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Medizin

SARS-CoV-2: Antikörper erzielt primärpräventive Wirkung bei Bewohnern und Mitarbeitern von Pflegeheimen

Freitag, 22. Januar 2021

/ustas, stock.adobe.com

Indianapolis – Eine einmalige präventive Behandlung mit dem Antikörper Bamlanivimab (LY-CoV555) hat in einer randomisierten Studie bei Mitarbeitern und Bewohnern von Pflegeheimen, die noch nicht mit SARS-CoV-2 infiziert waren, die Häufigkeit einer COVID-19-Erkrankung deutlich gesenkt.

Auch bei bereits infizierten Mitarbeitern und Bewohnern wurde der Verlauf der Erkrankung abge­schwächt, wie die jetzt vom Hersteller Lilly in einer Pressemitteilung vorgestellten Ergebnisse der BLAZE-2-Studie zeigen. Eine Publikation der Ergebnisse steht noch aus.

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Bamlanivimab ist die rekombinante Version eines Antikörpers, der zu Beginn der Pandemie im Blut eines der ersten US-amerikanischen COVID-19-Patienten entdeckt wurde. Der Antikörper war ausgewählt worden, weil er am Spikeprotein von SARS-CoV-2 bindet und damit den Eintritt in menschliche Zellen blockiert.

Die Behandlung mit Bamlanivimab soll die Zeit bis zur Entwicklung eigener Antikörper überbrücken, weshalb der größte Nutzen in der Frühphase zu erwarten ist. Das gleiche gilt für die Serumtherapie, bei der die Patienten sämtliche Antikörper von Personen erhalten, die eine Erkrankung überstanden haben.

Tatsächlich hat die bisherige klinische Entwicklung gezeigt, dass Bamlanivimab (und die Serumtherapie) in den ersten Tagen der Infektion die beste Wirkung erzielt. In der BLAZE-1-Studie konnte Bamlanivimab bei ambulanten Patienten, deren Symptombeginn im Mittel 4 Tage zurück lag und die nur leicht erkrankt waren, den Anteil der Patienten, die später hospitalisiert wurden, von 6,3 auf 1,6 % deutlich senken (NEJM, 2021; DOI: 10.1056/NEJMoa2029849). Bei bereits schwer erkrankten Personen hat sich Bamlanivimab bisher nicht als wirksam erwiesen.

Die Ergebnisse der BLAZE-1-Studie hatten im November in den USA zur Zulassung von Bamlanivimab bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Erkrankungen geführt. Neben Bamlanivimab von Lilly ist ein weiteres Präparat von Regeneron zugelassen, das zwei monoklonale Antikörper enthält.

Die BLAZE-2-Studie, deren Zwischenergebnisse jetzt vorliegen, prüft derzeit, ob eine präventive Behandlung mit Bamlanivimab Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen, in denen es zu ersten Infektionen gekommen ist, vor einer Erkrankung schützen kann.

Die bereits infizierten Bewohner und Mitarbeiter werden ebenfalls in die Studie aufgenommen. Die Teilnehmer werden auf eine einmalige Kurzinfusion von 4.200 mg Bamlanivimab oder Placebo rando­misiert. Der primäre Endpunkt der Studie ist der Anteil der Patienten, die innerhalb der ersten 21 Tage Symptome von COVID-19 entwickeln.

Bei der Zwischenauswertung lagen die Ergebnisse von 1.097 Patienten vor: 965 Teilnehmer (299 Bewohner und 666 Mitarbeiter) hatten einen negativen Abstrich und 132 Teilnehmer (41 Einwohner und 91 Mitarbeiter) einen positiven Abstrich auf SARS-CoV-2.

Nach den jetzt vom Hersteller Lilly aus Indianapolis mitgeteilten Ergebnissen hat die einmalige intrave­nöse Gabe von Bamlanivimab in der Gesamtgruppe den Anteil der symptomatischen Erkrankungen um 57 % gesenkt (Odds Ratio 0,43, p=0,00021). In der Untergruppe der Heimbewohner kam es sogar zu einem Rückgang um 80 % (Odds Ratio 0,20; p=0,00026).

Unter den 299 Bewohnern der Präventionsgruppe gab es 4 Todesfälle, die COVID-19 zugeschrieben wurden. Alle traten in der Placebogruppe und keiner in der Bamlanivimabgruppe auf.

Unter den 41 Bewohnern der Behandlungsgruppe gab es 4 Todesfälle. Auch hier traten alle in der Placebogruppe und keiner in der Bamlanivimabgruppe auf. Insgesamt ist es im Verlauf der Studie zu 16 Todesfällen (an COVID-19 oder aus anderen Ursachen) gekommen, davon 11 Todesfälle in der Placebogruppe und 5 in der Bamlanivimabgruppe. Unter dem Personal gab es keine Todesfälle.

Laut dem Hersteller wurden auch in allen sekundären Endpunkten Vorteile erzielt. Dazu gehörte die kumulative Inzidenz einer SARS-CoV-2-Infektion und eine mittelschwere bis schwere Erkrankung.

Sicherheitsprobleme sind in der Studie nicht aufgetreten. Die Behandlung mit Bamlanivimab war bereits in den früheren Studien gut vertragen worden.

Die Studie bestätigt die bisherigen Erfahrungen, nach denen eine Behandlung mit Antikörpern (oder eine Serumtherapie) die größte Wirkung erzielt, wenn sie möglichst frühzeitig erfolgt. Die Studie zeigt erstmals, dass hochgefährdete Personen durch eine präventive Behandlung geschützt werden können.

Die Studie wird derzeit als offene Studie fortgesetzt. Bewohner und Mitarbeiter werden jetzt entweder mit Bamlanivimab allein oder zusammen mit einem anderen Antikörper (LY-CoV016) behandelt. © rme/aerzteblatt.de

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