit Vitamin-E gesichtet!) möglicherweise in Lebensgefahr begeben! Gleiches gilt auch für ölhaltige CBD Kartuschen zur Inhalation (Casereport Belgien?)

Dr. Dimitris J. Richter, FESC geht in seiner Abhandlung „E-Zigaretten für Kardiologen“ ( European Society of Cardiology ESC, Vol. 18, N° 4 - 11 Dec 2019) (6) auf das eher inhomogene Bild der Lungenerkrankungen einschließlich der seltenen interstitielle Riesenzell-Pneumonitis ein, ohne allerdings auf Co als Auslöser hinzuweisen:

“ The cases demonstrate a heterogeneous collection of pneumonitis patterns that include acute eosinophilic pneumonia, organising pneumonia, lipoid pneumonia, diffuse alveolar damage and acute respiratory distress syndrome (ARDS), diffuse alveolar haemorrhage, hypersensitivity pneumonitis, and the rare giant-cell interstitial pneumonitis.“

Bei seinem umfassend, aber dennoch kritischem Abriss über die neuzeitlichen Alternativen zum konventionellen Rauchen (sehr aktueller Stand) kommt er aber zu einem erstaunlichen Resümee:

„(…)Ecigs and HNB devices can be helpful in order to mitigate the devastating effects of smoking.“

Ebenso die gleiche Richtung einschlagend, bezieht die französische Nationale Akademie der Medizin (Académie nationale de médecine) eindeutig Stellung, rehabilitiert partiell die E-Zigarette und rät Benutzern, keinesfalls rückfällig zu werden und zum Tabakrauch zurückzukehren! (7)

Es fehlen hier in D bis heute immer noch eindeutige Stellungnahmen und (bebilderte) Hinweise, was in Wahrheit der Auslöser dieser Erkrankung ist und dass bestimmte Konsumentenkreise davor dringend gewarnt werden müssen. BZgA (drugcom.de), BfR, DKFZ und auch die BÄK könnten mit Flyern und Beilagen bis in die Praxen dabei eine wertvolle, moderne Aufklärungsarbeit leisten!

Es muss da schon absolut löblich hervorgehoben werden, dass wenigstens aus der Szene selber in einem cannabisaffinen Magazin ( Grow!; 1/2020 ) ein ausführlicher zweiseitiger Artikel erschien.

In sämtlichen anderen Medien wird weiterhin die E-Zigarette fälschlicherweise adressiert.

----------------------------------------------
(1) https://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1916433?articleTools=true
(2) https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMsr1915313
(3) https://www.sciencemediacentre.org/expert-reaction-to-two-papers-on-e-cigarettes-vitamin-e-acetate-and-vaping-associated-lung-injury/
(4) https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/vitamin_e_in_zigaretten.pdf

(5) https://www.cdc.gov/tobacco/basic_information/e-cigarettes/severe-lung-disease.html
(6) https://www.escardio.org/Journals/E-Journal-of-Cardiology-Practice/Volume-18/cardiologists-and-smoking-alternatives-what-we-should-know

(7) http://www.academie-medecine.fr/lacademie-nationale-de-medecine-rappelle-les-avantages-prouves-et-les-inconvenients-indument-allegues-de-la-cigarette-electronique-vaporette
Avatar #732154
Christamüller
am Samstag, 21. Dezember 2019, 13:24

Tocopherole & THC mit Contact Dermatitis und Allergy

@Cryonix: Das acetylierte Tocopherolactetat ist die thermostabilste Form der unterschiedlichen Tocopherole, d.h. beim Erhitzen pyrolisiert es nicht in erster Linie wie Tocopherole zu CO2 , H20 und Kohlenstoff, bzw anderen organischen Zwischenprodukten einer unvollständigen Verbrennung, sondern dimerisiert, und polymerisiert. Das gilt aber nicht für das Sublimieren, d.h. Temperaturen unterhalb des Siedepunktes (180 Grad C) .

Aus der Dermatologie sind zahlreiche Hapten induzierte spezifisch cutane Reaktionen des Tocopherolacetat, und der nicht veresterten Formen seit mehr als 50 Jahren bekannt, ua contact dermatitis als großflächige makulo-papuläre Urtikaria, nach Auftragen auf die Haut aus Kosmetika (vergl .Rycroft et al, 2001, Textbook of contact dermatitis, Seite 417).
Oral aufgenommene Tocopherole haben unterschiedliche, zT gegensätzliche Wirkungen auf die Lungenfunktion. Das kann bei Inhalation der Tocopherole bei sensibilisierten Personen zu schwerstwiegenden Komplikationen führen. Auch können cutane Urticaria die FEV1 beeinträchtigen (Zusammenhang zwischen Asthma und Neurodermitis), mit einerseits Verbesserung der FEV1 bei alpha-tocopherol, andererseits Verschlechterung mit Hyperreagibilität und Restriktion bei gamma-tocopherol (Absenken der FEV1). Das könnte auch für den inhalatorischen Aufnahmeweg gelten. Das weiß jeder, der mal mit Anaphylaxie zu tun hatte „The vitamin E isoforms α-tocopherol and γ-tocopherol have opposite associations with spirometric parameters: the CARDIA study”, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4003816/

Inwieweit das auch auf die veresterten oralen Formen zutrifft, ist noch in Untersuchung, Offensichtlich gibt es Personen, die zur allergischen Disposition neigen, während andere stabil sind. Ähnliches findet man bei Kamille, dessen Teeauszug entzündungshemmend wirkt, andererseits aber auch bei disponierten Personen cutane und respiratorische Allergien auslösen kann, zB bei Reinigung der Konjunktiva mit Kamillenextrakt, oder beim rectalen Einlauf (cave!).

Richtig spannend wird es , wenn dann noch in warmes Aerosol verpackte sensibilisierende Übergangsmetalle mit oxidierenden Eigenschaften aus der E-Zigaretten-Elektrode wie zB Mangan-IV, hinzukommen. Dann wird es richtig unübersichtlich, weil die Tocopherole, wie auch andere organische Moleküle oxidiert werden, wieder miteinander reagieren, oder die dermatologisch gut untersuchten Sensibilisierungen durch Chrom-III, Nickel, Beryllium, Cobalt, oder deren Gemische aus der E-Zigaretten-Elektrode einen zusätzlichen allergisierenden Effekt in den Atemwegen auslösen können. Die Oxido-Reduktion von organischen Molekülen an Metallelektroden ist ein alter Hut in der organischen Chemie. Und dann kommt noch die Chelatisierung von Tocopherol und THC mit den vorhandenen Metallionen hinzu, unter möglicher Ausbildung von allergisierenden Haptenen.

Das gleiche gilt für THC, das eine von Terpenen abgeleitete phenolische Struktur aufweist, nämlich unter Einfluß von Sauerstoff, E-Zigaretten-Metallelektode, Wärme zur condensation, dimerisierung, polymerisation, chealtisierung mit Schwermetallen neigt, unter Ausbildung von allerdisierenden Haptenen mit positivem PRICK Test. Bei vorheriger Sensibilisierung ( analog zu Ambrosia Samen in der Atemluft) sind die Probleme vorprogrammiert.

Cabrera-Freitag P et al, Anaphylaxis Related to Passive Second-Hand Exposure to Cannabis sativa Cigarette Smoke in Adolescents. J Investig Allergol Clin Immunol. 2019 Aug;29(4):298-300. doi: 10.18176/jiaci.0376.

Ein richtig netter Coctail. Am Ende weiß niemand mehr, welcher Stoff was am Lungengewebe gemacht hat.
Avatar #767798
Cryonix
am Sonntag, 15. Dezember 2019, 05:39

Interessante These,

sowohl dem THC (ich ergänze auf ölige Darreichungsform, inhalativ) als auch dem Vitamin E (ich ergänze: die oxidationsgeschützte Form, das Tocopherylacetat) einen irgendwie nennenswerten Beitrag zur Ausbildung schwerster respiratorischer Insuffizienzen pneumonieartiger Natur abzusprechen, liegen doch aktuell in den Vereinigten Staaten alle intensiv- und pulmologischen Stationen mit - unter Corticoid-Gabe zwangsbeatmeten - Patienten sowie alle Friedhöfe bei GLEICHZEITIGER Gabe beider Substanzen voll davon.

Haben Sie zur Ätiologie und Pathogenese neuere Erkenntnisse?
Avatar #767798
Cryonix
am Samstag, 14. Dezember 2019, 15:55

Po 210

Da ich hier einer versierten Fachfrau aus der Laboratoriumsmedizin gegenüberstehe, muss ich leider passen, da kann ich nicht parieren.

Nur so viel, und das nur zunächst auf den letzten Absatz bezogen: Po210 war überhaupt nicht gemeint! LiPo ist eine gängige Abkürzung für Lithium-Polymer (Akku). Ein formbarer Tütenzellenakku, der nicht auswechselbar ist.
Trotzdem spielt Po210 eine Rolle und das bedauerlicherweise künftig wieder mehr. Denn dank der Verbote(US) gepaart mit fortwährend fehladressierter Beschuldigung der E-Zigarette schwören immer mehr Benutzer davon ab, um sich ab nun wieder die Po210-reichen Glimmstengel reinzuziehen. (1) Die Thoraxchirurgie wird sich nicht beklagen können, es werden bald wieder deutlich mehr Lobektomien auf dem OP-Plan stehen.

Nun doch noch ein Satz mehr:
Es findet mit keinem Wort Erwähnung, ob die Liquid-Analyse aus dem Inhalt des Verdampfers oder aus der Liquid -Vorratsflasche vom Küchentisch gezogen wurde. Bei Ersterem könnte die Heizwendel eine Rolle spielen.
Der Fallbericht will weismachen: E-Zigarette + Co = interstitielle Pneumonie. Diese These läßt sich aufgrund international keiner gleichartigen Vorkommnisse absolut nicht stützen!
Nehme ich aber Cannabis=THC (und das geht nur in öliger Formulierung!) + Co, kommen wir den wahren Zusammenhängen schon deutlich näher. Unterstellt man dabei (Glaskugel) ggf. Beschaffung vom Schwarzmarkt, kommen wir einem Volltreffer bedenklich nahe, denn die CDC hat in untersuchten Schwarzmarkt-Kartuschen auch die ganze Palette an Schwermetallen gefunden. Was den Kontaminationsweg dorthin aber völlig im Unklaren belässt!
--------------------------------------------------------------
(1) https://owndoc.com/pdf/Polonium-tobacco.pdf
Uralt, aber lesenswert! (en) 32 S.
Avatar #732154
Christamüller
am Samstag, 14. Dezember 2019, 13:05

§§ Inhalatives THC = Risenzellpneumokoniose???

Ich hoffe nicht, daß irgend jemand diese – irrationale - Kausalität über möglicherweise inhaliertes Hartmetall errichten will, ohne hierfür naturwissenschaftlich nachvollziehbare Beweise zu liefern. Für diese hypothetische Kausalität von THC=Riesenzelle gibt es, soweit ich das überblicken kann, weder epidemiologische noch mit naturwissenschaftlicher Denkgesetzgebung nachvollziehbare Untersuchungen. Wenn ich an meinen Pathologiekurs im 5. Semester zurückdenke, bildet der Körper Riesenzellen dann aus, wenn er eingedrungenes Material nicht auf andere Weise eleminieren kann, um dann in Apoptose überzugehen, damit die lieben netten Makrophagen den Rest erledigen.

Auch ist die Diskussion der aus der Arbeitsmedizin uns alten Hausärzten bekannten Ölpneumonie wohl bekannt. Aber bitte nicht in den Zusammenhang mit der Inhalation von Terpenen (Chinaöl etc) bringen, einem seit Jahrtauschenden bekannten Verfahren zur Linderung respiratorischer Entzündungen. Da sind industrielle Konzentrationen notwendig, verkörpert in den MAK Werten. Bekannt ist, dass THC chemisch gesehen ein lipophiles phenolisches Terpen ist, das unter Lufteinfluß und Wärme kondensiert bzw verharzt, ähnlich wie andere phenolische Terpene.

Man sollte in der Analogisierung vorsichtig sein, wenn man einführen will, dass THC über das verdampfende Polykondensat zu irreversiblen, fortschreitenden restriktiven Lungenfunktionsstörung, im besonderen Pneumokoniose, führt. Dann dürften wir die altbekannten Kneippschen Therapien mit Inhalatoren gleich ad acta legen.

Zur Lösung von THC nur das Folgende: als lipophiles Markomolekül, ähnlich Clarithromycin mit Lactonstruktur, das sich ebenfalls vorzugsweise in den Leukos der Lunge anreichert, oder Colcichin (Leukoskonzentration), kann THC in die polare Matrix von Cyclodextrinen (zB cavamx) eingelagert und in polaren Lösungsmitteln gelöst werden, um dann in Wärme / Luft ohne Kondensation als Aerosol / Tröpfchen zu verdampfen. Inhaliert werden nach außen hin polare Aerosole, die im Inneren das lipohile Molekül tragen, geht auch mit anderen micellen bildenden lipo-polaren Substanzen, zB Vitamin E. Einfach mal nachschauen in der COPD, oder Asthma Therapie, wo derartige inhalatoren– ohne Schwermetallverdampfer - verwendet werden.

Die Diskussion des Casereports bezog sich aber auf eine E-Zigaretten Verdampfungsvorrichtung, aufweisend Hartmetalllegierung insbesondere metallisches Kobald = Riesenzellen = Pneumokoniose (ganz vereinfacht). Diese Sachzusammenhang ist epidemiologisch und naturwissenschaftlich in der Literatur ab 1948 bis dato untersucht und dokumentiert. Gilt auch für andere inerte Metalle (Hartmetalle) und darüber Silikate, wie aus den umfangreichen arbeitsmedizinischen Regelwerken der Berufsgenossenschaften zu entnehmen ist. Auch berücksichtigt werden muß, dass die renale Co-Ausscheidung in der Bevölkerung unter 1 Mikrogramm/ Liter liegt. Wenn hier Co für die Riesenzellpneumokoniose verantwortlich wäre, müssten Co-Werte über 1 Mikrogramm / liter urin gemessen werden. Metallisches Co, wie es im Hartmetalllegierungen vorkommt, wird aber von den Oxydoreduktasen der Alveolarmakrophagen ionisiert, und in ionaler Form renal eliminiert. Das gleiche gilt für Ni und Cr. Nur bei Überlastung des detoxifizierenden Oxydoreduktasesystems, zB in Gegenwart von Carbidlegierungen, kommt es zu Ablagerungen von Co mit Ausbildung der arbeitsmedizinisch bekannten Pneumokoniose. Das allerdings erst nach 6 – 30 Jahren Expositionsdauer (8 Stunden Schicht) bei Hartmetallarbeitern. Da sah es aber in der Arbeitsluft der Fabriken anders aus, als in der Inhalationsluft des E-Verdampfers. Zum Glück gibt es diese – kostenintensiven – Fabriken nicht mehr.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1002/3527600418.mb0162stad0039

Die Restriktion schreitet allerdings auch fort nach Absetzen der auslösenden Noxe, sofern keine antiphlogistischen Maßnahmen (oder colchicin oder hydroxychloroquinine) ergriffen werden, vergleiche auch Paraquatfibrose. Ablagerungen sind auch für HAES nachgewiesen, nämlich intrazelluläre und interstitielle Ablagerung dieser modifizierten Stärkemoleküle nach iv Infusion.

Für Titel führenden Causalzusammenhang müsste aber „metallisches“ Kobald im Körper (Lungengewebe, Urin?, Vollblut?) nachgewiesen worden sein. Aus dem Abstract kann ich da nichts extrahieren.

Nachgewiesen haben die Kollegen nur Kobald im Liquid, möglicherweise mit ICP-MS, da müsste die Ladung angegeben sein, d.h. Metall oder doppelt negativ geladenes Kobaldion, da metallisches und ionales Kobald unterschiedliche Ladungen haben. Fraglich bei diesem verfahren ist auch, ob nicht bei der Plasmaverdampfung ionale Negativladungen von Kobald induziert werden. Der ionale Nachweis dürfte allerdings bei dieser komplexen pyrrolytischen Mischung sehr schwer werden, genau so wie aus Abwasser jetzt den genauen Ladungszustand eines speziellen Metalls zu ermitteln, wegen der hohen Fragmentdichte im gefragten Ladungsbereich.

Um dieser Endlosdiskussion vorzubeugen mit Hochspekulationen von allen Seiten hätte, wie schon ausgeführt, bei der CE – Zertifizierung für das Inverkehrbringen der E-Zigaretten-Verdampfungsvorrichtung in der EU die Grundlageninformation über die mögliche - inhalative - Freisetzung von Elektrodenmaterial ermittelt werden müssen. Das ist hier nicht der Fall, zumindest hat keine Seite Daten offen gelegt.

Ähnliches gilt für die so genannte Fußbadelektrólyse. Hier haben die – unwissenden - Betreiber, vorbei an der CE-Zertifizierung, die Anwender munter mit Edelstahlelektroden behandelt, zT dann auch noch im Urin – post elektrolyse - die ganze Palette von Schwermetallen als renales Ausscheidungsergebnis nachgewiesen (detoxifizierung gelungen!), das bei gewissenhafter Prüfung mit dem Metallmuster der Elektrode übereinstimmte. Edelstahl soll ja besonders inert und „unschädlich“ sein, aber nicht , wenn er als Elektrode verwendet wird. Da entsteht hexavalentes krebserregendes Cr.

Um Widerholungen zu vermeiden verweise ich auf meine Ausführungen über die ionale Freisetzung von Metallionen aus der Elektrodenmatrix unter Bestromung, ähnlich einer Verdampfungselektrolyse. Das ist alles aus der anorganischen Chemie bekannt. Der Fehler war, dass niemand das Schwermetallprofil im Urin gemessen hatte, nach Inhalation. Unabhängig davon sind die hohen Ni und Si Konzentrationen im Liquid extrem gesundheitsbedenklich, insbesondere wegen der bekannten adäquat causalen Auswirkung auf Lungen-Fibroblasten mit Ausbildung der Restriktion. Ich würde niemandem empfehlen, Ni / Si haltige Lösungen zu schnüffeln.

Im übrigen dürfte wohl der Li/Po Akku - den sie anschuldigen für die Restriktion - von Putin`s KGB Inverkehr gebracht worden sein. Polonium (Po), das Sie hier als Akku-Metall erwähnen, wurde zwar in den USA bis zum Ende WW-1 als Zifferblattbeleuchtung verwendet, weil es im Dunklen so schön strahlt (alpha / beta-Strahler mit Gamma Wirkung), dann aber in den USA verboten. Die armen Handwerkerinnen, die die Uhren bemalten, strahlten dann auch, wie Litwinenko, noch Jahre nach ihrem Ableben. Ein derartiger, möglicherweise in Russland betriebener Inhalatorakku ist tödlich, und auch von dem KGB-Verbrecher Putin gewollt.
Avatar #767798
Cryonix
am Samstag, 14. Dezember 2019, 09:28

Anm. Fehlerkorrektur

Das Beispiel in der Fußnote ist natürlich völlig falsch, Bitte um Entschuldigung! Bei Verdopplung der Spannung am gleichen Widerstand ergibt sich die 4-fache Leistung - bei Halbierung 1/4*P
Avatar #767798
Cryonix
am Samstag, 14. Dezember 2019, 09:16

Legierungszusammensetzungen helfen wenig

Trotzdem vielen Dank für Ihre Patentrecherche zu den Möglichkeiten verwendbarer Heizdrahtmaterialien – die sind mir durchaus bekannt. Der Vollständigkeit halber seien hier noch NiFe, Rein-Ni und reines Ti angefügt. Was aber mit dem berichteten Fall ebenso wenig zu tun hat, wie eine E-Zigarette!

Wenn Sie USA + Lungenerkankung + Cannabis (genauer THC) + Schwarzmarkt verknüpfen, wird eine Kausalität daraus. Das geben mittlerweile ja auch die CDC nach monatelangem Zieren zu.

Kehren wir doch bitte einmal zurück zu den FAKTEN des Falls!

1. Eine 49jährige Frau, die in den vorausgegangenen 6 Monaten vor ihrer Erkrankung CANNABIS inhaliert hat (1) (2), weist eine seltene Lungenerkrankung auf, die am ehesten dem klinischen Bild einer solchen entspricht, wie sie bei Minenarbeitern auftreten kann.
2. Das analysierte Liquid weist hohe Konzentrationen an Metallionen auf.

Mehr an Belastbarem liegt leider nicht vor!

Und der Rest der Geschichte?

Die ganzen Meldungen über den Fallbericht sind gespickt mit „hätte“, „könnte“, ,“möglich“, „wahrscheinlich“, „vielleicht“ und „vermutlich“ – ich bedauere, von wegen offenkundig nachgewiesen! In Bezug auf Co-INDUZIERTE interstitielle Pneumonie bestenfalls ein V.A. – aber kein G. Das sind alles nur Mutmaßungen, schon fast Kaffeesatzleserei. Und der Fall liegt bald 3 Jahre zurück! Warum wird der Bericht darüber nun jetzt gerade veröffentlicht?

Da wir hier schön beisammen die Köpfe unter ein schwarzes Tuch stecken und Knöchelchen werfen: vielleicht sind´s die 150 Mio $, die Michael Bloomberg jüngst in die Kriegskasse gegen die E-Zigarette geworfen hat, die locken?

"Hätten" die behandelnden Ärzte Serum, Liquor und Urin im Labor untersucht, und "wären" dabei ebenso hohe Belastungen gefunden worden, dann "könnte" man jetzt von Gewissheit sprechen.

Immer noch USA! „….kommen nur die E-Zigaretten als Auslöser infrage.“ entspricht im Ductus genau den, an den Haaren herbeigezogenen Begründungen des Massachusetts DPH, um auf den 25. September einen Notstand der öffentlichen Gesundheit auszurufen, was durch den Gouverneur unverzüglich in einem Verbot von E-Zigaretten mündete. Am 11. Dezember proklamiert eben dieses DPH, der Grund für die (weiterhin fortbestehende) Lungenerkrankungen sei UNBEKANNT! (3)(4)

Noch unverschämter, unverfrorener kann man die Bevölkerung nicht belügen! Kein einziger Hinweis auf die THC Kartuschen, geschweige denn eine konkrete Adressierung an einschlägige Nutzerkreise mit Hinweis auf Lebensgefahr, das Zeug weiter zu benutzen.

Die einzigen Anstrengungen dazu kommen aus der Cannabis Industrie, die sich – in Teilen – eine TPD2 Regulierung sehnlichst herbeiwünscht, da bisher ganz in Wild-West Manier das billigste am Markt für die Einweg-Kartuschen verwendet wurde. 0,02$/Stück – vermutlich Versand includiert. Da braucht es auch keine wissenschaftliche Überprüfung meiner Einwendung – simpelste Marktregeln verbieten den Einsatz irgendwie höherwertigerer und damit sogleich teurerer Heizspiralen. (5)

Untersuchungen für Schwermetall-Intoxikationswege kommen ebenfalls von dort und leider nicht von der FDA. Dabei sind nicht nur die hier aufgeführten Kontaminanten, sondern noch Pb, Cd, Hg sogar BeO-Keramiken im Focus. Das alles bedarf dringend der Aufklärung und ja, auch einer Regulierung.

In den USA!

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(1) https://www.webmd.com/lung/news/20191205/vaping-may-have-triggered-lung-illness-typically--only-seen-in-metalworkers?src=RSS_PUBLIC#1
(2) Cannabis ist nur trocken vaporisiert inhalierbar; im Zusammenhang mit „Liquid“ kann nur ein THC-ÖL in Frage kommen, da THC lipophil und in üblichen E-Zigaretten-Liquids unlöslich ist. Die passenden Einweg-Kartuschen werden als „THICK OIL ATOMIZER“ vertrieben und sind nicht als E-Zigarette, sondern vielmehr als E-Joint zu bezeichnen
(3) http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/12/massachusetts-dph-destroys-its-own.html
(4) http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/12/the-height-of-irresponsibility.html
(5) Hier als Muster vorliegender Auto-Vapepen hat einen Coil-Widerstand von 2.5~2.7 Ω, typisch für nahezu temperaturbeiwertsloses Kanthal, was für regelungsfreies* Aufschalten direkt auf den Akku vonnöten ist. *da billig
"...und schon erhöht sich der spezifische Widerstand der Heizspirale, um die gewünschte Verdampfungshitze zu erzeugen." Erhöhung des Widerstandes resultiert in Verringerung der Leistung! Bsp.: 2*R=1/4*P

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Hier noch der verloren gegangene Verweis aus dem letzten Kommentar:
http://www.restrade.ch/assets/Dokumente/Kanthal/Datenblatt-D-Draht.pdf
Avatar #732154
Christamüller
am Samstag, 14. Dezember 2019, 02:48

US-Patentschriften und Heizspirale von E-Zigarettenvorrichtung

@Cryonix
Ihre Einwendungen halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Sie sind auch keine Nebelkerzen (Zinkrauch bzw ZnO). Meine Ausführungen zur Schwermetallexposition durch die Heizspirale und Verdampfungsdüse der E-Zigaretten-Vorrichtung habe ich der US Patent Application Publication 8511318B2, aus 2014 entnommen, eine der zahlreichen Veröffentlichungen, in welchem die hier fraglichen Schwermetalle benannt sind für Heizdraht und Düse. (https://patents.google.com/patent/US8511318B2/en).

“The vaporization nozzle 17 may be made of conventional ceramics, or be made of aluminum silicate ceramics, titanium oxide, zirconium dioxide, yttrium oxide ceramics, molten silicon, silicon dioxide, molten aluminum oxide. The electric heating element arranged within the vaporization nozzle 17 may be made of wires of nickel chromium alloy, iron chromium aluminum alloy, stainless steel, gold, platinum, tungsten molybdenum alloy, etc., and may be in the shape of straight line, single spiral, double spiral, cluster or spiral cluster wherein the straight line and cluster are preferred. The heating function of the electric heating element may be achieved by applying a heating coating on the inner wall of the tube, and the coating may be made from electro-thermal ceramic materials, semiconductor materials, corrosion-resistant metal films, such as gold, nickel, chromium, platinum and molybdenum”.

Sie können auch in der Datenbank des USTPO eine Fülle von Literatur zu der chemischen Zusammensetzung von Heizspiralen und Verdampfungsdüsen aus E-Zigaretten Vorrichtungen entnehmen.
Das Eisen fehlt noch in der Metall-Auflistung der Kollegen, wie ich angemerkt hatte, und schon erhöht sich der spezifische Widerstand der Heizspirale, um die gewünschte Verdampfungshitze zu erzeugen. CrNiFe-Stahl, zB X15CrNiSi25-4 weist einen Geasamtanteil von Cr+Ni von bis zu 30 Gew-% auf, der Rest ist Fe mit Beimischungen von C, Si Mn, P, Co, Al etc. er ist ein idealer Heizwiderstand in Anwesenheit von Mg mit abnehmender Leitfähigkeit / erhöhtem Widerstand ( vergl Martiensen & Warlimont, 2004, Condensed Mater and Material Data, Seite 258ff, 297ff; oder Christensen, 1971, Grundlagen der allgemeinen und anorganischen Chemie, Seite 146ff.) , der kommerziell mit Variationen verwendet wird. Nur weil die Kollegen kein Mg, Fe nachgewiesen haben, bedeutet das nicht, dass diese Metalle nicht vorhanden sind. Das nachgewiesene Si ist typischer Bestandteil von Widerstandsdraht. Ob sich eine interstitielle Pneumonie mit Riesenzellen auch unter dem Einfluß von Co-, Ni-, Cr- und /oder Silikationen ausbildet, die offenkundig nachgewiesen wurden, weiß ich nicht, ich bin keine Pathologin sondern Hausärztin. Metallstaub hat mit Metallionen genau so viel gemeinsam, wie Zinn mit Zinnober, und sollte hier bei der Kausalität beachtet werden.

Welche chemische Zusammensetzung Heizspirale und Verdampfersdüse im speziellen Fall aufweisen, war aus dem Abstract nicht zu entnehmen. Nur eines: Co und Ni finden sich auf Grund ihrer chemischen Ähnlichkeit bzw Stellung im Periodensystem der Elemente häufig in Legierungen ideal und untrennbar auf Grund der „Hume-Rothery-Phase“ vereinigt, auch wenn Co nicht deklariert ist, zB im Raney Nickel. Das gleiche Problem gibt es auch bei Reinzink-Elektroden, die einen Restteil von Pb aufweisen, auf Grund der Humey-Rothery-Phasen des Metallgitter, der aber nicht deklariert ist. Das versteht man allerdings nur, wenn man sich an das Chemiepraktikum für Mediziner, 2. Semster erinnert, und die toxikologische Verbindung zwischen dem Auftreten von Co in Ni-Legierungen auf Grund der Hume-Rothery-Phase vermutet, und dann beim Ga1vanik-Arbeiter auch noch das nicht deklarierte Co im Blut auffindet, das mit der nicht vollständig deklarierten Metallphase übereinstimmt. Zumindest sollte bei der CE-Vergabe geprüft werden, ob die Vorrichtung die hier fraglichen Metallionen freisetzen kann und in welchen Mengen. Das wäre die Pflicht der Hersteller. / Inverkehrbringer. Über die grundsätzliche Verwendung eines "AutoVapepen" mit reinem THC auf das Lungengewebe habe ich keine Kenntnis.
Avatar #767798
Cryonix
am Freitag, 13. Dezember 2019, 15:48

Ja was denn nun?

@ Christamüller,
Analysiert wurde nur das Liquid. Sie wollen aber glauben machen, die VERMUTETE Intoxikation könne nur von der Heizspirale stammen, die beim Verbrennen Metallstäube und Dämpfe freisetzt. Oder wie ist der Hinweis auf Arbeiter, die durch spanende Verfahren, Schweißrauche (Zink), Hatutkontakt Galvanik damit in Berührung kommen, zu verstehen?

Welche Analyte wurden in den renalen Ausscheidungen nachgewiesen? Welche in der Lavageflüssigkeit?

Wenn Sie die News der angelsächsischen Magazine studiert haben, wissen Sie, dass die Frau seit 6 Monaten ausschließlich Cannabis inhaliert hat. Und das ist mit einer E-Zigarette unmöglich. Genauer genommen wird sie hochpotente THC-Cartridges mit einem Auto-Vapepen benutzt haben. Und da sind gerade Spezialisten aus Colorado dabei, einen möglichen Weg für Co nachzuweisen. Die einzige Quelle für Co ist der Akku!

Die Cartridges kosten 0,02$ und für den benötigten Widerstandsbereich sind NiCr-, sowie VA- Heizwendeln viel zu niederohmig, enthalten kein Co und sind außerdem deutlich zu teuer!

Es wird nur Kanthaldraht verwendet, der aus etwa 75% Fe, 5% Al und 20% Cr besteht (1) – und weder Co, noch Mn enthält, welches aber ebenso in der Zellchemie von LiPo Akkus enthalten ist.

Wäre nur ein Funken an der Behauptung, der Intoxikationsweg für Co hätte etwas mit einer E-Zigarette zu tun, wahr, lägen bei weltweit 50Mio Benutzen mittlerweile alle Friedhöfe voll davon.

Aber schön Verwirrung gestiftet – damit sind Sie hier in guter Gesellschaft!
Avatar #732154
Christamüller
am Freitag, 13. Dezember 2019, 01:30

Lungenfibrose durch Cobald-Nickel-Chrom

Das Liquid-E-Zigarette weist nach Angaben der Autoren auf Nickelionen 30 ng/mL, Cobaldionen 0,6 ng/ml, und Chrom-VI-ionen 0, 38 ng /mL. Alle 3 Schwermetalle lösen inhalativ eine Lungenfibrose aus, sind bei inhalativer Exposition Zwangsvorsorgen in der Arbeitsmedizin (ArbMedVV) , mit Sperrung des Arbeitsplatzes bei Verweigerung, Dann weiterhin viel Spaß mit den Schermetallen. Das mit der E-Zigarette ist genau so, wi wenn ein Arbeiter in einer Chrom-Nickel-Galvanikfabrik seine Zigarette mit seinen schmutzigen, Schemermetallbehafteten Fingern raucht. Da findet sich dann auch, oh Wunder, Nickel und Chrom im Blut und Urin (über die Lunge).
Avatar #732154
Christamüller
am Freitag, 13. Dezember 2019, 00:55

Chrom-Nickel-Cobald induzierte Lungenfibrose

Das Liquid der E-Zigarette spiegelt die metallurgische Zusammensetzung der Verdampfungsspirale wider, nämlich V2A Stahl, oder Chirurgenstahl, oder auch Chrom-Nickelstahl. Der ist zwar grundsätzlich rostbeständig, setzt aber in der Hitze Metallionen frei. Das Eisen fehlt hier noch als Hauptbestandteil. Sowohl Nickelionen als auch Chrom-VI-ionen sind potente Lungencarzinogene, gut bekannt in der arbeitsmedizinischen Fachliteratur. Cobald, Cadmium steht in der gleichen Nebengruppe im Periodensystem der Elemente wie Nickel, und führt zu Allergien, aus der Dermatologie gut bekannt (Cobaldbrillenbügel mit Exaktem temporal), bzw über Blockade von Metallothionein zur Auslösung von Krebs (alles bekannt, durch umfangreiche Untersuchungen der Berufsgenossenschaften) ). Für das Lungengewebe gibt es nur sehr wenige Verdampfungselektroden, die keine toxischen Schwermetallionen freisetzen, auch Zinkionen wirken gerade in der Lunge hoch allergen (Zink-Rauch aus Rauchpatronen). Platinelektroden sind extrem gefährlich, über Gold gibt es keine Negativberichte. Cortisol wäre hier das Mittel der Wahl gegen die Fibrose.
Avatar #767798
Cryonix
am Freitag, 6. Dezember 2019, 15:29

Heftigen Widerspruch

erfährt diese "Publikation" bereits von den Kollegen:

Prof. John Britton, Director of the UK Centre for Tobacco & Alcohol Studies and Consultant in Respiratory Medicine at the University of Nottingham

Dr. Nick Hopkinson, Reader in Respiratory Medicine at Imperial College London, Medical Director of the British Lung Foundation

https://www.sciencemediacentre.org/expert-reaction-to-case-study-of-an-individual-who-developed-a-lung-disease-following-use-of-a-cannabis-e-cigarette/
Avatar #772075
Floxie16
am Freitag, 6. Dezember 2019, 12:58

Bildzeitungsniveau

Die Überschriften sind das, was sich beim Leser einprägt. Mir fiel sofort die Popcornlunge ein, auch das ein Titel, der sich als Windei heraus stellte. Ein Trauerspiel, dass eine an Ärzte gerichtete Zeitung da mit spielt.
Big P hat mich mit Fluorchinolonen vom, ansonsten kerngesunden, Patienten mit Bronchistis innerhalb weniger Jahre zum Krüppel gemacht. Und nun soll ich wohl wieder das Rauchen beginnen, damit man mich noch mehr schädigen kann? Ich muss mich sehr zusammen reißen, um nicht unsachlich zu werden. Menschen werden bewusst geschädigt, damit man an ihnen Geld verdienen kann. Und unsere Aufsichtsbehörden schauen zu, bzw. spielen mit. Im Grunde genommen löst ein Skandal den nächsten ab, aber alle Beteiligten verschließen die Augen, niemand übernimmt die Verantwortung, für die Opfer dieser gandenlosen Geldgier und der damit verbundenen Unwahrheiten. Ob diese Spezies morgens noch in den vergoldeten Spiegel schauen kann?
Avatar #736261
Dr. Peter Pommer
am Donnerstag, 5. Dezember 2019, 18:27

Gehirnwäsche?

Seitdem sich die e-Zigarette, bewiesen durch viele internationale Studien zu einer sehr erfolgreichen Option zur Beendigung der Tabakabhängigkeit erwiesen hat, vergeht fast kein Tag, in dem wir nicht im Newsletter des DÄ Artikel lesen, die in irgendeiner Weise die Schädlichkeit von E-Zigaretten herausstellen.

Ein kürzlich auch dort zu lesender Artikel bezifferte auch schon den Erfolg dieser Kampagne: Der Absatz von E-Zigaretten war deutlich zurückgegangen, um mehr als 10%.

Das bedeutet nicht Anderes, als dass diese Menschen wieder Tabak-Verbrennungszigaretten rauchen, deren erheblich größere Schädlichkeit und damit auch „Tödlichkeit“ ja bestens dokumentiert und wissenschaftlich belegt ist, wenn auch mich längerer Latenz.

Belegt ist auch seit der Hajek-Studie (NEJM 2019), dass sich die Lungenfunktion nach Umstieg auf e-Zigarette signifikant bessert. Nachdem nun im Rahmen der fast täglichen medialen Gehirnwäsche der Absatz der E-Zigarette erheblich abgenommen hat, muss der Absatz an COPD-Medikamenten zwangsläufig wieder zugenommen haben. Wer wohl hinter dieser Kampagne gegen die e-Zigarette steckt?

Dr. Peter Pommer
Internist und Pneumologe
LNS

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