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Möglichkeiten und Grenzen: Uni Kiel zieht Fazit digitaler Lehre

Dienstag, 14. Juli 2020

/Blue Planet Studio, stock.adobe.com

Kiel – Die Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel hat eine erste Zwischenbilanz des Sommersemesters gezogen. „Unter äußerst schwierigen Umständen ist es uns in den ver­gangenen drei Monaten ge­lungen, ein Semester zu gestalten, aus dem wir alle viel ler­nen werden“, sagte Vizepräsi­dentin Ilka Parchmann.

Der Studiendekan der Medizinischen Fakultät, Ingolf Cascorbi, betonte, dass die durch die COVID-19-Pandemie notwendig gewordene Umstellung des Unterrichts auf Online­forma­te der universitären Lehre einen erheblichen Schub verliehen hat. In der Medi­zin seien da­durch Vorlesungen und Seminare synchron als Videokonferenzen oder jeder­zeit ver­füg­bar auf der Lernplattform der CAU als Video bereitgestellt gewesen.

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In der klinischen Lehre würden Untersuchungstechniken digital vermittelt und an Mo­dell­en geübt. Die Onlineübertragung von Patientenuntersuchungen an spezielle Telematikar­beitsplätze sei in Vorbereitung.

Simulationsunterricht kommt große Bedeutung zu

„Da die Infektionsprävention zukünftig eine große Rolle spielen und der Zugang zu Pa­tien­­ten auch im Alltag schwieriger wird, kommt dem Simulationsunterricht in sogenann­ten Skills-Labs, dem Hybrid- und Telematik-Unterricht eine zunehmend höhere Bedeu­tung zu“, sagte er. Das werde nach der Rückkehr zum weiterhin notwendigen Präsenz­un­terricht zum Standard werden. Cascorbi betonte, es sei daher wichtig, weiter in diese Strukturen zu investieren.

Till Requate, Dekan der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der CAU, wies daraufhin, dass die vergangenen Monate jedoch auch die Grenzen einer rein digita­len Lehre gezeigt hätten. „Technisch hat die digitale Lehre durchaus gut funktioniert. Aber die zunehmende Anonymität zwischen Studierenden und Lehrenden ist schon ein Prob­lem“, sagte er.

Mimik und Gestik würden zum Beispiel digital nur teilweise abgebildet. Außerdem fehle vielen der direkte Kontakt mit Kommilitonen. Technik könne das nicht kompensieren, so Requate. „Universitäten sollten deshalb nicht zu Fernunis werden“, sagte er.

Onlinelehre nur ergänzend

„Wir können somit festhalten: Onlinelehre wird auch in Zukunft ein wichtiges Element bleiben, aber unbedingt ergänzend zur Präsenzlehre“, bilanzierte Vizepräsidentin Parch­mann.

Für den Erwerb praktischer Kompetenzen sei das praktische Tun weiter unverzichtbar. Das gelte auch für die gemeinsame Erarbeitung von Themen in Seminarsitzungen. Die CAU plane deshalb, mit neuen Hybridansätzen die Vorteile beider Welten miteinander zu kom­binieren. © hil/aerzteblatt.de

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