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Hochschulen

Medizinstudierende fordern Planungssicherheit für Staatsexamina und PJ

Freitag, 20. März 2020

/stock.adobe.com

Berlin – Die Medizinstudierenden fordern Hochschulen, zuständige Behörden und Politik dazu auf, schnellstmöglich Lösungen für die Durchführung von Staatsexamina und Praktischem Jahr (PJ) im Medizinstudium zu entwickeln und zu kommunizieren.

„Die Studierenden benötigen jetzt dringend Planungssicherheit“, heißt es heute von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd).

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Die gibt es derzeit tatsächlich noch nicht. Voraussichtlich werden zwar Abschluss­prüfungen und Staatsexamina in der Medizin aufgrund der Coronakrise in den nächsten Wochen und Monaten in veränderter Form durchgeführt werden. Dazu läuft derzeit ein gemeinsamer Abstimmungsprozess auf Bundes- und Landesebene. Ergebnisse dieser Abstimmung gibt es aber momentan noch nicht.

Das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) und die Deutsche Hochschulmedizin empfehlen jedoch den zuständigen Ministerien, die Studierenden nicht länger in Ungewissheit zu lassen und möglichst rasch Lösungen zu finden.

Sie plädieren vorausschauend dafür, das für April geplante große schriftliche Examen (M2) bereits jetzt auf das Jahr 2021 zu verschieben und die zum M2 bereits zugelassenen Studierenden direkt ins Praktische Jahr (PJ) zu schicken. Sie könnten das M2 dann in einem Jahr nach einer erneuten Lernphase zusammen mit dem M3 absolvieren – so wie es vor Jahren generell üblich war („Hammerexamen“), erläuterten Vertreter des IMPP und des Medizinischen Fakultätentages dem Deutschen Ärzteblatt.

Bei den Medizinstudierenden stößt dieser Vorschlag auf Widerstand. Sie erkennen zwar an, dass es im Zuge der COVID-19-Pandemie zu massiven Einschränkungen im täglichen Leben komme und dass diese auch die Studierenden betreffen könnten, die für die Staatsexamina lernen. „In der aktuell sehr undurchsichtigen Lage sprechen wir uns aber weiterhin dafür aus, die Examina unter adäquaten Maßnahmen des Infektionsschutzes durchzuführen“, sagte Aurica Ritter, Präsidentin der bvmd, heute im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt.

Die Beurteilung der Machbarkeit der Examina liege außerhalb des Verantwortungs- und Kompetenzbereiches der Studierenden, räumte Ritter ein. „Sofern eine Durchführung der Examina nicht möglich ist, sollten diese entsprechend aktueller internationaler Beispiele ersatzlos erlassen werden“, schlug sie vor.

„Wir sprechen uns in diesem Rahmen entschieden gegen die Einführung eines neuen „Hammerexamens” aus“, sagte sie. Man vertraue darauf, dass die Verantwortlichen nur nach gewissenhafter und weitsichtiger Abwägung entscheiden.

„Das Wichtigste ist jetzt, schnellstmöglich kulante Konzepte zu entwickeln und konkrete Informationen unverzüglich zu kommunizieren“, stellte die bvmd-Präsidentin klar. „Die psychische Belastung unter den Examenskandidierenden ist aktuell so hoch, dass diese Ungewissheit nicht länger tragbar ist.“ © ER/aerzteblatt.de

Leserkommentare

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Avatar #822275
MedStud192837465
am Montag, 30. März 2020, 23:26

Update zur verordnung des BGA

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/abweichung-approbationsordnung.html
Avatar #822275
MedStud192837465
am Freitag, 27. März 2020, 20:21

Petition läuft!!

Unterschreiben und an Freunde weiterleiten: Initiative Faire Bedingungen für Praktisches Jahr und Staatsexamina im Medizinstudium in der COVID-19-Pandemie!: https://www.openpetition.de/petition/online/faire-bedingungen-fuer-praktisches-jahr-und-staatsexamina-im-medizinstudium-in-der-covid-19-pandemie
Avatar #822275
MedStud192837465
am Donnerstag, 26. März 2020, 13:21

Medizinstudenten Hände gebunden - In der Corona Krise

Unter folgendem Titel habe ich nun ein Youtube Video erstellt, auf dem ich diese Problematiken anspreche.
Dabei teile ich wie viele andere auch die Meinung, aus Fairness, das M2 zu erlassen!

Gerne könnt ihr mich unterstützen, indem ihr das Video weiter teilt, damit möglichst alle Menschen in Deutschland erfahren, wie unsere derzeitige unfassbare und ungerechte Lage ist!

Link zum Video: https://youtu.be/cHFro6HxFM4

Beste Grüße!
Avatar #822155
MEDI Student
am Mittwoch, 25. März 2020, 21:38

M2 erlassen!!!

Alles andere wäre nicht fair. Denkt auch an unsere Gesundheit!
Avatar #821996
Medizinstudent6799729
am Dienstag, 24. März 2020, 16:45

Wann gibt es endlich Klarheit?

Mittlerweile wünscht man sich nur noch einen verbindlichen Beschluss wie es weitergeht.
Aber die Leute so lange ohne jegliche Transparenz über die Entscheidungsfindung im Dunkeln zu lassen, macht die Situation schwieriger, als sie ohnehin schon ist.
Avatar #821901
Wertschätzung 2020
am Dienstag, 24. März 2020, 12:18

PJ-Jahrgang 2020 - fairer Umgang!

Wertschätzung junger Medizinstudierender sieht anders aus! Kurz vor dem 2. Staatsexamen, die Studierenden aus der Bahn zu kippen ist mehr als arg! Ich schreibe dies als Mutter einer betroffenen Medizinstudentin, und ich bin entsetzt, M2 nicht wie vorgesehen nach Ostern 2020 durchzuführen.
Ich beziehe mich aktuell auf den gestern vom Kabinett verabschiedeten „Entwurf eines Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“, Seite 24/25 (zu Nummer 7, zu Buchstabe b)
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/S/Entwurf_Gesetz_zum_Schutz_der_Bevoelkerung_bei_einer_epidemischen_Lage_von_nationaler_Tragweite.pdf

Die Medizinstudierenden bereiten sich seit Wochen intensiv vor und werden durch die Covid-19 bedingten Umstände im wichtigen letzten Studienabschnitt ihrer Medizinerausbildung in jedem Fall massive fachliche Abstriche hinnehmen müssen. Nach der nun avisierten kurzfristigen Absetzung werden diese Studierenden mehr oder weniger enttäuscht ob der fehlenden Wertschätzung, die man ihnen entgegenbringt, in ein in jeder Hinsicht sehr schwieriges PJ gehen. Sie werden zwar, sofern sie in den nächsten zwölf Monate nicht nur für Handlangerdienste wie Fiebermessen eingesetzt werden, sicher auch sehr viel Erfahrungen sammeln und reifen. Aber die Verantwortlichen dieser Entscheidung sollten auch einbeziehen, dass die zu erwartende physische Beanspruchung auch für junge Leute, eine enorme mentale wie auch gesundheitliche Belastung sein kann. Sie müssen sich neben einem voraussichtlich eher als irregulär zu bezeichnenden PJ, gezwungenermaßen erneut - diesmal auf ein doppeltes - Examen im Frühjahr 2021 vorbereiten, vielleicht auch noch neben einer laufenden Dissertation und eventuell zusätzlicher familiärer Belastungen. - Respekt sieht anders aus. Einmal ganz abgesehen davon, dass diejenigen, die diesen Weg lanciert haben (IMPP und MFT), sich in kleinster Weise mit der Studierendenvertretung, dem BVMD, um eine GEMEINSAME oder zumindest abgestimmte Lösung bemüht haben. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass 2020 solches Verfahren über die Köpfe junger Menschen hinweg möglich ist!

Keine Frage, die Corona-Pandemie erfordert von allen besondere Anstrengung und Flexibilität. Aber der Weg, M2 kurzfristig abzusetzen und stattdessen Hals über Kopf die Examenskandidaten von heut auf morgen irgendwo (als Hilfskräfte) einzusetzen, erscheint auch - organisatorisch - nicht durchdacht sondern ist nur voluntaristisch und wird so schnell kaum von Nutzen sein. Dafür sollte den Medizinstudierenden die Prüfung jetzt NICHT versagt werden. Alternativ könnte man in Deutschland wertschätzend und fair für diesen Prüfungsjahrgang ersatzlos auf M2 verzichten!

Da noch nicht alles 100%ig festgezurrt zu sein scheint, habe ich noch einen Funken Hoffnung auf Vernunft und Empathie der an diesem Prozess beteiligten Verantwortlichen ...
Avatar #821638
Mopar66
am Dienstag, 24. März 2020, 11:53

Wie lange müssen wir noch warten

Nun wird sogar darüber gesprochen den Abiturienten diesen Jahres die Prüfung zu erlassen, wann erfahren wir endlich wie es weiter geht?

Die einen wollen wissen wann und ob sie Prüfen müssen, andere wie ich, sitzen mangels Betreuung zuhause mit ihren Kindern ohne jede Möglichkeit adäquat weiter lernen zu können.

Am ende wollen wir doch alle nur Ärzte werden und helfen - also wann dürfen wir dies endlich? Und müssen wir dafür wirklich noch einmal beweisen, was wir schon mehrfach unter Beweis gestellt haben?

Lasst und nicht weiter im Dunklen und vor allem lasst uns Helfen!

Avatar #821849
Medizin123456789
am Montag, 23. März 2020, 19:28

PJ nur mit erlassenem M2!

Jenes, an den Tag gelegte Verhalten der zuständigen Institutionen ist absolut inakzeptabel!

Brächten wir diesen Umgang mit unseren Patienten an den Tag, welches uns durch die aktuelle Gesundheitspolitik beschert wird, wären wir arbeitslos.

- Kein Mitbestimmung
- Keine Rechte
- Keine Kompromisse
- Entscheidungen über den Kopf hinweg
- In Kenntnis setzen von Diagnosen über Dritte
- Kein respektvoller Umgang usw.

Wir studieren seit Jahren, forschen, lernen und helfen wann immer es geht. Nahezu alle Studentinnen haben Schulden, teils wenig Zeit für das private Leben. All das nehmen wir gerne und bewusst in Kauf, da wir unseren zukünftigen Beruf aus Überzeugung ausführen wollen!

Und was erfahren wir aktuell? Wir dürfen das entscheidende Examen nicht schreiben, da es zu wenig Räumlichkeiten gäbe und der organisatorische Aufwand zu groß wäre?! (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111191/Hammerexamen-koennte-voruebergehend-wieder-eingefuehrt-werden)

Darüberhinaus befinden sich M2 derzeit in einem "besonderen" Wandel...

So viele Menschen verlieren gegenwärtig ihre gesamte Existenz, kaum einer hat genug Reserven für diese harte Zeit. Es ist furchtbar und auch uns Helfer wird bewusst ein Mangelzustand zugefügt?

Uns wird das Examen genommen, damit wir, nach aktueller Lage, ca. 3-4 Wochen vorher ins das PJ starten? Irgendwo in Deutschland verteilt? Weg von jenen Menschen, die uns Kraft geben und uns stärken?
Ohne jegliche Information?

Seit über 4 Monaten lernen wir täglich (!) für diese große Prüfung, die, wie jede andere, wichtig für unsere berufliche Tätigkeit ist. Warum werden die willigen und qualifizierten Helfer so beschnitten?
Drei Wochen vor dem regulärem Termin ist immer noch keine konkrete Aussage vorhanden, ob, was, wenn ja, wo und wann! Unfassbar!

Sollte M2 tatsächlich verschoben werden hieße dies, dass wir nebenher im PJ noch exzessiver und tiergehender lernen müssten, also ohnehin schon.
Dabei möchten wir uns ganz auf unsere Patienten konzentrieren!
Wir sollen also tagsüber Empathie zeigen, während immer im Hinterkopf sitzt, dass nach dem 10 Std. Tag noch gelernt werden muss? Und am Wochenende Nachtdienste schieben, da es teilweise immer noch 0€ Vergütung im PJ gibt?
Geschweige denn Zeit mit dem (Ehe)Partner, den Kindern oder den Freunden?

Können so gute Ärztinnen und Ärzte herangezogen werden? Nein!
Wir wollen nicht "mehr", wir wollen das geplante Examen schreiben, um endlich weg vom Schreitisch und ran an den Patienten zu können!

Solange die Verantwortlichen so mächtig in ihren Entscheidungen sind das Examen zu verschieben, solange können, nein, müssen sie und die Approbation allen scheinfreien erteilen oder mindestens M2 entfallen lassen.

Dadurch können wir bereits im PJ vollwertig und mit ganzer Hingabe praktizieren. Wir könnten die Situation deutlich besser entschärfen, könnten wir bereits selber agieren und handeln. Oder soll ein Assistenzarzt für 40 Patienten und 3 PJ´ler jedes neu angesetzte Movicol und jedes abgesetzte Pflaster absegnen?

Keiner der Beteiligten darf sich wundern, warum so viele Mitarbeiter des Gesundheitssystems abwandern.
Erst recht nach diesem Dilemma werden noch mehr zukünftige Ärztinnen und Ärzte Deutschland verlassen. Und für jene, die sich z.B. noch in der Vorklinik o. ä. befinden, ist dies ein großes Alarmsignal wie mit uns umgegangen wird.
Deutschland zu verlassen ist die einzig korrekte und logische Reaktion auf diese und weitere Aktionen!
Avatar #820557
Medizinstudent34544
am Montag, 23. März 2020, 14:21

M2 müsste einfach gänzlich ausfallen und nur noch M3(2021)stattfinden lassen. Alles andere ist absolut unfair

Wir müssten gleich arbeiten mit all den Risiken und trotzdem noch bestrafft werden zeitlich, psychisch und finanziel. Also wieder in einem Jahr weitere 100 Tage kreuzen bei einer Durchfallquote von 0.4% ist doch total lächerlich. Haben die Italiener mehr Respekt für die jungen Medizinern oder was ist nun Sache?
Ich will sicher helfen und ich habe schon angefangen zu helfen aber die Entscheidung sollte uns belohnen für unsere Bereitschaft und unsere wertvolle Zeit sowie unsere Vorbereitung auf die Prüfung.

Deswegen M2 zwei gänzlich auszufallen und uns direkt in die vor Ort medizinische Zentren schnellstmöglich integrieren wäre eine angemessene Entscheidung

Beste Grüße und vielen Dank
Avatar #821735
Albatross
am Montag, 23. März 2020, 00:54

Wo ist das Problem am M2 F2020?

Hallo,
ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ein M2 im Frühjahr ist machbar!
Fakt ist: Menschen sollen eine Distanz von 1,5-2 m zueinander wahren. An der RWTH sind zurzeit 52 Examenskandidaten angemeldet. Viele Klassenräume, Seminarräume und Kongresshallen stehen leer, und das sieht in anderen deutschen Städten sicherlich nicht anders aus. Wir sind der Frühjahrsturnus und nicht der Herbst-Turnus. Wir sind nicht jeweils 300 Mann stark!
Natürlich müssten auch Aufsichtspersonen organisiert werden. Aber auch hierfür gibt es Lösungen, vielleicht kann man sich hier Anregungen holen: https://www.daslandhilft.de/
Dies bedeutet natürlich einen Mehraufwand in der Organisation, aber wer hat den nicht in dieser Krise? Da ist es natürlich leichter und bequemer das Examen einfach zu verschieben.
Und auch ich empfinde die Äußerung einen "Benefit" durch das Verschieben des M2 zu bekommen als ignorant und realitätsfern! Ach was für ein Benefit monatelang umsonst gelernt zu haben, ach so ein Benefit aber auch, dass ich das dann neben dem PJ noch einmal machen darf.
Es trennen uns noch 23 Tage vom M2. Ruhetage mit eingerechnet dürfte der Großteil den gesamten Stoff gelernt haben (!) und begibt sich jetzt nur noch in die Wiederholungsphase. Wir haben unsere Arbeit gemacht! Jetzt sollen wir den Lernstress nicht mit einem bestandenen Examen belohnen dürfen, trotz abflachender Neu-Infektionszahlen?
In 3 Wochen stehen wir den Kliniken dann mit Examen zur Verfügung.
Werden wir denn tatsächlich jetzt sofort benötigt? Wieso muss das RKI dann ermahnen, dass alle Kliniken bitte keine geplanten Eingriffe mehr durchführen sollen? Und es ist äußerst nobel anderen Ländern und Menschen zu helfen, aber ist das Gesundheitssystem dann wirklich jetzt gerade schon so am Limit dass wir nicht einmal mehr unsere Prüfung ablegen dürfen?
Zu dem Kommentar "Eltern bedenken" möchte ich gerne ergänzen, dass auch ich mir wünsche studierende Eltern mögen bitte mitberücksichtigt werden, sofern dies überhaupt möglich ist. Aber scheinbar gibt es keine geschlossene Elternschaft. Gerade Eltern sind darauf angewiesen langfristig zu planen, sonst hat man als Mutter leider keinerlei Berufschancen. In meinem Fall heißt das, dass ich seit einem 3/4 Jahr lerne. Mein Mann hat sich extra Elternzeit genommen, ich habe jede Hilfe aquiriert, die mir möglich war. Diese Hilfen kann ich nicht beliebig oft anfordern und schon gar nicht noch einmal im kommenden Jahr. Weiterhin möge man bitte auch schwangere Examenskandidaten berücksichtigen. Ihnen bleibt nur die Möglichkeit bei einem Verschieben des Examens ihr Babyjahr im Lernstress zu verbringen oder das Examen in 1,5- eher 2 Jahren mitzuschreiben. Hier gehen temporär Arbeitskräfte verloren!
Avatar #791573
BroRom
am Sonntag, 22. März 2020, 15:55

Warten warten warten...

...und achja, sich auf ein Staatsexamen vorbereiten.
Es vergeht wieder ein Tag an dem sich ca. 4500 Studenten den Kopf darüber zerbrechen, was mit Ihnen passiert, wo sie sein werden, ob es sich überhaupt lohnt weiter zu lernen.

Eine Änderung wäre, wenn schlüssig, logisch nachvollziehbar und fair, sicherlich akzeptierbar für viele Studierende.
Nicht akzeptierbar ist hingegen die nicht existente Kommunikation und die mangelnde Transparenz in der Entscheidungsfindung.
Die Studenten derart im Dunkeln zu lassen bezüglich ihrer eigenen Zukunft ist unprofessionell, frech und wenig empathisch.
Versetzen Sie sich in die Lage der Studierenden...Viele von Ihnen würden das nicht mit sich machen lassen.
Avatar #820629
MedStud2020
am Sonntag, 22. März 2020, 13:04

Pro Examensdurchführung

Einige Punkte:
1. Das Examen durchzuführen bedeutet nicht, dass alle Medizinstudierenden in den Kliniken fehlen.
2. Hunderte Beamte (Lehrer) und leere Klassenzimmer stehen zur Verfügung, um geordnete Prüfungen durchzuführen.
3. Frau Jüngers Argumentation aus Schutzgründen M2 zu verschieben ist nicht logisch, solange wir alle sowieso auf Infizierte treffen werden im Rahmen des PJs.
4. So wichtig, wie die Öffnung von Supermärkten ist, ist ebenso wichtig, die medizinische Infrastruktur zu stützen. Dazu zählt die Ausbildung inkl. M2 und M3.
5. Es ist sehr schade, dass Frau Jünger sich zunächst an journalistische Formate wendet und dort Auskunft erteilt, während die gesamte Studentenschaft seit Tagen darum bittet, Informationen zu erhalten.
6. Frau Jünger bezeichnet das Verschieben von M2 hin zum Zeitpunkt nach dem PJ in den selben Zeitraum, in dem das dritte Staatsexamen durchgeführt werden soll, als Benefit für Studierende (Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111191/Hammerexamen-koennte-voruebergehend-wieder-eingefuehrt-werden). Es gibt keinen Benefit. Es resultiert eine erneute (!) monatelange Vorbereitungszeit sowie die zeitliche Kollision mit der Vorbereitung für M3.

Zuletzt an die (wenigen) Unkollegialen, die das Examen anscheinend nicht schreiben wollen und ihren überhöhten, fast geheuchelt anmutenden Altruismus und ihren Hang zur Selbstdarstellung in den Vordergrund stellen müssen, während sie hier jedem unter die Nase reiben, dass sie jetzt unbedingt ausschließlich für Coronainfizierte da sein müssten: Meldet euch vom Examen ab, wenn ihr überzeugt seid, dass genau diese kurzfristige Entscheidung förderlich ist, um langfristig (!) eine souveräne medizinische Versorgung für COVID-Patienten und andere Erkrankte zu gewährleisten. Es ist ein Armutszeugnis und dazu absurd, dass eine vom IMPP so schwach und unlogisch (s.o.) argumentierte Empfehlung ernsthaft die Prüfungsdurchführung in den Bundesländern zu verhindern droht.

Jeder einzelne Prüfling und jeder, der an den Prüfungstagen beteiligt ist sollte die derzeitige Ausgehbeschränkung absolut ernst nehmen. Tausende übrige Medizinstudierende können je nach Bedarf in den Bundesländern bereits jetzt in den Kliniken helfen. Insbesondere in Zeiten in denen die Kapazitätsgrenzen der Intensivmedizin noch nicht überlastet sind, ist es sinnvoll an der Ausbildung der Mediziner unverändert festzuhalten. Vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass aktuell nicht absehbar ist, wie lange sich die Ausbreitung des Virus ziehen wird, sollte man weiterhin ausbilden und prüfen, um auch für 2021 und 2022 ausreichend Mediziner zur Verfügung zu haben.

Übrigens: Es ist sogar sinnvoll medizinisches Personal mit durchgemachter COVID-19 in den Krankenhäusern zu beschäftigen - sollte also tatsächlich schon im Rahmen der Prüfungsdurchführung eine Infektion der Prüflinge eintreten, so gelten diese nach durchgemachter Erkrankung zu den besonders geeigneten Helfern - da sie weder neu erkranken werden noch andere Menschen im Krankenhausbetrieb anstecken. Es wird also ebenso auf immunisiertes Personal ankommen, damit das System nicht vollends kollabiert. Ich hoffe, dass dieser medizinische Aspekt bei den Medizinern und Nichtmedizinern, die über unsere Ausbildung entscheiden, verstanden wurde.

Vernünftig organisiert, ist die konsequente Ausbildung - gerade in Zeiten wie diesen - essentiell. Examensdurchführung und Solidarität schließen einander nicht aus.
Avatar #821066
Lauer87
am Samstag, 21. März 2020, 14:01

M2 Examen befreien lassen

Lassen Sie uns helfen! Geben Sie uns jungen Medizinern die Chance, ein Teil zu dieser Entwicklung, ! Zu helfen dort, wo Hilfe gebraucht wird- auf den Stationen- und das ist sicherlich jetzt gerade nicht zuhause am Schreibtisch!
Avatar #821117
Elfried Mayer
am Samstag, 21. März 2020, 13:51

Landesweite Absage von Prüfungen!

Landesweite Absage von Prüfungen. Jura, Abitur, IHK- alles. Weil diese Pandemie sonst nicht zu stoppen ist- siehe Italien. Eigentlich dürfte hier kein Diskussionsbedarf mehr bestehen! Es wäre eine Zumutung dies durchzuführen und auch eine Unmöglichkeit: mehr als 3 Menschen in einem Raum sind in Baden-Württemberg nicht mehr erlaubt, Ausgangssperren, Seuchengesetz. Nehmen wir uns in dieser Hinsicht ein Beispiel an den anderen europäischen Staaten!
Avatar #821066
Lauer87
am Samstag, 21. März 2020, 13:47

M2 Jetzt unmöglich

Bitte denken Sie an Studenten an. wir können nicht unter diese Umstände lernen. wir lernen nicht für Prüfung. Sie können Ausnahme weiße für diese Jahr die M2 Studenten von diese Examen befreien und sofort in das PJ zu senden. Ich verstehe nicht ,warum wird für Ihnen so schwere eine gute vorteilhafte Entscheidung für treffen .Die Studenten brauchen Motivation. Deutschland braucht uns
Deutschland braucht Hilfe ..was bringt M2 wenn wir in dieser Notsituation an statt im kranken haus arbeiten. sitzen wir vor PC für Sinnlose M2 sich vorzubereiten. Jede Student hat während Ihre Studium so viele Klausur geschrieben .
Jetzt verstehen sie warum Deutschland Ärztemangel hat. weil ihr so viel an Bürokratie denken.
Avatar #821087
Medizin93
am Samstag, 21. März 2020, 13:19

M2- JETZT absolut unmöglich.

Es geht hierbei nicht um eine willkürliche Entscheidung des IMPPS, des BMGs oder sonstigen beteiligten Parteien. Hierbei geht es um den Schutz der deutschen Bevölkerung. Zum Schutz, derjenigen schwachen, erkrankten, die jetzt die Hilfe brauchen. Zum Schutz derjenigen, die Tag und Nacht, Stunde für Stunde Hilfe leisten, und eigentlich selbst Hilfe benötigen. Komplett übermüdet, überlastet, nahezu kaputt. Es geht hierbei um den Zusammenhalt der deutschen Bevölkerung. Um das Arbeiten von Ärzten, Studenten, Pflegekräften Hand in Hand. Es geht hier jetzt, seit etlichen Jahren schon nicht mehr gefordertes, um das WIR. Um die deutsche Einheit.
Lassen Sie uns helfen! Geben Sie uns jungen Medizinern die Chance, ein Teil zu dieser Entwicklung, ein Teil zu dieser deutschen Geschichte beizutragen! Stellen Sie ein Äquivalent aus, damit wir SOFORT helfen können. Wir sind jung, haben Kraft und jeder der sich dazu entschieden hat, Medizin zu studieren sollte auch den unersättlichen Willen haben zu helfen! Zu helfen dort, wo Hilfe gebraucht wird- auf den Stationen- und das ist sicherlich jetzt gerade nicht zuhause am Schreibtisch!
Avatar #820771
M3 Student
am Samstag, 21. März 2020, 00:43

M3 - wie lange wird die Absage noch hinausgezögert?

Hierzu gibt es eine interessante Petition. Es dürfte klar sein, dass eine ersatzlose Streichung auch nicht das Optimum darstellt, aber die Alternative sind es noch weniger. Notenfindung und Nachprüfungen (falls im Einzelfall nötig) bei Approbation ohne Prüfung könnte im Laufe eines Jahres zb. durch die betreuenden Ober-, bzw. Chefärzte veranlasst werden.

Hier die wohl alternativlose Petition:

https://secure.avaaz.org/en/community_petitions/bundesministerium_fur_gesundheit_medizin_sofortige_approbation_fur_m3_examenskandidaten_zur_unterstutzung_des_gesundheits/
Avatar #820740
Dr. A. Rodenkirchen
am Freitag, 20. März 2020, 21:02

Das können Sie unserem Nachwuchs nicht antun!

Seit Monaten bereiten sich die Studierenden auf das große schriftliche Staatsexamen M2 vor, konzentriert, diszipliniert und die Tage zählend, bis es endlich vorbei ist. Nun gibt es Überlegungen, wegen der Coronakrise "zum Schutz der Studierenden" das Examen um ein Jahr NACH dem praktischen Jahr zu verschieben. Dabei ist unser Nachwuchs in den Krankenhäusern bestimmt einem größeren Infektionsrisiko ausgesetzt, als in einem großen Prüfungsraum. Den Kliniken dient er in der Krise als billige Arbeitskraft und auf den jungen Menschen selbst lastet das ganze Jahr der Druck eines erneuten Hammerexamens!
Alle Schulen und Turnhallen stehen zur Zeit leer!
Lassen Sie das Examen stattfinden! Notfalls mit Mundschutz und Schutzkleidung! Aber verschieben Sie es nicht um ein ganzes Jahr, dafür haben die Studierenden bereits zu viel investiert!
Avatar #820738
Doc-in-spe
am Freitag, 20. März 2020, 20:31

Benefit sieht anders aus - FATALER FEHLER

Italien hat es uns vorgemacht. Sie waren so schlau und haben den Studenten das Examen erlassen und mal eben 10 000 Ärzte eingestellt. Alle sitzen zur Zeit zu Haus und lernen für das M2 und M3 - Tausende!!! Ein richtiger Benifit wäre diese Studenten jetzt vom Schreibtisch in die Klinik zu holen - die Examen zu erlassen. M3 fällt eh keiner durch und M2 fast auch nicht. WIR LERNEN DOCH VIEL MEHR IN DER KLINIK - das M2 braucht zu diesem und auch zum späteren ZEITPUNKT kein Mensch!!!
Avatar #820729
MED1
am Freitag, 20. März 2020, 18:56

Frechheit

Dieses Vorgehen ist eine absolute Frechheit, eine Prüfungsabsage wird mit der möglichen Ansteckungsgefahr begründet, gleichzeitig sollen jetzt 4600 Prüflinge im KH an forderster Front gegen Corona kämpfen? Lächerlich und an die unkollegialen unteruns die anscheinend mal wieder ihr selbstüberhötes ICH zu Schau stellen müssen, meldet euch von der Prüfung ab und helft wenn ihr so darauf brennt.... Dieser übertrieben Berufsphatos nervt und hat weniger mit nächsten Liebe zutun als mit der chronischen streben nach Selbstüberhöhung. Letztendlich geht es hier schlicht und ergreifend billige Arbeitskräfte zu rekrutieren.
Avatar #553088
Dr. Harald Kaltenborn
am Freitag, 20. März 2020, 18:44

Beherztes Ja zum feststehenden Examenstermin

Jeder Mediziner hat sein „ 2. Staatsexamen“ noch in Erinnerung, das monatelange Sitzen am Schreibtisch zur Vorbereitung, die weitgehende soziale Isolation und den großen psychischen Druck. Die jungen Kolleginnen und Kollegen jetzt drei Wochen vor dem Termin um die Früchte ihrer Arbeit und Mühe zu bringen ist ein Desaster, der erlernten Stoff ist in einem Jahr selbstverständlich nicht ohne weiteres wieder abrufbar. Die Gründe für eine Verschiebung erschließen sich auch nicht, da die Prüfung traditionell ohnehin in großen Sälen an isoliert stehenden Einzeltischen in 1,50 m bis 2 m Abstand zum benachbarten Kandidaten stattfindet. Alles verschieben? Und in einem Jahr. Ist dann COVID-19 tatsächlich Geschichte? Können dann ohne weiteres Ressourcen bereitgestellt werden um zwei Jahrgänge gleichzeitig zu prüfen?
LNS

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