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Politik

AOK-Gemeinschaft plädiert für nachhaltigere Arzneimittel­produktion

Donnerstag, 26. November 2020

/picture-alliance, Peter Endig

Berlin – Falls sich robustere Lieferketten und umweltfreundliche Produktionsbedingun­gen vertragsrechtlich nicht durchsetzen ließen, ist die Politik gefordert, Maß­nahmen für mehr Verlässlichkeit in der Arzneimittelproduktion in die Wege zu leiten. Dies fordert Jo­hannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Federführer der AOK-Gemeinschaft für die bundesweiten Generikaverträge.

„Wenn es nur nach den öffentlichen Bekenntnissen geht, sind sich derzeit alle Akteure des Arzneimittelmarkts einig, dass internationale Abhängigkeiten der Lieferketten redu­ziert werden sollten, um künftige Lieferengpässe – besonders bei lebenswichtigen Arz­nei­mitteln wie Antibiotika – auszuschließen", konstatierte Bauernfeind. Doch wenn es konkret werde, sehe es leider ganz anders aus.

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Bauernfeind zeigt sich enttäuscht von Reaktionen pharmazeutischer Unternehmen, die derzeit mit rechtlichen Schritten gegen eine von der AOK Mitte September veröffentlichte Sonderausschreibung für Antibiotikawirkstoffe vorgehen. Die Ausschreibung berück­sich­ti­ge auch besonderes Engagement für Liefersicherheit und Umweltschutz.

Zwar gebe es auch eine ganze Reihe von Bietern, die grundsätzlich als künftige Vertrags­partner der Sondertranche in Frage kämen, erklärte Bauernfeind. „Doch wir dürfen erst dann Zuschläge erteilen, wenn die Nachprüfungsanträge vom Tisch sind, mit denen mo­mentan Unternehmen gegen unsere Ausschreibungskriterien vorgehen“.

Im Design der Ausschreibung habe man die Zuschlagskriterien so erweitert, dass robus­tere Lieferketten und Umweltschutzaspekte zum Tragen kämen, und nicht einfach nur der günstigste Anbieter berücksichtigt wird – zudem erfolge die Ausschreibung im Mehr­part­nermodell.

Die AOK habe damit alle Vorschläge aufgegriffen, die Vertreter der Politik und diverser Interessenverbände der Pharmahersteller regelmäßig propagierten, um die Abhängigkeit von fernöstlichen Herstellungsorten zu reduzieren, wo sich insbesondere die Wirkstoff­pro­duktion konzentriere. Nun fordere die Industrie, diese Kriterien wieder zurückzu­neh­men. © EB/aerzteblatt.de

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