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Unimedizin Oldenburg: Wissenschafts­ministerium kündigt Finanzierungslösung an

Freitag, 17. Juli 2020

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU). /picture alliance, Sina Schuldt

Hannover/Oldenburg – Im Etat des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums sind für das Jahr 2021 40 Millionen Euro zur finanziellen Unterstützung der Medizinischen Fa­kultät der Universität Oldenburg reserviert. Dies kündigte Björn Thümler, niedersächsi­scher Minister für Wissenschaft und Kultur, heute an.

Der CDU-Politiker sagte der Nordwest-Zeitung, man werde auch prüfen lassen, ob der Bau eines ersten Gebäudeteils bereits erfolgen können, um „mit diesem Projekt vorwärts zu kommen“. Er sei offen dafür, dass Investoren die Gebäude errichten und das Land als Mie­ter auftritt.

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Die Universität Oldenburg soll laut einer mit dem Land getroffenen Zielvereinbarung bis Mitte der 2020er-Jahre 200 Humanmedizinstudienplätze realisieren. Dafür sollte der Neu­bau eines Lehr- und Forschungsgebäudes mit geschätzten Kosten von 142 Millionen Euro erfolgen.

Anfang Juli hatte die niedersächsische Landesregierung aus SPD und CDU den Haushalts­planentwurf für das Jahr 2021 aufgestellt. Dabei wurde die vom Land zugesagte finanzi­elle Unterstützung zunächst nicht berücksichtigt.

„Wenn wir einerseits einen Mangel an Landärzten beklagen, müssen wir andererseits auch ausbilden. Mediziner fallen nicht vom Himmel“, betonte Thümler. Abgeordnete aus dem Landtag und dem Bundestag hatten ihre Unterstützung für den Ausbau des Medizin­studiengangs in Oldenburg demonstriert.

„Die Regierungskoalition in Hannover steht in der Pflicht, die European Medical School als öffentliche Hochschul-Einrichtung mit den nötigen Finanzen auszustatten“, heißt es in einem gemeinsamen Papier mehrerer Politiker von SPD und CDU aus der Region. Von den Grünen und der FDP gab es ebenfalls die Forderung, dass die Mittel wie versprochen für 2021 in den Haushalt eingestellt werden.

Anke Lesinski-Schiedat, Landesvorsitzende des Hartmannbund-Landesverbandes Nieder­sachsen, forderte rasches Handeln seitens der Politik. Im Verlauf des Studiums die weite­re Finanzierung in Frage zu stellen, sei absolut inakzeptabel.

Das nicht bewilligte Geld habe massive Auswirkungen. Dies betreffe nicht nur den anste­henden Studienplatzaufwuchs, sondern ganz aktuell die bereits in Oldenburg studieren­den angehenden Ärzte und die lehrenden Mediziner.

So verfüge das Lehrpersonal in Oldenburg unter anderem noch immer nicht über die For­schungsflächen, die zur Berufung versprochen wurden und die in der Ausbildung ent­schei­denden Professuren könnten nicht besetzt werden, weil es an der strukturellen und finanziellen Ausstattung fehle. © aha/dpa/aerzteblatt.de

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