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Medizin

Wissenschaftler empfehlen frühere Mammografie bei familiärer Belastung mit Eierstockkrebs

Montag, 17. Mai 2021

/picture alliance, Klaus-Dietmar Gabbert

Heidelberg – Das Brustkrebsrisiko von Frauen steigt bekanntlich, wenn die Erkrankung bereits bei Familienangehörigen aufgetreten ist. Das Risiko kann aber auch dann größer sein, wenn Familienmit­glieder ersten Grades an einer anderen Krebsart erkrankt sind.

Wissenschaftlern und Ärzten des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT Heidelberg) Heidelberg, des Deutschen Krebsforsch­ungszentrums (DKFZ) und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) berichten jetzt, dass dies besonders bei Ovarialkarzinomen in der Familie der Fall ist. Ihre Arbeit ist im Fachmagazin Cancer erschienen (2021; DOI: 10.1002/cncr.33456).

In der Studie analysierten die Wissenschaftler um Mahdi Fallah und Elham Kharazmi die Datensätze von mehr als 5 Millionen schwedischen Frauen, geboren nach 1931. Sie bestimmten, wie genau sich andere Krebserkrankungen in der Verwandtschaft auf das Brustkrebsrisiko von Frauen auswirken.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass das Risiko sich auch dann erhöhen kann, wenn Familien­mitglieder ersten Grades an anderen Krebsarten als Brustkrebs erkrankten. Bei 14 der insgesamt 33 untersuchten Krebsarten ist das Risiko allerdings nur geringfügig erhöht – zwischen 1,1-fach (Prosta­takrebs) bis 1,2-fach (Weichteiltumoren).

Für 17 weitere Krebsarten, die in der Familie auftraten, ändert sich das Brustkrebsrisiko nicht signifikant. Eine Ausnahme stellt eine Familiengeschichte von Eierstockkrebs dar: Bei Frauen, deren Mutter, Schwes­ter oder Tochter von dieser Krebsart betroffen war, ist das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, zwar auch nur 1,2-fach höher als bei der Allgemeinbevölkerung.

Vor dem 50. Lebensjahr ist das Brustkrebsrisiko allerdings um das 1,4-fache erhöht. Wenn Eierstockkrebs bei den Verwandten ebenfalls vor dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wurde, steigt das Risiko für früh auftretenden Brustkrebs auf das 1,7-fache.

„Wir raten bei einer Familiengeschichte mit Eierstockkrebs, die Brustkrebsfrüherkennung schon 4 Jahre eher zu beginnen als hierzulande üblich – also bereits im Alter von 46 statt 50 Jahren,“ erläutert Fallah.
Hintergrund ist, dass Frauen in Deutschland zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr alle 2 Jahre eine kostenlose Mammografie durchführen lassen können.

Diese Empfehlung beruht auf dem sogenannten kumulativen Zehn-Jahres-Risiko: Bei 50-jährigen Frauen liegt das durchschnittliche Risiko, in den nächsten 10 Jahren an Brustkrebs zu erkranken, bei 2,2 % Gemäß der Studie erreichen Frauen mit der beschriebenen Familiengeschichte von Eierstockkrebs diesen Risikowert schon 4 Jahre eher. Bei den anderen Krebsarten rechtfertige das leicht erhöhte Risiko keinen früheren Beginn der Früherkennungsuntersuchungen, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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