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Medizin

Covid-19: ECDC veröffentlicht Empfehlungen zum Umgang mit Kontaktpersonen

Mittwoch, 26. Februar 2020

Mann mit Atemmaske steht auf einem Bahngleis mit vielen anderen Menschen. /sewcream, stock.adobe.com
/sewcream, stock.adobe.com

Stockholm – Der Umgang mit Personen, die Kontakt zu Sars-CoV-2-Infizierten hatten, könnte den Verlauf der Covid-19-Pandemie entscheidend beeinflussen. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) unterscheidet in einem Technical Report in Anlehnung an die Welt­gesund­heits­organi­sation 2 Gruppen.

Eine Exposition mit hohem Risiko besteht bei Personen, die im selben Haushalt wie ein Covid-19-Fall leben oder einen direkten körperlichen Kontakt mit einem Covid-19-Fall hatten, etwa durch Händeschütteln. In die Hoch-Risiko-Kategorie fallen auch Personen, die ungeschützten direkten Kontakt mit infektiösen Sekreten eines Covid-19-Patienten hatten, etwa nach Husten oder dem Berühren gebrauchter Papiertaschentücher mit der bloßer Hand. Ebenso stellt ein direkter Kontakt mit einem Covid-19-Fall im Abstand von weniger als 2 Metern über mehr als 15 Minuten ein hohes Infektionsrisiko dar.

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Auch Personen, die sich für 15 Minuten oder länger und in einer Entfernung von weniger als 2 Metern in einer geschlossenen Umgebung, zum Beispiel in einem Klassenzimmer, Besprechungsraum oder Wartezimmer eines Krankenhauses aufgehalten haben, gelten als Hoch-Risiko-Kontakt.

Als hochgradig gefährdet müssen auch Mitarbeiter des Gesundheitswesens eingestuft werden, die einen Patienten mit Covid-19 direkt betreut haben, oder Laboranten, die ohne empfohlene persönliche Schutzausrüstung mit Proben von einem Covid-19-Fall hantiert haben.

Hoch-Risiko-Kontakte im Flugzeug

Des weiteren sollten laut dem ECDC-Report Personen, sie sich im Flugzeug in Entfernung von bis zu 2 Sitzen (in jeder Richtung) eines Covid-19-Falls aufgehalten hatten, als Hoch-Risiko-Kontakt eingestuft werden. Das gleiche gilt für das Bordpersonal, das in der Nähe eines Covid-19-Falls eingesetzt wurde. Bei einem Patienten mit stärkeren Symptomen oder wenn sich der Patient während des Flugs vom Sitz entfernt hat, gelten Personen im gesamten Abschnitt des Flugzeugs als hoch-gefährdet.

Das ECDC rät, diese Hoch-Risiko-Kontakte über 14 Tage von den Gesundheitsbehörden täglich auf Symptome von Covid-19 überwachen zu lassen (Fieber, Husten, Atemprobleme). Die Hoch-Risiko-Kontakte sollten in dieser Zeit soziale Kontakte vermeiden, nicht reisen und jederzeit erreichbar sein.

In die 2. Kategorie mit einem niedrigen Expositionsrisiko fallen Personen, die sich weniger als 15 Minuten oder in einer Entfernung von mehr als 2 Metern in einer geschlossenen Umgebung mit einem Covid-19-Fall aufgehalten haben, oder die weniger als 15 Minuten persönlichen Kontakt („face-to-face“) in einer Entfernung von weniger als 2 Metern mit einem Covid-19-Fall hatten. Auch Aufenthalte in einem Beförderungsmittel jeglicher Art wird als niedriges Expositionsrisiko eingestuft.

Diese Personen müssen grundsätzlich nicht von Amts wegen beobachtet werden. Das ECDC rät zu einer Selbstüberwachung auf Covid-19-Symptome. Die Personen sollten über 14 Tage auf mögliche Symptome wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden achten. Je nach Gesamtsituation könnten laut ECDC auch weitergehende Maßnahmen ergriffen werden.

Bei einem Auftreten von Symptomen sollten sich Kontaktpersonen selbst isolieren und die Gesundheitsbehörden benachrichtigen.

Freistellung von der Arbeit nach ungeschütztem Kontakt im Gesundheitswesen

Bei Angestellten des Gesundheitswesens sollte nach einem ungeschützten Kontakt eine aktive Überwachung über 14 Tage erfolgen. In dieser Zeit sollten sie von der Arbeit freigestellt werden. Personal, das in persönlicher Schutzkleidung Umgang mit Patienten oder Proben hatte, sollte bei sich über 14 Tage auf Symptome achten. Eine Suspendierung vom Arbeitsplatz sei in dieser Zeit nicht notwendig.

Das Risiko von nosokomialen Infektionen wird als hoch eingestuft. Die ECDC verweist auf die Erfahrungen aus dem Zhongnan-Krankenhaus in Wuhan, wo von 138 Covid-19-Fällen 40 (29 %) beim Personal auftraten und sich 17 Patienten (12,3 %) in der Klinik infizierten. © rme/aerzteblatt.de

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