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Hochschulen

Lehrkonzept soll Landlust von Medizinstudierenden wecken

Freitag, 15. Mai 2020

/dpa

Halle/Leipzig – For­scher der Universitäten Leipzig und Halle haben ein neues Lehr­kon­zept „MiLaMed“ (Mitteldeutsches Konzept zur longitudinalen Integration landärztlicher Ausbildungsinhalte und Erfahrungen in das Medizinstudium) entwickelt.

Es soll Medizinstudierenden die Gelegenheit bieten, die Besonderheiten der medizini­schen Versorgung auf dem Land kennenzulernen, eventuelle Vorurteile abzubauen und neue Berufsperspektiven zu entwickeln.

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Hintergrund ist, dass in vielen ländlich geprägten Regionen Sachsens und Sachsen-An­halts händeringend ärztlicher Nachwuchs gesucht wird. Das Konzept soll helfen, Stu­die­rende schon während ihres Medizinstudiums für eine Tätigkeit außerhalb der Großstädte zu begeistern.

Den Weg dorthin sollen nun eine besondere Förderung von Landarztpraktika sowie neue Lehrinhalte ebnen. Ab Sommersemester ergänzt MiLaMed den medizinischen Lehrplan um neue Themen wie etwa strukturelle Besonderheiten ländlicher Versorgung, teleme­dizinische Ansätze sowie Schwerpunkte an der Schnittstelle zwischen haus- und spezial­fachärztlicher Versorgung.

Das Konzept startet zunächst mit vier mitteldeutschen Modellregionen: Nordsachsen, Vogtlandkreis und Anhalt-Bitterfeld, Mansfeld-Südharz. Aktuell sind im MiLaMed-Verbund 95 Hausärzte, 81 Fachärzte und 20 Kliniken involviert.

„Das Besondere an unserem Projekt ist, dass jede Art von Praktikum im Studienverlauf gefördert wird, vom Pflegepraktikum bis zum Praktischen Jahr. Und das unabhängig von der Fachrichtung“, erklärte MiLaMed-Projektleiter Tobias Deutsch.

So können über MiLaMed nicht nur Kosten für Fahrt und Unterkunft übernommen wer­den. Die beteiligten Landkreise unterstützen die Studierenden auch bei Unterkunftssu­che, Mobilität vor Ort sowie der Finanzierung von Freizeitaktivitäten.

Das Projekt wird zunächst über zwei Jahre erprobt und wissenschaftlich evaluiert. An­schließend ist eine Erweiterung auf weitere Landkreise geplant. MiLaMed wird vom Bun­desgesundheitsministerium und Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus gefördert. © hil/sb/aerzteblatt.de

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