StudierenNewsMedizinGrippeimpfung bisher mit guter Wirksamkeit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Grippeimpfung bisher mit guter Wirksamkeit

Freitag, 21. Februar 2020

/Jan-Becke, stock.adobe.com

Atlanta und Berlin – Die Grippeimpfung zeigt in dieser Saison eine gute Schutzwirkung. Die US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) schätzt die Impfstoffwirksamkeit in Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR 2020; 69; 177-182) auf 45 %. In Deutschland ist die Passgenauigkeit laut der Arbeitsgemeinschaft Influenza ebenfalls hoch.

Der Grippeimpfstoff muss wegen der langwierigen Herstellung in jedem Jahr schon 9 Monate vor dem Beginn der saisonalen Influenza konzipiert werden. Die Weltgesund­heitsorganisation (WHO) gibt jedes Jahr im März ihre Empfehlung ab. Dass sich die Vorhersagen erfüllen, ist nicht sicher, da sich die Grippe-Viren in der Zwischenzeit verändern können.

In diesem Jahr scheint die WHO eine gute Wahl getroffen zu haben. Die CDC gibt die Impfstoffwirksamkeit mit 45 % an (95-%-Konfidenzintervall 36 bis 53 %). Das ist deutlich mehr als im letzten Jahr, als die Impfstoffwirksamkeit nur 29 % betrug.

Am höchsten ist die Schutzwirkung mit 55 % (42 bis 65 %) bei Kindern. In der Alters­gruppe über 50 Jahren liegt sie bei 43 % (19 bis 60 %), bei Erwachsenen zwischen 18 und 49 Jahren dagegen nur bei 25 % (3 bis 41 %).

Die meisten Infektionen werden in diesem Jahr von Influenza B/Victoria-Viren und von Influenza A (H1N1) pdm09 verursacht. Die Impfstoffwirksamkeit beträgt 50 % (39 bis 59 %) beziehungsweise 37 % (19 bis 52 %).

Den CDC wurden in diesem Jahr bisher 92 Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gemeldet. Dies ist allerdings nur die Spitze eines Eisbergs. Die CDC schätzt die Zahl der jährlichen Todesfälle in allen Altersgruppen auf 12.000 bis 61.000.

Das Nationale Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren hat zuletzt (7. Krankheitswoche) ebenfalls überwiegend Influenza A (H1N1) pdm09 in den eingeschickten Proben gefunden, an 2. Stelle folgte Influenza A(H3N2) vor Influenza B/Victoria-Viren.

Laut dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza werden alle zirkulierenden Influenzaviren von den Impfstoffen erfasst. Dies bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Impfung auch erfolgreich ist.

Die Wirkung beruht darauf, dass das Immunsystem die erforderlichen Antikörper in einer ausreichenden Menge produziert. Dies ist von Person zu Person unterschiedlich. Im Alter lässt die Wirksamkeit der Impfung infolge einer „Immunseneszenz“ nach.

Alle bisher untersuchten Viren waren übrigens auf die 3 zugelassenen Neuraminidase-Inhibitoren Oseltamivir, Zanamivir und Peramivir empfindlich. Die Wirkstoffe erzielen allerdings nur eine Wirkung, wenn sie in den ersten 24 Stunden nach Einsetzen der Symptome oder präventiv eingesetzt werden. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. März 2020
Nijmegen und Berlin − Nach einer unter Wissenschaftlern lange umstrittenen Hypothese löst eine Impfung mit Lebendviren eine unspezifische Aktivierung des Immunsystems aus, die die Geimpften auch
Können Tuberkulose-Impfstoffe die Abwehrkräfte gegen SARS-CoV-2 verstärken?
21. März 2020
Berlin - Der amtierende Chef des Tübinger Biotechunternehmens CureVac, Franz Werner Haas, hält bereits ab Herbst die Versorgung zehntausender Menschen mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus für
CureVac-Chef: Ab Herbst könnten Zehntausende Corona-Impfstoff erhalten
17. März 2020
Berlin/Tübingen – Jüngste Medienberichte über einen mutmaßlichen Versuch der USA, sich exklusiven Zugriff auf einen möglichen SARS-CoV-2-Impfstoff aus Deutschland verschaffen, haben für Diskussion
CureVac: „Es gab kein Angebot aus den USA“
17. März 2020
Bethesda/Maryland – In Seattle haben gestern die ersten von 45 gesunden Probanden einer Phase-1-Studie einen experimentellen Impfstoff gegen das SARS-CoV-2 erhalten. Erste Ergebnisse könnten laut den
SARS-CoV-2: Erste Impfstoff-Studie hat in den USA begonnen
16. März 2020
Langen - Für die Pneumokokken-Impfstoffe Prevenar 13 und Pneumovax bestehen derzeit Lieferengpässe, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mitteilt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat deshalb
Pneumokokken-Impfstoffe nur noch für Risikogruppen
15. März 2020
Berlin - Zwischen Deutschland und den USA gibt es einem Bericht der Welt am Sonntag zufolge Auseinandersetzungen um ein Tübinger Unternehmen, das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus arbeitet.
Bericht: Deutschland und USA streiten um Tübinger Impfstoff-Firma
13. März 2020
Berlin – Älteren und vorerkrankten Menschen empfehlen die Behörden, sich gegen Pneumokokken, Influenza und Keuchhusten impfen zu lassen. Im Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 soll dies Komplikationen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

NEWSLETTER