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Politik

STIKO prüft aktualisierte Empfehlung zu Astrazeneca-Vakzin

Montag, 1. März 2021

/picture alliance, Hauke-Christian Dittrich

Berlin – Die Ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) will ihre Empfehlung zum Impfstoff des Herstellers Astrazeneca überdenken. Es werde „sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen“, sagte der Chef der Kommission, Thomas Mertens, am vergangenen Freitagabend im ZDF-„heu­te journal“.

Die STIKO hatte – anders als die Europäische Arzneimittelagentur (EMA – den Impfstoff vorerst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil Daten zur Wirkung bei Älteren fehlen. Das Vakzin trifft bei vielen Menschen auf Vorbehalte.

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„Das Ganze ist irgendwie schlecht gelaufen“, räumte Mertens ein. Er rechtfertigte aber die STIKO-Ent­schei­dung mit einer dünnen Datenlage. „Wir hatten die Daten, die wir hatten und haben auf der Basis dieser Daten die Empfehlung gegeben. Aber wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kri­tisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war.“

Ansonsten sei der Impfstoff „sehr gut“ und er werde „jetzt durch hinzukommende neue Daten noch besser in der Einschätzung“, betonte Mertens. © dpa/kna/aerzteblatt.de

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Avatar #659853
klresch
am Mittwoch, 3. März 2021, 17:35

Wer schützt die Alten vor der Stiko?

Die "dünne Datenlage" ist ein ehrenwertes Argument, allerdings dann hochproblematisch, wenn "Gefahr in Verzug" ist. Dann gilt es es doch wohl, eine Nutzen-Risiko-Bewertung ins Zentrum des Beurteilungsprozesses zu stellen: Welcher Nutzen steht welchem Risiko gegenüber, wenn über 65-jährige bei einer sturen und ausschließlichen Bewertung der Datentabellen nicht oder erst deutlich später geimpft werden können? Fakt ist doch eine Letalität bei den über 65-jährigen von 5% und darüber. Fakt ist doch wohl auch, dass der "worst case" im Falle von AZD1222 eine bei alten Menschen geringere Wirksamkeit wäre als bei den (jüngeren) Altersgruppen, für die hinreichend (überzeugend posditive) Daten vorliegen. Fakt ist schließlich auch, dass grundsätzlich eine Impfung gegen einen viralen Erreger nicht eine weitere, spätere Impfung mit einem anderen Impfstoff ausschließt. Ausgeschlossen werden kann doch wohl auf jeden Fall, dass bei dem eingesetzten Vektorimpfstoff für ältere Menschen ein Risiko für Leib und Leben besteht, das auch nur im Entferntesten in einer Größenordnung angesdiedeklt sein könnte wie eine SARS-CoV-2-Infektion.
Wenn die Stiko angesichts des fortbestehenden hohen Risikos für Leib und Leben gerade der älteren Generation und inzwischen allenthalben zugänglicher, überzeugend positiver Ergebnisse der Impfung in Großbritannien seit Wochen mit einer absurden Betonkopfmentalität ihr Votum bebrütet und der Vorsitzende diese Tragödie als "dumm gelaufen abtut", dann muss die Politik handeln, gerne Hand in Hand mit dem Ethikrat. Heute noch und nicht erst morgen!
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