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Hochschulen

Medizinstudierende und Fakultäten reagieren mit Verständnis und Sorge auf geplante Neuregelungen

Dienstag, 24. März 2020

/dpa

Berlin – Verständnisvoll, aber auch kritisch beobachten Medizinstudierende und Medizinische Fakultäten die anstehende schnelle Verabschiedung des „Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“, dessen Entwurf das Bundeskabinett gestern beschlossen hat.

„Wir sehen eine Notwendigkeit hinter vielen der Regelungen“, sagte ein Sprecher der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) kurz nach dem Kabinettsbeschluss dem Deutschen Ärzteblatt.

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Die Kurzfristigkeit des Gesetzgebungsverfahrens werde jedoch nicht der inhaltlichen Bedeutung und Schwere der Eingriffe in die Rechte von vielen Menschen gerecht, meint die bvmd. „Wir als Medizinstudierende kritisieren, dass wir durch die Verordnungs­ermächtigung zur Verfügungsmasse des Bundesministers der Gesundheit gemacht werden, ohne dass dies der Kontrolle durch eine weitere staatliche Instanz unterliegt.“

Durch die neuen Regelungen soll der Bund in einer entsprechenden Notlage für einen befristeten Zeitraum zusätzliche Kompetenzen erhalten. Insbesondere soll das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium ermächtigt werden, „untergesetzliche Richtlinien, Regelungen, Vereinbarungen und Beschlüsse der Selbstverwaltungspartner anzupassen, zu ergänzen oder auszusetzen“ sowie „abweichend von der Approbationsordnung für Ärzte zu regeln, dass Medizinstudierenden infolge einer notwendigen Mitwirkung an der Gesundheitsversorgung keine Nachteile für den Studienfortschritt entstehen“.

Heftiger Widerstand gegen Neuauflage des Hammerexamens

Sorge bereitet den Nachwuchsärzten dabei besonders, dass der Gesetzentwurf es dem Bund erlaubt, die ärztliche Approbationsordnung kurzfristig zu ändern und Studierende stärker in die Versorgung einzubinden. Entsprechend könnte der zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2) hinter das Praktische Jahr gelegt werden. Dann würde entsprechend des Vorschlags des Medizinischen Fakultätentages die M2-Prüfung als „Hammerexamen“ gemeinsam mit der M3-Prüfung in einem Jahr abgelegt werden.

Bei vielen Medizinstudierenden stößt dieser Vorschlag auf heftigen Widerstand: „Lern- sowie Arbeitsausfälle stehen zu befürchten, sollte eine Zusammenlegung des zweiten und dritten Teilabschnittes der Ärztlichen Prüfung in einem sogenannten ,Hammerexamen‘ angestrebt werden“, erklärt Laura Pohl, Referentin für Medizinische Ausbildung in der bvmd.

Wenn eine entsprechende Änderung der Approbationsordnung komme, erwarte viele Studierende ein Belastungszustand, der deutlich über ein Jahr andauere. „Dies wird dazu führen, dass diese zu einem der möglichen Zeitpunkte, beispielsweise zwischen Praktischen Jahr und Examen, eine Pause einlegen und es somit trotzdem zu einer ungewollten und indirekt induzierten Studienzeitverlängerung kommt“, heißt es in einer Stellungnahme der bvmd.

Kritik an der wochenlangen Ungewissheit

Ferner stört die Studierenden momentan die Phase der Ungewissheit: „Wir fordern eine schnelle Entscheidung in Bezug auf den anstehenden zweiten Teilabschnitt der ärztlichen Prüfung, um die wochenlange Ungewissheit und Ängste der Studierenden endlich zu beenden“, betonte Pohl.

„Für die Examenskandidaten ist jetzt vor allem eine zeitnahe Entscheidung und Planungssicherheit wichtig“, betonte auch Philipp Schiller, Vorsitzender des Sprecherrats der Studierenden im Marburger Bund. Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass ein ausreichender Abstand zwischen M2 und M3 liegt.

„Außerdem fordern wir, dass es zu keiner Verlängerung der Studienzeit kommt, da dies sonst zu Verdienstausfällen auf Seiten der Studierenden und einem verspäteten Berufseinstieg dringend benötigter Ärztinnen und Ärzte führt“, erklärte der Medizinstudent.

Weitgehend positiv aufgenommen wird der gestern vorlegte Entwurf von den Medizinischen Fakultäten: „Wir freuen uns, dass die Bundesregierung damit schnell auf die äußerst dynamischen Entwicklungen reagiert“, sagte Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT), dem Deutschen Ärzteblatt. Damit werde es möglich, das Medizinstudium an die erschwerten Bedingungen während der Corona-Pandemie anzupassen und etwa das für April anstehende M2-Examen auf die Zeit nach dem Praktischen Jahr zu verschieben.

„Wir als Dachverband der Medizinischen Fakultäten sehen uns hier in der Verantwortung und bieten gern an, das BMG bei den erforderlichen Änderungen zur AO im weiteren Verlauf gemeinsam mit der Studierendenvertretung und den zuständigen Behörden und Ministerien der Länder zu beraten.“ Damit stelle man sicher, dass der Studienfortschritt für die Medizinstudierenden gewährleistet bleibe.

Auch die Studierenden fordern Kommunikation ein: Es müsse es einen offenen Austausch zwischen den Beteiligten und dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium geben, um die Änderungen der Ärztlichen Approbationsordnungen einem „Praxischeck“ zu unterziehen, bevor diese verkündet werden. „Wir empfehlen dringend ein vorangeschaltetes Anhörungs- und Stellungnahmeverfahren, um entsprechende Perspektiven und sinnvolle Alternativen zu eruieren“, heißt es in der Stellungnahme der Studierenden. © ER/aerzteblatt.de

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Avatar #822275
MedStud192837465
am Montag, 30. März 2020, 23:25

Update zur Verordnung des BGA

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/abweichung-approbationsordnung.html
Avatar #822530
Begleitung
am Freitag, 27. März 2020, 16:57

Neue Maßnahmen

Ich begleite seit langer Zeit Medizinstudierende in meinem privaten Umfeld. So wie jetzt mit euch allen umgesprungen wird entreißt mir jegliche Hoffnung auf Vernunft.
Der Großteil der Betroffenen ist unzufrieden. Vielleicht wird es Zeit mal neue Wege zu gehen. Ihr alle geht seit Jahren schwere Wege. Wege die ihr nicht aufgrund eines Gehaltes auf euch nehmt, sondern weil ihr helfen wollt! Ihr seid "systemrelevant", ihr seid lebenswichtig! Und ihr blickt in eine Zukunft voller Schichtdienste, Opfer und Überstunden. Ihr verdient mehr als das!
Seit Jahr und Tag nehmt ihr viele zum Teil unnötige Strapazen in Kauf, von didaktisch fragwürdigem Bulimielernen, Professor_innenwillkür bis hin zum unterbezahlten schuften im PJ. Ihr erklärt euch bereit diese tragenden Tätigkeiten auf euch zu nehmen um für eure Gesellschaft und die Menschen um euch herum da zu sein.
Nun ist es vielleicht an der Zeit eure Tragfähigkeit und eure Relevanz zu nutzen und zu demonstrieren um euch selbst zu schützen! Sollte das alles so umgesetzt werden, wie es nun im Gesetzesentwurf geplant ist, ist es vielleicht mal an der Zeit kollektiv und gemeinschaftlich das Ablegen der M2 Prüfung so kurz nach dem PJ zu VERWEIGERN. Ausdrücklich Erklären, dass ihr nicht hingeht, wenn es eurer psychischen und demnach auch körperlichen Gesundheit nur schaden würde und wenn euch nichts als Respektlosigkeit eurer bisherigen Leistung gegenüber entgegengebracht wird. Haltet ihr zusammen müssen Herr Spahn und alle beteiligten - auch die "verständnisvollen Fakultäten" - handeln. Ihr wisst alle selber aus Studium und durch eigene Erfahrung was übermäßiger Stress an Gesundheit kostet - ein Thema welches einen Ge­sund­heits­mi­nis­ter interessieren sollte.
Organisiert euch, nutzt eure kollektive Enttäuschung und Entrüstung, denn ein Ausfall einer ganzen Äzrt_innengeneration traut sich auch kein Herr Spahn einfach so hinzunehmen.
M2 erlassen oder boykottieren!

Aber zunächst folgenden Link unterschreiben und fleißig teilen.
Bleibt achtsam euch gegenüber - wir brauchen euch in gesundem Zustand!

https://www.openpetition.de/petition/online/faire-bedingungen-fuer-praktisches-jahr-und-staatsexamina-im-medizinstudium-in-der-covid-19-pandemie
Avatar #822155
MEDI Student
am Donnerstag, 26. März 2020, 19:16

M2 Befreiung!

M2 Befreiung und M3 wie immer nach dem PJ !
Avatar #822333
Studentenvater
am Donnerstag, 26. März 2020, 18:36

Unglaublich!

Unter dem Vorwand, dass für die 4600 Examenskandidaten lediglich 89 Prüfungssääle zur Verfügung stehen, sollen derart weitreichende und für die Examenskandidaten nachteilige Änderungen eingeführt werden. Angesichts auch im April leerstehender Hochschulen bleibt nur der Schluss, dass offenbar Organisationswille und -fähigkeit fehlt. Den Examenskandidaten wird damit eine unglaubliche Verachtung ihrer bislang gezeigten Leistungen und auch den durchaus kooperativen Vorschlägen ihrer studentischen Vertretung entgegengebracht. Meine Vorschläge: Durchführung des M2 zeitlich wie geplant und ggf. in reduziertem Umfang, adäquate Entlohnung im anschliessenden PJ, keine Anrechung der Fehlzeiten, die ggf. durch Infektion, Quarantäne oder ähnlichen Ausfallzeiten entstehen, M3 Examen in ausreichendem Abstand zum PJ. Damit bleiben 4600 hoch motivierte und qualifiziert Mediziner unserem Gesundheitssystem erhalten. Oder haben wir etwa zuviele Ärzte?
Avatar #822275
MedStud192837465
am Donnerstag, 26. März 2020, 13:17

Medizinstudenten Hände gebunden - In der Corona Krise

Unter folgendem Titel habe ich nun ein Youtube Video erstellt, auf dem ich diese Problematiken anspreche.
Dabei teile ich wie viele andere auch die Meinung, aus Fairness, das M2 zu erlassen!

Gerne könnt ihr mich unterstützen, indem ihr das Video weiter teilt, damit möglichst alle Menschen in Deutschland erfahren, wie unsere derzeitige unfassbare und ungerechte Lage ist!

Link zum Video: https://youtu.be/cHFro6HxFM4

Beste Grüße!
Avatar #820629
MedStud2020
am Donnerstag, 26. März 2020, 10:58

Fassungslos - Immer noch keine Entscheidung

1. Das IMPP gibt über das Deutsche Ärzteblatt bekannt, dass es empfiehlt, das zweite Staatsexamen zu verschieben. Dies steht ewig ungeklärt im Raum. Immer noch.
2. Herr Spahn reicht einen inhaltlich nicht tragbaren Gesetzesentwurf ein, der offensichtlich so weltfremd ist, dass der Änderungsbedarf die Entscheidungsfindung weiter verzögert.
3. Die Prüfungsvorbereitung wird mit jedem verstrichenen Tag ohne Entscheidung massiv gestört. Schon viel zu lang!
4. Mittlerweile führt die Bananenrepublik also wie geplant Abitur-Prüfungen durch und allen Verantwortlichen wird klar, dass diese ganze Verwirrungsstiftung komplett daneben ist und Probleme geschaffen wurden, die nicht notwendig gewesen wären, hätte man einfach nie die Examensdurchführung in Frage gestellt.

Dies ist das Resultat wenn Menschen in Positionen mit Verantwortung mehr reden und Statements abgeben, als ihren eigentlichen Aufgaben nachzukommen.
Avatar #822155
MEDI Student
am Mittwoch, 25. März 2020, 17:25

M2 Befreiung!!

Beste Lösung für alle!
Avatar #822167
medstudcgn
am Mittwoch, 25. März 2020, 17:15

Dreist.

Wenn der Entwurf vom BMG so durchgehen sollte (ggf. kein Wahlfach im PJ, 6 Wochen Vorbereitung für M2 abzüglich Nachholen quarantänebedingter Fehltage etc.) werde ich der Medizin erstmal den Rücken zukehren und mich als Erntehelfer verdingen. Alle anderen gut bezahlten Plätze bei Gesundheitsämtern und RKI dürften ja auch so gut wie weg sein. Nebenbei mache ich dann die Dissertation fertig und fange schon mal an norwegisch zu lernen. Spätestens nach dem Facharzt können sich dann Spahn und Konsorten im Urlaub in Skandinavien oder in der Schweiz von mir behandeln lassen. Eventuell würde ich die Vorschläge akzeptieren, wenn es im PJ endlich mal Mindestlohn geben würde... jetzt wo eh keine Lehre im PJ stattfinden wird (noch weniger als ohnehin), fällt dieses Argument ja auch endlich mal weg.
Avatar #822155
MEDI Student
am Mittwoch, 25. März 2020, 16:06

KEIN M2 !!! UNFAIR!!! UNFASSBAR! Psychoterror

Sogar über 1000 Strafgefangene sollen nun in NRW entlassen werden, um das Caronarisiko einzudämmen und uns wollt ihr in Hallen schreiben lassen!?! Jedem kommt ihr entgegen, ausser uns Medizinerin nicht!!! Dabei sind wir die, die uns momentan am Meisten aufopfern.
Zudem, dieses hin und her...das ist eine extremst psychische Belastung...Das M2 muss und sollte entfallen.
Allein jetzt, haben wir schon enorm hohe psychische Nachteile!
Wir sind junge Menschen, das Risiko infiziert zu sein und die restlichen Mitstudenten anzustecken ist viel viel hören...verläuft bei uns ja meist "unentdeckt"! GEGEN M2!!!!!!! Kommt uns entgegen, anstatt uns zu bestrafen.
Avatar #821066
Lauer87
am Mittwoch, 25. März 2020, 13:47

M2 Befreiung


Das Bastellösung wäre Studenten von M2 befreien.das ist Benefit sowohl für die Studenten als auch für LPA.
Avatar #820704
Wirus
am Mittwoch, 25. März 2020, 13:08

BIS WANN WARTEN?

Wann wird endlich entschieden?? Am 14.04 ?
Wann werden die zuständigen ihre Sitzung machen und die unmögliche Entscheidung treffen?
Diese Stille ist schlimmer als das Virus selbst!
also Verschieben? Entweder Ja oder Nein. Im Zweifel einfach Erlassen!
Avatar #821066
Lauer87
am Mittwoch, 25. März 2020, 11:50

M2 Befreiung

M2 Befreiung
M2 Befreiung
Das Bastellösung wäre Studenten von M2 befreien.das ist Benefit sowohl für die Studenten als auch für LPA. sie sollen nicht nur an sich denken sondern an Studenten und kranken Leute die zur zeit Hilfe brauchen. Jetzt sollen Sie so denken dass wir im krieg gegen Corona sind..aber leider ihr denken nur an M2 sie interessieren sich nicht für die kranken Leute, die zur Zeit Hilfe brauchen,
Avatar #822109
Fachärztin RLP
am Mittwoch, 25. März 2020, 11:18

Unfassbar!

Bereits Teile der Empfehlungen II der Deutsche Hochschulmedizin e.V. vom 18.03.2020 ließen erkennen, dass nun ein Anspruch auf Lehre und Leistungsnachweise im Medizinstudium einschließlich PJ offenbar zurücktreten sollen hinter eine Generierung günstiger Arbeitskräfte aus den Reihen der schwächsten Glieder im System Medizin, der Studierenden. Die Damen und Herren des Deutsche Hochschulmedizin e.V. sind sicherlich erfahrene und gestandene WissenschaftlerInnen und ÄrztInnen; sie verfügen vermutlich über ausreichende Bezüge im Falle von Krankheit oder sogar Berufsunfähigkeit durch Erkrankung oder Behinderung; so aber sind Medizinstudierende nicht aufgestellt! Wer kann heute einschätzen, welche gesundheitlichen Folgen eine Infektion mit dem Coronavirus und die Erkrankung Covid-19 bei jungen Menschen haben werden im Verlauf deren weiterer Leben, welche Folgeschäden auftreten können, und wenn dies nur für einzelne Betroffene problematisch sein sollte! Das Risiko einer Infektion ist bei der alltäglichen Stationsarbeit im PJ nach meinem Ermessen sicherlich wesentlich höher einzuschätzen als im Rahmen einer Examensprüfung in verkleinerten Gruppen oder im Rahmen von Unterricht und Lehrveranstaltungen im PJ! Auch in derzeit schwierigen und herausfordernden Zeiten gilt den Studierenden im PJ gegenüber eine klare Ausbildungs- und Aufsichtsverpflichtung durch ihre jeweiligen ärztlichen Leitungen!
An dieser Stelle gibt eine Erklärung von Frau Prof. Jana Jünger (IMPP) am 19.03.2020 dem Deutschen Ärzteblatt gegenüber und in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am 24.03.2020 auch keine Begründung dafür, weshalb eine gemeinsame Prüfung überwiegend junger Menschen in kleinen Gruppen ein höheres Risiko aufweisen soll als deren spätere Tätigkeit am Krankenbett! Ihre rein logistisch begründeten Bedenken sind unfassbar!
Nach Jahren des intensiven Lernens und engagierten Studiums soll den Studierenden ein angemessener und dem bisherigen hohen Stellenwert der M2-Prüfung entsprechender Abschluss ermöglicht werden, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Situation! Sie benötigen unser aller Solidarität und Unterstützung!

Avatar #822104
cgmpcamp
am Mittwoch, 25. März 2020, 10:59

M1 und M2 erlassen

Als Medizinstudent, zweifacher Familienvater und Arbeitnehmer im Rettungsdienst (86h/Monat) sehe ich die aktuelle Belastung als überbordend!! Die einzige vernünftige Lösung ist der Verzicht auf die M1 und M2 Prüfungen. Im Vorfeld mussten ohnehin alle Teilleistungen in Prüfungen erbracht werden. Damit wurde die Qualifikation als Kliniker bzw. PJler bewiesen. Jede andere Maßnahme wäre kontraproduktiv und ein Schlag ins Gesicht eines jeden Medizinstudenten!
Avatar #821066
Lauer87
am Mittwoch, 25. März 2020, 10:25

M2 Befreiung

M2 Befreiung
Das Bastellösung wäre Studenten von M2 befreien.das ist Benefit sowohl für die Studenten als auch für LPA. sie sollen nicht nur an sich denken sondern an Studenten und kranken Leute die zur zeit Hilfe brauchen. Jetzt sollen Sie so denken dass wir im krieg gegen Corona sind..aber leider ihr denken nur an M2 sie interessieren sich nicht für die kranken Leute, die zur Zeit Hilfe brauchen,
Avatar #822091
Pata
am Mittwoch, 25. März 2020, 10:10

Bitte helft uns!

Ich bin eine der Betroffenen und ich bin nur noch verzeweifelt. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Wieso geht man so mit uns um? Sind wir denn gar nichts wert? Nicht nur, dass ein Hammerexamen geplant ist, die Vorverlegung des PJs so spontan um 5 Wochen stellt mich vor unlösbare Herausforderungen.
Ich habe meine Unterkunft entsprechend den regulären PJ Zeiten mit Start Mitte Mai geplant, so wie viele andere auch. Sollen wir jetzt 5 Wochen auf der Straße leben?
Ja es ist eine ernste Situation, aber momentan gibt es genügend Famulanten und Freiwillige, die die Klinik unterstützen und sogar heimgeschickt werden, weil nichts zu tun ist.
Wieso kommt man zu dieser Lösung, die weder notwendig noch irgendwie fair für die Betroffenen ist?
Leider sind meien Eltern nicht wohlhabend und ich stehe durch diese Änderung vor existenziellen Problemen.
Ich kann einfach nicht mehr. Ich bin am Boden und weiß nicht mehr weiter.
Avatar #791573
BroRom
am Mittwoch, 25. März 2020, 09:34

Der Titel ist eine Frechheit

Ich kenne keinen einzigen Studenten der mit Verständnis reagiert. Auch im Netz habe ich keine einzige positive Reaktion gefunden.

Um nur einen Punkt von vielen herauszupicken:
Eventuelle Krankheitstage und Quarantänetage (oder schlimmeres...), die während des PJ´s anfallen, "dürfen" in den sechs Wochen, die zum Lernen für das neue M2 vorgesehen sind, NACHGEHOLT WERDEN!

Das ist eine bodenlose Frechheit.
Avatar #822082
Cand.med.Felix
am Mittwoch, 25. März 2020, 09:06

Danke für nichts.

Um das mal klarzustellen - wir Studierende reagieren nicht mit "Verständnis und Sorge", das vorherrschende Gefühl ist WUT.
Die vorgeschlagene Lösung ist der blanke Hohn. Nicht nur ist die Lernzeit für das geplante Hammerexamen viel zu kurz angesetzt, mit der Regelung zu den Fehlzeiten wird immernoch ein Anreiz gesetzt, krank zur Arbeit zu erscheinen!
Auch die Aussage von Fr. Jünger bezüglich des Hammerexamens ist absolut lächerlich, als dieses vor einigen Jahren durchgeführt wurde gab es einen verpflichtenden Studientag pro Woche zusätzlich zum Wochenende.
Von einer finanziellen Entschädigung ist auch noch immer keine Rede - und das obwohl viele unsrer Komillitonen aus niedrigeren Semestern für ihre kommende Arbeit tarifvertraglich bezahlt werden sollen. Und wir bekommen weiterhin NICHTS.
Das wäre doch mal eine Idee, Herr Spahn, um allen zu zeigen was für ein toller Hecht Sie sind. Die Pflege könnten Sie in dem Rahmen auch mal anfangen fair zu bezahlen - ach ne, ich vergaß - die sind ja gar nicht überarbeitet und unterbezahlt, ist ja alles nur ein "Imageproblem"....
Danke für nichts.
Avatar #821989
rw60
am Mittwoch, 25. März 2020, 08:41

Sadismus pur

Seit 1er Woche steht die Verschiebung des M2 im Raum.
Die Prüflinge stehen seither unter der Doppelbelastung; zum Einen das Einpauken des Stoffes zum Anderen dem Gedanken: "Alles umsonst; das nächste Jahr wieder".
Sicherlich kennt man die Lage zum geplanten Prüfungstermin jetzt noch nicht. Als Vorschlag kann ich ein Vorziehen der Prüfung auf freiwilliger Basis anbringen. Räume gibt es genügend; die Uni's sind leer.
Viele Studenten haben das Bestreben deren aktuelles Wissen mit einer möglichst guten Note zu dokumentieren. Ein automatisches Bestehen würde Ihnen diese Change nehmen.

Eine doppelte Prüfung M2/M3 ist keinen Alternative. Die gleiche Prüfung wird von andern geteilt und diese haben eine ausreichende Vorbereitungsphase. Das ist keine Changengleichheit.
Avatar #601646
Krankenhausarzt
am Mittwoch, 25. März 2020, 07:32

Geschichtsstunde

Notabitur und dann direkt an die Front. Ohne Erfahrung und Praxis ins Covidfeuer.
Hatten wir alles schon mal.
Die Verantwortlichen von damals sind auch fast alle davongekommen...
Avatar #763896
Kruckler
am Dienstag, 24. März 2020, 23:44

Unglaublich

Bei allem Verständnis für die derzeitige Lage: wir sprechen hier doch noch von freien Studenten, oder? Was da gerade an Entwürfen auf dem Tisch liegt, ist eine bodenlose Frechheit. Hier wird über Studenten verfügt als seien sie Beamte, während selbige ihre Mitarbeit in der Krise derzeit freiwillig anbieten können, so sie denn möchten. Aber von uns wird erwartet, einen Monat früher ins PJ zu gehen. Ich möchte ja gerne mithelfen in der Klinik, aber ich sitze in einer gekündigten Wohnung und mein neuer Mietvertrag ist auch bereits unterschrieben. Ich kann nicht mal eben so einen Monat früher anfangen. Und so, wie der aktuelle Entwurf sich liest, wird das "Entgegenkommen" für solche Fälle ja wohl sein, dass sich das PJ nach hinten raus verlängert und weniger Zeit zum Lernen bleibt...wie das alles zu rechtfertigen ist gerade, erschließt sich mir nicht.
Avatar #584609
Brigitta Monz
am Dienstag, 24. März 2020, 22:46

Gesetzesentwurf einseitig zu Lasten der M2 Kandidaten

Der Gesetzesentwurf ist einseitig zum Nachteil der jetzigen M2 Kandidaten. Das Wahlfach ist abgeschafft, die Lernzeit verkürzt, in der verkürzten Lernzeit muss Zeit wegen Quarantäne nachgeholt werden (!) und M2 und M3 sollen zusammen durchgeführt werden. Der Ausbildungsaspekt des PJs scheint keine Rolle mehr zu spielen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein PJ Jahrgang so benachteiligt wird. Schon in 6 Monaten kommt der nächste Jahrgang; warum also sollte der jetzige M2 Jahrgang kein Wahlfach haben?
Die Gründe für die Verschiebung des M2 sind auch nicht wirklich nachvollziehbar. In Hessen und Rheinland-Pfalz finden gerade für tausende von Schülern das Abitur statt, anscheinend ohne Bedenken. Die deutschen Krankenhäuser scheinen gut vorbereitet, und sollten 3 weitere Wochen auf Verstärkung warten können. Hilfsangebote scheinen ja keine Mangelware. Das RKI hatte ihre Stellenanzeige für 500 Infektions-Scouts offline nehmen müssen, nachdem über das Wochenende 10,000 Bewerbungen eingegangen waren.
Wir sollten mit unserem medizinischen Nachwuchs respektvoller umgehen!
Avatar #822036
Lischen Müller
am Dienstag, 24. März 2020, 21:35

Neubesetzung des IMPP - Jünger überfordert

Jana Jünger demonstriert hier offensichtlich, dass ihr sowohl die organisatorische Kompetenz Staatsexamina ohne Verschiebungen durchzuführen fehlt, obwohl dies für Abiturprüfungen und TMS mit viel weiterem Ausmaß möglich ist. Zudem fehlt ihr auf Grund ihrer abwertenden Kommunikationspolitik der Rückhalt der Studierenden und Mediziner. Das IMPP sollte daher in Krisenzeiten wie diesen von einem führungserfahrenen Dekan / Dekanin übernommen werden, umso das verlorene Vertrauen wiederherzustellen und zukünftige Examina reibungslos ohne Ausweichfristen gewährleisten zu können.
Avatar #821849
Medizin123456789
am Dienstag, 24. März 2020, 21:20

Keine Alternative zum Erlass der M2-Prüfung unter der gegenwärtigen Situation!!

Durch die aktuellen Änderungen werden psychisch kranke, überlastete, empathielose und leistungsunfähige Ärztinnen herangezogen.

Kaum einer wird mit diesem Gesetzesentwurf mit Freude zur Arbeit gehen und dies zu Lasten der Patientinnen.

Jana Jünger und Co arbeiten konsequent und äußerst erfolgreich dafür, dass der Ärztemangel in Deutschland weiterhin zunehmen wird.
Avatar #820729
MED1
am Dienstag, 24. März 2020, 21:13

BANANENREPUBLIK

Es ist einfach unerhört was in diesen Land vor sich geht. Da wird von einem billo Institut, auf Grund der eigene Unfähigkeit, ein Vorschlag gemacht der so ohne weiteres nicht umsetzbar ist , weil eben dieser "wie generiere ich billige Arbeitskräfte" eine entsprechend Änderung der Approbationsordnungen bedarf, diese aber durch Bundestag und Bundesrat muss. Natürlich wäre dann der entsprechende Zeitgewinn dahin. Bis das durch alle Instanzen abgesegnet wäre, hätte man das M2 problemlos schreiben können. Aber durch vorzügliche Lobbyarbeit hat man es nun geschafft entsprechende Instanzen auszuhebel und den Weg für die billige Arbeitskräftegenerierung frei gemacht. Während die Kliniken anscheinend so wenig zu tun haben, das sie mittlerweile die Intensivfälle schon aus anderen Ländern importieren.
Avatar #822036
Lischen Müller
am Dienstag, 24. März 2020, 20:44

Das Hammerexamen hilft nur Jana Jünger

Es ist schon erstaunlich, dass Jana Jünger trotz leergefegter Kliniken, ohne akuten Bedarf so darauf pocht, das Staatsexamen für 4000 Studierende ausfallen zu lassen und das Hammerexamen stattdessen im April durchzuführen. Erstaunlich deswegen, weil zugleich die Universität Heidelberg problemlos den TMS für 20.000! Teilnehmer bundesweit mit Hilfe einer jahrelang gepflegten Aufsicht- und Testleiterdatenbank und Ersatzhallen durchführen kann und für Nachschulungen ein online-System eingeführt hat. Dabei gibt es eine bunte Mischung aus gut bezahlten Studierenden, Verwaltungsmitarbeitern und Freiwilligen. Jana Jünger setzte hingegen auf günstige Rentner - die Risikogruppe - als Aufsicht. Das Stex kann ohne Lasten der Patienten (es gibt überfüllte freiwilligen Listen von Medizinstudierenden, die alle helfen wollen und die Zeit des Stex überbrücken würden), der ohnehin leeren Kliniken und Universitäten stattfinden. Aber zu Lasten von Jana Jünger - denn dann müsste sie auch in der Krise liefern können - mit dem Hammerexamen verschafft sie sich und ihrer Organisation nun ein paar Monate Zeit....die sie hoffentlich nutzt, um sich professionell in der Stex Organisation beraten und digitaler aufstellen zu lassen.
Avatar #821066
Lauer87
am Dienstag, 24. März 2020, 19:13

M2 Befreiung

Das Bastellösung wäre Studenten von M2 befreien.das ist Benefit sowohl für die Studenten als auch für LPA. sie sollen nicht nur an sich denken sondern an Studenten und kranken Leute die zur zeit Hilfe brauchen. Jetzt sollen Sie so denken dass wir im krieg gegen Corona sind..aber leider ihr denken nur an M2 sie interessieren sich nicht für die kranken Leute, die zur Zeit Hilfe brauchen,
LNS

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