StudierenNewsPolitikLänder für Anhebung der Altersgrenze bei Konversions­behandlungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Länder für Anhebung der Altersgrenze bei Konversions­behandlungen

Freitag, 14. Februar 2020

/master1305, stock.adobe.com

Berlin – Der Bundesrat hat heute über das Gesetz der Bundesregierung zum Verbot von Konversionsbehandlungen abgestimmt und Nachbesserungen empfohlen. Dabei geht es vor allem um die Anhebung der Schutzaltersgrenze.

In der Begründung heißt es, dass der Gesetzentwurf in Paragraf 2 ein generelles Verbot der Durchführung von sogenannten „Konversionsbehandlungen“ lediglich bei Personen unter 18 Jahren vorsieht. Angesichts der nachgewiesenen erheblichen schädlichen Wir­kungen dieser „Behandlungen“, für die keinerlei Indikation besteht, stelle sich die Frage, ob dies ausreiche.

Anzeige

Insbesondere junge Menschen sollten auch über das 18. Lebensjahr hinaus effektiv ge­schützt werden. Coming-Out-Prozesse fänden auch jenseits der Altersgrenze von 18 Jah­ren statt. Zudem könnten auch bei jungen Volljährigen finanzielle Abhängigkeits­verhält­nisse von Eltern bestehen.

Aus diesem Grund sieht das Kinder- und Jugendhilferecht eine Altersgrenze von 27 Jah­ren vor. Zumindest bis zu dieser Altersgrenze lägen oft noch der Minderjährigkeit ver­gleic­h­bare Gefährdungslagen vor. Deshalb hat der Bundesrat empfohlen, die Altersgrenze entsprechend anzuheben.

Darüber hinaus hat der Bundesrat mehrheitlich dafür gestimmt, dass die im Gesetz­ent­wurf vorgesehenen Ausnahmeregelungen im Werbeverbot und hinsichtlich der Strafbar­keit für Erziehungsberechtigte zu streichen.

Unterdessen hat der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) die vom Bundesrat empfohle­nen Nachbesserungen begrüßt. „Sogenannte Konversionsbehandlungen sind gefährlich und führen zu großem Leid bei den Betroffenen“, sagte Gabriela Lünsmann, Mitglied im LSVD-Bundesvorstand.

Die Sicherstellung des psychischen und physischen Wohlergehens von Lesben, Schwulen, bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen und der Schutz vor Schäden durch Kon­versionsbehandlungen seien Aufgabe des Staates.

„Wir fordern Bundesregierung und Bundestag dazu auf, sich im weiteren Gesetzgebungs­verfahren für notwendige Änderungen stark zu machen. Ziel muss ein effektives Verbot und die konsequente Ächtung dieser Angebote sein“, so Lünsmann.

Die Stellungnahme wurde der Bundesregierung zugeleitet, die in den nächsten Wochen eine Gegenäußerung verfasst und dann alle Dokumente dem Bundestag zur Entschei­dung vorlegt. Der Bundesrat ist bei dem Gesetz nicht zustimmungspflichtig. © hil/sb/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. März 2020
Berlin – Über die gesundheitliche Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Personen (LSBTI) ist in Deutschland wenig bekannt. Das erläutern die Autoren eines
Nur wenige Daten zur gesundheitlichen Lage von lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen verfügbar
12. März 2020
Berlin – Das von der Bundesregierung geplante Verbot sogenannter Konversionsbehandlungen zur vermeintlichen Heilung Homosexueller wurde von Experten bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des
Ärzte und Psychotherapeuten begrüßen geplantes Verbot von Konversionsmaßnahmen
10. März 2020
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) kritisiert ein mögliches grundsätzliches Operationsverbot, das zu einer Änderung des biologischen Geschlechts an Kindern und Jugendlichen führt, wie es ein
Bundesärztekammer gegen grundsätzliches Operationsverbot an Kindern mit unklarem Geschlecht
21. Februar 2020
Berlin – Da derzeit die Zahl derjenigen Kinder und Jugendlichen, die ihre empfundene geschlechtliche Identität im Widerspruch zu der ihnen personenstandsrechtlich zugeschriebenen
Ethikrat verabschiedet Ad-hoc-Empfehlung zur Trans-Identität bei Kindern und Jugendlichen
18. Februar 2020
Bochum – Ein neues Informationsportal zum Thema Intergeschlechtlichkeit hat die Ruhr Universität Bochum (RUB) vorgestellt. Es richtet sich an intergeschlechtliche Menschen, Eltern und Angehörige,
Infoportal zur Intergeschlechtlichkeit will aufklären
18. Dezember 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat seine Pläne für ein Verbot sogenannter „Konversionstherapien“ gegen Homosexualität verschärft. Im Kabinettsentwurf, der heute beschlossen wurde,
Verbotspläne für „Konversionstherapien“ verschärft
5. Dezember 2019
Stuttgart – Mit einem neuen Gesetz sollte der Arbeitsalltag von Prostituierten nicht nur in Baden-Württemberg verbessert werden. Etwas mehr als zwei Jahre ist das her. Gelungen ist das aber nicht
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

NEWSLETTER