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Politik

Coronapandemie: Spahn und RKI sehen erste positive Trends

Freitag, 22. Januar 2021

/picture alliance, Kay Nietfeld

Berlin – Den Optimismus formulieren sie vorsichtig, aber geben keine Entwarnung. Bundesgesund­heitsminister Jens Spahn (CDU), der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, der Virologe der Berliner Charité Christian Drosten sowie der neue Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx sahen heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz zwar „ermutigende“ Zahlen und dass sich das Engagement der Bürger in der Coronapandemie auszahle – eine Entwarnung könne es aber noch nicht geben.

Der „leicht positive Trend“ sei ein Erfolg des Lockdowns, sagte Wieler. Marx von der DIVI berichtete, dass angesichts der sinkenden Zahl an Intensivbetten könne man keinen „Weihnachts- und Silvesterpeak“ erkennen. Man könne davon ausgehen, dass sich die Menschen über die Weihnachtsfeiertage an die Beschränkungen gehalten haben. Ähnliches betont auch Wieler. Aber: „Wir können nur zu einem halbwegs normalen Alltag zurückkehren, wenn wir die Fallzahlen massiv senken und auf Dauer niedrig halten."

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Auch Spahn sagte, die Infektionszahlen „gehen in die richtige Richtung". Es sei eine erste Entlastung auf den Intensivstationen erkennbar, aber die Belastung dort sei weiterhin ziemlich hoch. Daher warb DIVI-Präsident Marx dafür, den Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften auch Entlastungen anzubieten sowie psychologische Unterstützung bei der körperlich, emotional und physisch-anstrengenden Arbeit auf den Intensivstationen. Er rechnet erst im März oder April mit einer spürbaren Entlastung für das Personal. Bis dahin würden weiter viele Menschen mit einer SARS-CoV-2-Infektion in den Kliniken betreut.

Spahn warnte zudem vor zu frühen Lockerungen und wies wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Risiken durch neue Virusvarianten hin. Man wolle die Verbreitung soweit es geht minimieren und nicht zulassen. Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter sagte, es gebe Hoffnung. Das sei die Impfkampagne, inzwischen seien 1,5 Millionen Impfungen verabreicht worden. „Wir befinden uns zwar auf dem Höhepunkt der Pandemie, und gleichzeitig haben wir den Weg raus aus der Pandemie begonnen.“

Drosten sagte mit Blick auf mögliche Lockerungen: „Man sollte nicht naiv in so eine Situation reingehen." Er warnte vor der Annahme, dass die Zahlen im Sommer automatisch zurückgehen. Drosten verwies darauf, dass vergangenes Jahr ganz früh die Corona-Maßnahmen beschlossen wurden, „so dass sich das Virus die ganze Zeit ruhig verhalten hat im Sommer“.

In anderen, warmen Ländern, etwa in Spanien, sei das aber nicht geschehen. Zudem müsse man die nun gemeldeten Mutationen beobachten. Noch habe er keine konkreten Zahlen, „Wir arbeiten mit äußerster Anstrengung an einem klaren Datenbild“, so Drosten. Seine noch anekdotischen Beobachtungen zeigten aber, es bislang nur sehr kleine Cluster der britischen Variante in Deutschland gebe.

Trotz der sinkenden Zahlen sehen Spahn und Wieler eine Null-Covid-Strategie für nicht umsetzbar. „Das Modell sehe ich nicht auf Deutschland übertragbar“, sagte Spahn. Das Land liege in der Mitte eines Kontinents, in der Mitte der Europäischen Union, „deswegen sehe ich Null als dauerhafte Zielmarke nicht als das, was in einem Land wie Deutschland mit unserer Lage und Situation funktionieren kann.“ Er warnte vor Vergleichen mit Inselstaaten, die es hier einfacher haben. Die Initiative „Zero Covid“ macht sich mit diesem Ziel gerade für einen kompletten Shutdown europaweit stark. „Je näher die Inzidenz an die Null-Inzidenz kommt, desto besser“, sagte Wieler.

Sorge bereitet dem RKI weiterhin die Situation in den Pflegeheimen: Hier wisse man von „leider weiter vielen Ausbrüchen“, es seien etwa 900. Es gebe auch Heime, in denen seien bislang gar keine Ausbrüche gemeldet worden. Die Heime mit Ausbrüchen müssten besser unterstützt werden, auch von ärztlicher Seite, forderte Wieler. © bee/dpa/aerzteblatt.de

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