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Politik

Paul-Ehr­lich-Institut in Sorge wegen Skepsis gegenüber Astraze­neca-Impfstoff

Mittwoch, 3. März 2021

Klaus Cichutek, Präsident vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI)/ picture alliance, Michael Kappeler

Düsseldorf – Der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Institutes (PEI), Klaus Cichutek, zeigt sich betroffen wegen der Skepsis gegenüber dem Coronavakzin von Astrazeneca.

„Was mir Sorgen macht ist, dass Menschen möglicherweise nicht die Chance nutzen, sich vor einer schwe­ren, manchmal sogar tödlich verlaufenden Infektionskrankheit zu schützen“, sagte er der Rheini­schen Post.

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Auch der Schutz vor schwerem Krankheitsverlauf und Kranken­haus­auf­enthalt sei wichtig. Cichutek be­tonte, der Impfstoff Astrazeneca sei hochwirksam. „Er verhindert in der Mehrzahl der Fälle eine COVID-19-Erkrankung oder mildert bei einer Erkrankung die Symptome.“

Der PEI-Präsident appellierte besonders an das Klinikpersonal. „Menschen, die durch ihre tägliche Arbeit in Kran­kenhäusern besonders infektionsgefährdet sind oder ein Risiko tragen, andere Personen anzuste­cken, sollten die Chance nutzen, sich und andere mit diesem Impfstoff vor einer COVID-Erkrankung zu schüt­zen.“

Cichutek erklärte weiter, dass es bislang nicht zu auffälligen Nebenwirkungen gekommen sei. „Die Fälle von Krankmeldungen durch grippeähnliche Symptome bei Pflege- und Krankenhauspersonal stellen kein Risikosignal dar“, sagte er.

Sie entsprächen den Impfreaktionen, die nach den klinischen Prüfungen zu erwarten gewesen seien. In allen be­richteten Fällen seien die Symptome nach zwei bis maximal drei Tagen abgeklungen. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #875149
koston
am Samstag, 6. März 2021, 23:55

Nicht nur das Image ist ein Problem

Der Impfstoff von Astrazeneca hat als Vektorimpfstoff einen schweren Stand. Unterhält man sich mit den Menschen, ist es nicht nur die schlechtere Verträglichkeit und die möglicherweise schlechtere Wirkung, sondern das Wirkprinzip, das den Menschen Sorgen bereitet. Sorge vor Impfungen gab es schon immer. Das hätte die Politik beim Kauf des Impfstoffs berücksichtigen müssen. Wer würde nicht, wen er die Wahl hat, nicht lieber einen der zwei mRNA Impfstoffe bekommen? So wird es eine ganze Menge von Menschen geben, die ihre Impfchance nicht wahrnehmen, um vielleicht später die Chance zu kriegen, mit dem besseren Impfstoff geimpft zu werden. Die Politik tut gut daran, auf den wirksamsten Impfstoff zu setzen, wenn es um die Gesundheit geht. Nur so haben wir eine Chance, Herdenimmunität zu erreichen.
Avatar #666661
Koschi
am Donnerstag, 4. März 2021, 11:35

falsche Zielgruppe!

Das angeschlagene Image des Astra-Zeneca-Impfstoffs soll mit dem Argument des guten Schutzes vor schwerem Krankheitsverlauf und Kranken­haus­auf­enthalt aufgebessert werden. Das Problem ist jedoch, dass ADZ1222 derzeit in den Bevölkerungsgruppen, in denen zum einen das Risiko für schwere Verläufe eher gering ist, zum anderen andere Motive für die Impfpriorisierung (nämlich Fremdschutz) vorliegen, verabreicht wird. Hier stellt sich nun die Frage, wie gut der Impfstoff vor einer Übertragung schützt. Leider sehen die Daten für ADZ1222 hier doch wenig überzeugend aus, wie Prof. Dr. med. Günter Kampf, Uni Greifswald, bereits ausgeführt hat:
„Nach heutigem Stand erscheint es somit sicher, dass SARS-CoV-2 in annähernd gleicher Größenordnung von den asymptomatischen Personen übertragen werden kann, die mit AZD1222 geimpft wurden. Diese Erkenntnis gilt es, insbesondere in der Patientenversorgung sowie in Heimen zu berücksichtigen, wenn das Hauptmotiv der Mitarbeiter für eine Impfung ist, die unbemerkte Übertragung von sich auf Patienten bzw. Bewohner zu verhindern.“
https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=1045&typ=16&aid=217883&s=G%FCnter&s=Kampf
Avatar #689858
brunnenau
am Mittwoch, 3. März 2021, 21:02

Blöd gelaufen

Ich finde die Schuld diese Misere alleine bei der Deutschen Impfgesellschaft, die sich mokiert, dass für die ältere Bevölkerung noch keine geeignete Zahlen für AstraZeneca Impfstoff vorlegen. Dann nimmt es nicht Wunder, wenn selbst Ärzte im AKH Wien sich gegen die Impfung mit einem AstraZeneca Impfstoff weigern. Damit nahm, zumindest in Österreich, alles seinen fatalen Lauf.
Avatar #542060
Robo
am Mittwoch, 3. März 2021, 19:38

Brüten

Frage mich eh, was es bei den Daten da immer zu "brüten"gibt, oder brauchen die alten Herren so lange zum Lesen??!!
Avatar #659853
klresch
am Mittwoch, 3. März 2021, 17:40

Lasst den Worten Taten folgen!

Die "dünne Datenlage" ist ein ehrenwertes Argument, allerdings dann hochproblematisch, wenn "Gefahr in Verzug" ist. Dann gilt es es doch wohl, eine Nutzen-Risiko-Bewertung ins Zentrum des Beurteilungsprozesses zu stellen: Welcher Nutzen steht welchem Risiko gegenüber, wenn über 65-jährige bei einer sturen und ausschließlichen Bewertung der Datentabellen nicht oder erst deutlich später geimpft werden können? Fakt ist doch eine Letalität bei den über 65-jährigen von 5% und darüber. Fakt ist doch wohl auch, dass der "worst case" im Falle von AZD1222 eine bei alten Menschen geringere Wirksamkeit wäre als bei den (jüngeren) Altersgruppen, für die hinreichend (überzeugend posditive) Daten vorliegen. Fakt ist schließlich auch, dass grundsätzlich eine Impfung gegen einen viralen Erreger nicht eine weitere, spätere Impfung mit einem anderen Impfstoff ausschließt. Ausgeschlossen werden kann doch wohl auf jeden Fall, dass bei dem eingesetzten Vektorimpfstoff für ältere Menschen ein Risiko für Leib und Leben besteht, das auch nur im Entferntesten in einer Größenordnung angesdiedeklt sein könnte wie eine SARS-CoV-2-Infektion.
Wenn die Stiko angesichts des fortbestehenden hohen Risikos für Leib und Leben gerade der älteren Generation und inzwischen allenthalben zugänglicher, überzeugend positiver Ergebnisse der Impfung in Großbritannien seit Wochen mit einer absurden Betonkopfmentalität ihr Votum bebrütet und der Vorsitzende diese Tragödie als "dumm gelaufen abtut", dann muss die Politik handeln, gerne Hand in Hand mit dem Ethikrat. Heute noch und nicht erst morgen!
LNS
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