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Konzeptionierung der Universitätsmedizin Cottbus gestartet

Montag, 14. September 2020

/dpa

Berlin – Das Land Brandenburg hat mit den konkreten Planungen zum Aufbau einer Universitätsmedizin in Cottbus im Rahmen einer „Modellregion Gesundheit Lausitz“ begonnen.

Unterstützt wird die Landesregierung dabei von einer Expertenkommission, die der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Charité - Universitätsmedizin Berlin und frühere Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Karl Max Einhäupl, leitet. Heute fand in Berlin die erste Sitzung der Kommission statt, die bis Mitte 2021 erste Empfehlungen vorlegen soll.

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Wichtigstes Strukturwandelprojekt für die Lausitz

„Der Aufbau einer staatlichen Universitätsmedizin in Cottbus ist das wohl wichtigste Strukturwandelprojekt für die Lausitz“, sagte Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle im Anschluss an die erste Zusammenkunft heute in Berlin. Es werde aber auch das anspruchsvollste Projekt sein und eines, das seine Strahlkraft weit über die Lausitz und Brandenburg hinaus entfalten werde.

„Unsere neue Uni-Medizin wird ein Labor für ganz Deutschland sein“, erklärte sie. Das sei „kein Größenwahn, sondern Erfolgsbedingung für das Projekt“. „Wir brauchen für die Finanzierung durch den Bund die Zustimmung aller Landes-Wissenschaftsminister. Und die wird es nur geben, wenn alle von dem Konzept überzeugt sind und die plausible Hoffnung haben, in Cottbus etwas für die Uni-Kliniken in ihren eigenen Ländern zu lernen.“

Prominente Kommissionsbesetzung

Stolz ist Schüle insbesondere auf die Besetzung der Kommission: Neben Einhäupl, der nach anfänglicher Skepsis – wie er heute einräumte – die Leitung der Kommission übernommen hat, sind Thomas Barta, ehemaliger Abteilungsleiter im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, Pascal Berberat, Professor für Medizindidaktik an der TU München, Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin, Simone Fulda, gewählte Präsidentin der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Ulrich Hörlein, Ministerialdirigent a.D. des Bayrischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, der zuletzt mit dem Aufbau der Universitätsmedizin Augsburg befasst war, sowie Stephanie Kaiser, Mitglied des Digitalrats der Bundesregierung, Adelheid Kuhlmey, Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften der Charité, Helmut Schiffer, Pflegedirektor und Mitglied des Klinikvorstands des Universitätsklinikums Freiburg sowie Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Mitglieder der neuen Kommission.

Man habe sich ganz bewusst entschieden, niemanden in die Kommission zu berufen, der oder die in Brandenburg aktiv sei, um in diesem frühen Stadium jeden Anschein von Interessenskollisionen zu vermeiden, sagte Schüle. Die Kommission könne auch weitere Experten anfordern.

Einhäupl zeigte sich heute optimistisch und zuversichtlich: „Ich habe das Vertrauen in Brandenburg, das hier etwas Neues von bundesweiter Strahlkraft geschaffen wird, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Charité. In der Lausitz werde nicht einfach eine weitere Universitätsmedizin generiert, sondern ein Standort mit einem Alleinstellungs­merkmal. Die Ideen, die es dazu gebe, wolle die Kommission prüfen.

Der Bund muss noch überzeugt werden

„In der Lausitz eine international sichtbare Hochschulmedizin zu entwickeln, ist eine große Herausforderung. Es kann nur gelingen, wenn die Politik Brandenburgs entschlos­sen hinter dieser Idee steht.“ Davon hätten ihn aber seine Gesprächspartner inzwischen überzeugt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir nicht scheitern“, sagte Einhäupl.

Noch muss der Bund überzeugt werden. Die Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung des Bundes wurden jedoch bereits Anfang Juli mit der Verankerung des „Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus“ im Strukturstärkungsgesetz Kohle­regionen geschaffen.

Eine Grundlage ist auch der Artikel 91b des Grundgesetzes. Ihm zufolge können Bund und Länder „in Fällen überregionaler Bedeutung bei der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre zusammenwirken“. Vereinbarungen, die im Schwerpunkt Hoch­schulen betreffen, bedürfen der Zustimmung aller Länder. Zuvor wird der Wissenschafts­rat das Konzept begutachten.

2029 soll die Hochschulmedizin in Cottbus den Eckpunkten des brandenburgischen Forschungsministeriums zufolge mit 1.500 Studierenden voll funktionsfähig sein. Die ersten Medizinstudenten sollen bereits im Herbst 2023 ihr Studium in der Lausitz beginnen können. Das Carl-Thiem-Klinikum (CTK) Cottbus soll dabei – entsprechend den Empfehlungen der Kommission – in eine neue Struktur überführt und zum Uniklinikum, digitalen Leitkrankenhaus und zum Forschungsklinikum des Gesundheitscampus Brandenburg ausgebaut werden.

Die Brandenburger Landesregierung will in dieses Projekt mindestens 650 Millionen Euro investieren. Das Geld soll aus den Strukturfonds fließen, die Brandenburg wegen des Ausstiegs aus der Braunkohle vom Bund erhält. © ER/aerzteblatt.de

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