StudierenNewsMedizinBiomarker signalisiert, wann Tuberkulosetherapie enden kann
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Biomarker signalisiert, wann Tuberkulosetherapie enden kann

Freitag, 30. April 2021

/dpa

Braunschweig – Die Behandlung einer Tuberkulose (TB) ist lang, belastend und teuer. Bislang gibt es keine zuverlässigen Biomarker für einen individuellen früheren Stopp der Therapie. Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung am Forschungszentrum Borstel (DZIF) ist es nun gelungen, einen Biomarker zu identifizieren, der über die Aktivität von 22 Genen individuell die Möglichkeit für ein Therapieende anzeigt. In vielen Fällen könne damit wahrscheinlich die Behandlung gefahrlos verkürzt werden, berichten sie im European Respiratory Journal (2021; DOI: 10.1183/13993003.03492-2020).

Der fehlende Nachweis des Tuberkuloseerregers Mycobacterium tuberculosis ist keine Gewähr für eine dauerhafte Heilung der Infektion. Patienten, bei denen die Standardtherapie anschlägt, können unter Umständen nach 6 Monaten austherapiert sein. Doch für resistente Fälle werden derzeit mehr als 18 Monate Behandlungsdauer empfohlen.

„Das ist eine sehr lange Zeit für die Betroffenen, die oft mehr als vier Antibiotika täglich einnehmen müssen und unter Nebenwirkungen leiden“, erklärt Christoph Lange, Klinischer Direktor am Forschungs­zentrum Borstel und Leiter der Studie, die im DZIF in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) erfolgte.

Die Wissenschaftler entwickelten ein Modell für das Therapieende, das auf einer RNA-Bestimmung im Blut beruht. Sie konnten dazu 22 Gene identifizieren, deren Aktivität mit dem Krankheitsverlauf korreliert. „Die Produktion der RNA dieser 22 Gene im menschlichen Blut kann uns darüber Aufschluss geben, ob der Patient geheilt ist“, erläutert Jan Heyckendorf vom Forschungszentrum Borstel. Er ist gemeinsam mit Maja Reimann und Sebastian Marwitz Erstautor der Studie.

Für die Identifizierung dieses individuellen Biomarkers haben die Wissenschaftler innerhalb des DZIF fünf unterschiedliche Patientenkohorten aufgebaut. Dabei handelte es sich in allen Fällen um Erwachsene, die an Lungentuberkulose erkrankt waren, zum Teil an nicht-resistenten, aber auch an resistenten Formen.

Als nächsten Schritt planen die Forscher eine prospektive Studie im DZIF. Dabei sollen Patienten in dem einen Studienarm die Therapie so lange erhalten, wie der Biomarker es vorschlägt. Patienten in dem anderen Arm erhalten die Therapie so lange, wie es das nationale Tuberkuloseprogramm empfiehlt. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #736261
Dr. Peter Pommer
am Freitag, 11. Juni 2021, 18:47

Unnötige Kosten

Es ist ein Zeichen für schlechte klinische Ausbildung, Primat der profitträchtigen Diagnostik. Statt genau hinzusehen und bewährte Diagnosemethoden zu benutzen, wird hier ein sicher teurer Test promotet, der die Möglichkeit eines Therapieendes nicht treffsicherer voraussagen als ein erfahrener Phtisiologe. Aber das ärztliche Urteil wird zunehmend von teuren Theoretikern "Experten" und teurer Apparatemedizin dominiert. Arme Patienten, arme Beitragszahler.
LNS
VG WortLNS

Fachgebiet

Weitere...

Aktuelle Kommentare

NEWSLETTER