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Politik

Bisher 59 Fälle von Hirnthrombosen nach Astrazeneca-Impfung

Mittwoch, 21. April 2021

/Matthieu, stock.adobe.com

Langen – Bis zum 15. April sind dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 59 Fälle von Sinus- und Hirnvenenthrom­bosen nach Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff gemeldet worden, darunter 45 Frauen und 14 Män­ner. Das schreibt das PEI auf seiner Internetseite.

Die Behörde gibt an, dass die Meldungen Personen betrifft, die in den sechs Wochen zwischen dem 13. Februar und dem 31. März geimpft worden waren. Die Beschwerden traten ausschließlich nach der ers­ten Impfung auf. Bis Mitte April wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) mehr als 4,2 Millionen Erstdosen und 4.153 Zweitdosen des Impfstoffs verabreicht.

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Bei 57 der 59 Fälle wurden die Thrombosen innerhalb von 29 Tagen nach der Impfung symptomatisch. Bei zwei Fällen, in beiden waren Frauen betroffen, konnte zum Zeitpunkt des Auftretens keine Angaben gemacht werden. Bei 31 der 59 Betroffenen kam es auch zur Thrombozytopenie, dies spätestens nach 17 Tagen.

Von den 45 betroffenen Frauen im Alter zwischen 20 und 72 Jahren waren fünf älter als 60 Jahre, sechs sind verstor­ben. Von den 14 betroffenen Männer waren zwei zwischen 60 und 70 Jahre alt, alle übrigen eben­f­alls jünger als 60. Auch von den Männern sind sechs Betroffene gestorben.

Das British Medical Journal hatte vor kurzem gemeldet, dass in Großbritannien unter den dort mehr als 20 Millionen Menschen, die mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft worden waren, 79 Fälle der seltenen Thrombosen und Thrombozytopenien aufgetreten waren, 19 dieser Patienten starben, so die Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency, das Pendant zum deutschen PEI.

Dies hieße, so das BMJ, dass es eine solche Nebenwirkung unter 250.000 Geimpften gegeben habe (0.0004 Prozent) und einen Todesfall unter einer Million Geimpften. In Großbritannien allein gebe es rund 3.000 Thrombembolien im Monat, begründen die Briten dies Entscheidung.

Inzwischen wird in Großbritannien jedoch Personen unter 30 Jahren, die kein hohes Risiko für eine problematische COVID-19 Erkrankung haben, empfohlen, wenn möglich auf einen anderen Impfstoff als Astrazeneca auszuweichen.

Zur Erklärung dieser besonderen Hirn- bzw. Sinusvenenthrombosen, stellt das PEI auf seiner Homepage Hintergrundinformationen bereit. Weil diese insbesondere in jüngeren Altersgruppen registriert worden sind, sollte der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland nur bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr verwen­det werden, dies empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) als „heterologes Impfschema“ (4) auch für die zweite Impfung. © mls/aerzteblatt.de

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Avatar #804111
monida
am Sonntag, 16. Mai 2021, 15:56

Höheres Risiko für ältere Menschen

@paul 2008 Nachdem eine Analyse der Gesellschaft für Neurologie Anfang Mai darauf hinwies, dass auch für Menschen über 60 ein hohes Risiko für Hirnvenenthrombosen besteht, wurde von Seiten der STIKO behauptet, die Zahlen seien zu gering um aussagekräftig zu sein.
Kurz nach der Risikobewertung des PEI von Anfang Mai bezüglich der Impfreaktionen bis 30.04.21 liegen nun neue Zahlen beim PEI vor:
77 Hirnvenenthrombosen bis 10.05.2021.
30 Fälle betreffen Frauen zwischen 20 und 59 ( also 7,5 pro Jahrzehnt) 11 Fälle betreffen Frauen zwischen 60 und 69. Das geringere Risiko ist nicht mehr zu erkennen.
Dies scheint ein Effekt der Impfempfehlung, die Altersgruppe über 60 nur noch mit Vaxzevria zu impfen.
Warum wird nicht offen kommuniziert: Das Risiko ist mindestens genauso groß, allein in Relation zum höheren Sterberisiko im Rahmen einer Covid 19 Infektion und aufgrund von Impfstoffmangel anderer Herrsteller ergibt sich eine Risikoabwägung, die für eine Impfung sprechen soll. Sehr unangenehm sind Aufforderungen an Senioren, sich aus Solidarität mit Jüngeren mit Vaxzevria impfen zu lassen. Oder ständige Wiederholungen der Behauptung, der Impfstoff sei nur für jüngere gefährlich.

Avatar #881600
Paul2008
am Sonntag, 9. Mai 2021, 21:36

Neue Daten vom PEI

Endlich hat das PEI neue Daten veröffentlicht und das Risiko für die Altersklassen und das Geschlecht zumindest in groben Clustern aufgeschlüsselt:
https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html?cms_pos=5
Ein deutlich geringeres Risiko haben demnach nur ältere Menschen.
Natürlich gilt trotzdem, dass das Chancen/Risiko-Vehältnis mit steigendem Alter günstiger wird. Auch das eigene Risiko sich zu infizieren wenn man auf den MRNA Impfstoff warten muss, sollte man berücksichtigen.
Nun werden auch an weiterer Stelle diese Risiko/Nutzen-Analysen gemacht. Z.B. hier:
https://twitter.com/quarkswdr/status/1390328983422648321
Im Prinzip bedeutet das, dass es immer weniger sinnvoll ist sich mit AZ zu impfen, desto weniger lang man auf einen MRNA Impfstoff warten muss und desto geringer die Inzidenz ist. Vektorimpfstoffe haben in Deutschland bald keine Zukunft mehr (in anderne Ländern ist diese Rechnung sicher ganz anders), was natürlich vor allem an den hervorragenden Daten der MRNA Impfstoffe liegt.
Jetzt versucht man natürlich solange es geht die eingekauften Dosen noch irgendwie an den Mann bzw die Frau zu bringen. Dass es für die Jungen Menschen langsam keinen Sinn mehr macht, spielt da leider keine Rolle.
Avatar #838423
Schlafschaf
am Samstag, 8. Mai 2021, 16:23

@kfriedrich: Einfluss Vektorimpfstoff auf Zellkerne

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/koennen-vektorimpfstoffe-das-erbgut-veraendern-123924/seite/3/
Avatar #883800
kfriedrich
am Freitag, 7. Mai 2021, 21:11

@TTU-Schöningen

Können Sie erklären warum Vektorimpfstoffe Einfluss auf die Zellkerne haben und damit ein Risiko einer bösartigen Zellenänderung sind? Woher wissen Sie das, oder wo kann ich das nachlesen?
vg
Avatar #851086
TTU-Schöningen
am Samstag, 1. Mai 2021, 19:34

@Monida/ Risikoaufschlüsselung

In diese Kerbe möchte ich auch schlagen. ...
Warum wird nicht offen und ehrlich aufgeklärt?
Stattdessen wird Druck auf Ü60 Menschen ausgeübt, damit sie sich mit AZ impfen lassen.
Warum wird in den Medien nicht erzählt, dass man sich mit dem Vektorimpfstoff nur ein einziges Mal im Leben immunisieren lassen kann - Auffrischung ausgeschlossen!!!
Warum sagt man nicht klipp und klar, dass AZ nur eine echte Wirksamkeit von 60% ( also fast nur "fifty-fifty") gegenüber 95% von Biontech hat?
Warum wird nicht breit publiziert, dass der Vektorimpfstoff Einfluss auf die Zellkerne hat und damit ein Risiko einer bösartigen Zellenänderung hat?
Dass das Risiko einer Thrombose wesentlich unterhalb eines "Sechser" im Lotto liegt ist da fast nebensächlich.

Drängt bitte keinen Menschen dazu AZ zu nehmen. Diese AZ- Impfung wiegt den Betroffenen nur in trügerischer Sicherheit! Egal , was die Deutschen für diesen Impfstoff laut schlecht verhandelten Vertrag noch bezahlen müssen - er ist es nicht wert!
Avatar #804111
monida
am Donnerstag, 29. April 2021, 17:16

Spezifische Risikoaufschlüsselung nach Alter und Geschlecht unklar

Dass nur 7 von 59 Thrombosefälle nach Impfung mit Astrazeneca über 60 waren, kann daran liegen, dass im Betrachtungszeitraum anteilig nur nur wenige Personen über 60 mit Asteazeneca geimpft wurden. Denn der Impfstoff wurde für ältere Personen zunächst nicht empfohlen. Da zunächst hauptsächlich berufstätige Pflegekräfte mit Astrazeneca geimpft wurden, liegt es nahe, dass der Anteil der über 60 -Jährigen gering war. Daraus zu schließen, Astrazenca sei für über 60-Jährige zu empfehlen, weckt wenig Vertrauen in die Aussagekraft der Statistik.
Der hohe Frauenanteil bei den Fallzahlen spiegelt auch den hohen Frauenteil im Pflegebereich wider.

Das Fehlen einer klare Aufschlüsselung der Thrombosefälle im prozentualen Verhältnis zu Geschlecht und Altersgruppe der Geimpften ist für über 60-Jährige derzeit sehr befremdlich.
Falls eine solche Statistik erhoben wurde, wäre ich für Hinweise dankbar.



Avatar #881600
Paul2008
am Montag, 26. April 2021, 14:22

@BB-DD

da hatte ich Sie wirklich falsch verstanden und nicht im Blick gehabt, das der Verfasser vom Kommentar davor von einem Practicus verfasst wurde.
Ich nehme meine Kritik diesbezüglich natürlich zurück. Sorry.

Was Sie geschrieben haben stört mich auch sehr, dass man beim Risiko der Nebenwirkung wenige Wochen nach der Impfung mit dem Auftreten eines ganzen Jahres vergleicht um heraus zu finden, ob es eine statistische Häufung gibt. Da ein Zusammenhang mit der Impfung normalerweise nur wenige Wochen danach hergestellt werden kann und der Vergleich sich auf 52 Wochen bezieht, ist hier schon ein relevanter Faktor enthalten der die Aussage verzerren kann.
Ebenso ist es falsch das Risiko mit allen bisher durchgeführten Impfungen zu berechnen, wenn man weiß, dass man für die Impfungen der letzten 2 Wochen noch keine Nebenwirkungen haben kann.

Alles was ich möchte ist, dass wir das spezifisch Risiko für die jeweilige Altersklasse (ggf. nach Geschlecht) angeben um wirklich jeden ideal beraten zu können.
In UK kamen Sie ja sogar zum Schluss, dass das Risiko für eine schwere COVID-Erkrankung nur doppelt so hoch ist für 20-30 jährige wie eine Sinusvenenthrombose nach Impfung zu bekommen. Und unsere Zahlen weisen auf ein deutlich höheres Risiko hin, als die Zahlen in UK. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten das COVID-Risiko zu schätzen und dies hängt von vielen Parametern ab (Wartezeit auf MRNA-Impfstoff, Indzidenz Vor-Ort usw). Aber allein, dass die Risikobewertung hier so knapp ist, (während bei ü60 dieser Faktor über 600 ist) zeigt doch, dass dies eine gewisse Relevanz hat. Derzeit massenhaft Frauen zwischen 20 und 30 mit AZ zu impfen ist aus meiner Sicht einfach nicht sinnvoll, wenn noch genug ältere Menschen kein Impfangebot bekommen haben und wir andere Impstoffe für junge Menschen haben.
Avatar #831974
BB-DD
am Montag, 26. April 2021, 12:54

@Paul2008

Ich unterstütze doch Ihre Sichtweise und habe mich auch schon oft genug hier im Forum dazu geäußert. Sie haben doch recht... Es wird überall immer so gedreht, dass die Zahlen am besten passen. Bei den Impfungen werden die Nebenwirkungsfälle am besten auf die ganze Bevölkerung normiert und mit Jahreszeiträumen verglichen, obwohl viel kürzere Zeiträume nach Impfungen gegeben sind, zudem nur bestimmte Gruppen besonders häufig betroffen sind, für die die Risikoanalyse eben spezifisch durchgeführt werden müssen (inkl. der mit dem Alter steigenden Sterblichkeit innerhalb einer Gruppe). Bei den Corona-Toten wird meist mit absoluten Sterbefallzahlen Panik gemacht, ohne auf die notwendige altersgruppenspezifische Normierung und die Einordnung in Bezug auf nicht vorhandene Übersterblichkeit und allgemeines Sterberisiko, am besten auch unter Berücksichtigung spezifischer Todesursachen überhaupt einzugehen. Gleiches gilt für die Diskussionen von "Übersterblichkeit", wo rohe Gesamtzahlen verschiedener Jahre verglichen werden, ohne Berücksichtigung der Altersentwicklung der Bevölkerung mit entsprechend großem Einfluss auf den Erwartungswert. Man kann das mit Hospitalisierungsraten, Fallzahlen von Lungenentzündungen, Belegungszahlen von Intensivstationen und Beatmungsfällen beliebig fortsetzen.
Haben Sie denn meinem vorhergehenden Beitrag nicht entnommen, Paul2008, dass Practicus die vernichtende Kritik bekommt, weil er Ihnen falsche Zahlen vorwirft und dabei selbst absurde Zahlen bemüht, die er vorher hätte auf Plausibilität prüfen sollen? Deshalb auch der Titel des Beitrags... Da vergleiche ich noch gar nichts, mir geht es schlichtweg darum, dass er schon die allgemeine Sterbestatistik falsch auswertet und von der 10-fachen Todesrate bei unter 55-jährigen ausgeht - um zum Schluss weiter undifferenziert von einem extrem geringen Risiko zu sprechen. Die Analyse des Practicus stimmt somit schon im Ansatz nicht, da muss ich noch nicht mal die Details diskutieren.
Avatar #881600
Paul2008
am Montag, 26. April 2021, 11:37

Zusatz

Und was Sie auch wieder gemacht haben, was ja mein Hauptkritikpunkt ist, dass alle das Risiko einer 20 jährigen mit einer 55 jährigen gleich setzen. eine 55 jährige stirbt auch zufällig mit einer höhren Wahrscheinlichkeit aus irgendeinem Grund in zeitlicher Nähe zu einer Impfung, als eine junge Frau.
Abgesehen davon, dass ich Ihnen wohl nicht mehr beweisen muss, dass diese Sinusvenenthrombose nur zufällig gehäuft nach einer Impfung auftritt. Bei 50-150 Fällen jährlich bei 83 Mio Menschen in einem Jahr( 52 Wochen), dürfte es bei 2,7 Mio Impfungen innerhalb von 3 Wochen nach einer Impfung eben keine 59 Fälle geben. Da reicht ein einfacher Dreisatz.
Avatar #881600
Paul2008
am Montag, 26. April 2021, 11:33

Sie Vergleichen Äpfel mit Birnen

Werter BB-DD.
natürlich sterben im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung auch junge Frauen rein statistisch. Ziel ist es bei den Nebenwirkungen genau diesen Effekt rauszurechnen und zu schauen, was tatsächlich auf die Impfung zurückzuführen ist.
Hier geht es aber nicht um Todesfälle nach der Impfung im allgemeinen, sondern um ein spezielles Erkrankungsbild, das sehr sehr selten vorkommt in Deutschland. Dieses tritt unverhältnis mäßig oft nach einer Impfung vor allem bei jungen Frauen auf. Die Uni Greifswald hat auch die Zusammenhänge ganz gut erklären können. Über den Punkt, dass die Nebenwirkungen kein Zufallsfund sind, sondern im Zusammenhang mit der Impfung stehen sind wir schon lange drüber. Warum immer wieder Leute mit dieser Argumentation versuchen die Nebenwirkung klein zu reden ist mir ein Rätsel. Es ist einfach Unsinn junge Frauen mit AZ zu impfen, wenn diese ein höheres Risiko tragen. Hier jetzt allgemeine Todesstatistiken raus zu holen hat überhaupt nichts damit zu tun. Hier geht es nicht um zufällige Todesfälle, sondern um sehr seltene Erkrankungen nach der Impfung, die klar in einem Zusammenhang stehen.

https://www1.wdr.de/nachrichten/hirnvenenthrombose-nach-impfung-100.html
Hier hat ein Arzt der die Patienten behandelt eine ähnlich Meinung. AZ nur an ältere ist der richtige Weg!
Wenn junge Menschen aufgeklärt werden und sich trotzdem impfen lassen und einen Schaden davon tragen, bekommen Sie vermutlich nicht mal einen Schadensersatz. Zumindest sollte man das Risiko für die einzelnen Altergruppen separat ausweisen, mehr will ich ja gar nicht. Aber anscheinend will diese Transparenz keiner. Hauptsache schnell alles verimpfen und Kollateralschäden in Kauf nehmen.
Avatar #831974
BB-DD
am Montag, 26. April 2021, 09:47

Richtig falsche Zahlen

Werter Practicus,
im Jahr 2018 sind in ganz Deutschland 53'546 Menschen (weiblich und männlich) bis zum 55. Lebensjahr gestorben (Statista), davon sicher weniger als die Hälfte Frauen, also Größenordnung 25'000. Wenn NRW einen Bevölkerungsanteil an der deutschen Gesamtbevölkerung von etwa 20% hat, dann sollten wir bei etwa 5'000 rauskommen. Sie liegen also etwa um den Faktor 10 daneben! Bitte prüfen Sie Ihre Daten und Ihre Rechnung und präsentieren Sie die korrigierten Erkenntnisse. Mal sehen, was dann rauskommt. Vielen Dank.
Avatar #881600
Paul2008
am Samstag, 24. April 2021, 17:31

Man hat auch vergessen weshalb überhaupt eine Einschränkung beschlossen wurde

Nämlich nicht, weil das PEI oder die STIKO das nach dem Stopp so festgelegt haben, sondern weil unsere Universitätskliniken nach schweren Erkrankungen bei jungen gesunden Frauen (teilweise 2 Fälle in einer Einrichtung) selbstständig das Impfen eingestellt haben.
Wenn wir jetzt wieder im großen Stil wieder junge Frauen impfen, dann wird es auch wieder viele Fälle geben. COVID Erkrankungen sind furchtbar. Eine schwere Erkrankung oder ein Todesfall nach der Impfung ist jedoch auch nicht unbedingt schön. Und wenn das Risiko bei jungen nun mal deutlich höher ist als bei alten Menschen, dann kostet ein Umschichten von AZ von den alten auf jüngere Mensch Leben.
Alles was ich will ist, dass man dieses Risiko für die verschiedenen Altersklassen separat ausweist, damit jeder für sich eine gute Entscheidung treffen kann. Der 20 jährigen Frau bringt es nicht viel, wenn das Nutzen/Risiko-Verhältnis für die 55 jährige super ist.
Avatar #881600
Paul2008
am Samstag, 24. April 2021, 17:22

Keine falsche Rechnung

Sie Vergleichen heir Äpfel mit Birnen. Es geht ja vor allem um das Risiko der 20-30 jährigen und die sterben eben sehr selten an COVID.
Deshalb sperrt z.B. UK den Impfstoff für Menschen unter 30, Belgien unter 40 usw.
Wir haben ja nicht weniger Impfstoff wenn wir AZ eher an ältere verimpfen. Was Sie machen ist genau wieder ganz falsch. Sie werfen eine 55 jährige Frau un eine 20 jährige Frau in einem Topf. eine 20 jährige Frau hat aber ein geringeres COVID Risiko und ein höheres AZ Risiko. Und das sollte man einfach transparent machen, damit eine 20 jährige Frau weiß ob es für Sie persönlich wirklich sinnvoll ist sich mit AZ zu impfen.
Zufällige Todesfälle nach einer Impfungen haben mit dem Thema Sinusvenenthrombose rein gar nichts zu tun. Diese Erkrankung kommt in D nur ca. 50 mal im Jahr vor und dass diese zufällig 2 Wochen nach der Impfung vorkommen ist fast zu vernachlässigen.

Und egal wie hoch das COVID-Risiko ist, wird meine Rechnung nicht falsch nur weil Sie das nicht direkt betrachtet. Meine Rechnung in Kombination mit dem Corona-Risiko je Altersklasse und Geschlecht wäre aber genau das was man braucht, damit Impflinge und Ärzte gemeinsam für jeden individuell die richtige Entscheidung treffen kann.
Das Risiko ermittelt sich aus Anzahl der Impfungen und auftreten der Nebenwirkung, da kann man nichts falsch rechnen wenn man den mal die Daten je Altersgruppe endlich veröffentlichen würde.

Dass es gesamtgesellschaftlich besser ist wenn die Menschen sich mit AZ impfen lassen steht ausser Frage. Es wäre aber besser wenn die ganz jungen mit MRNA geimpft werden. So risikieren wir unnötige zusätzliche Todesfälle bei jungen Menschen, weil diese ein bisschen früher dran kommen wollen. Wichtig ist, dass wir alles verimpfen, aber AZ nicht an die Altersgruppe mit dem höchsten Risiko und dem geringsten Nutzen, das macht einfach keinen Sinn.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 23. April 2021, 23:09

Falsche Rechnung

Um Risiken beurteilen zu können, muss man greifbare Vergleichszahlen angeben können!
Ganz ohne Corona-Pandemie sterben zB in NRW 5 von 1000 Frauen vor dem 55. Lebensjahr, bei 9 Mio Frauen in NRW also 45.000 Frauen pro Jahr! Das sind 3.750 pro Monat oder 865 pro Woche, einige davon zweifellos im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung...
Würde man alle Frauen unter 55 mit Astra-Zeneca impfen, würde sich das Sterberisiko von 0.5% p.a. nicht messbar erhöhen.
Dagegen zeigt die Statistik, das die Mortalität von Covid-19 in dieser Altersgruppe zwischen 0.1% und 1% liegt, also mindestens 50x so hoch wie das Risiko eine Sinusvenenthrombose
Ich erlebe im Moment, dass schwerkranke Patienten, die einer Corona-Infektion mit großer Sicherheit erliegen würden, eine Impfung mit AZ mehr füchten als de Erkrankung!
Avatar #881600
Paul2008
am Freitag, 23. April 2021, 11:48

Risiken bitte korrekt darstellen

Sie nennen im Artikel die aktuellen Daten für Deutschland, aber anstatt das Risiko für D auszurechnen (59 Fälle bei 4,2 Mio Impfungen = 1:71.000), nennen Sie das Risiko aus UK von 1:250.000. Wobei dies auch nicht mehr aktuell ist. Gestern wurden neue Zahlen veröffentlicht und da vermutlich jetzt auch vermehrt jüngere Menschen geimpft werden nähert sich das Risiko auch immer mehr 1:100.000.
Die Nebenwirkungen in D sind bisher nur bis zum 31.03 gemeldet, da es natürlich immer einen zeitlichen Verzug gibt. Bis dahin gab es 2,7 Mio Impfungen. Dies macht bei 59 Fällen ein Risiko von 1:46.000. Das liest sich doch ganz anders als die 1:250.000 aus dem Artikel, oder?

Wenn man dann noch sieht, dass das Risiko für jüngere größer ist, bedeutet das, dass das Risiko für junge Menschen ca. 1:30.000. Nicht umsonst haben Universitätskliniken angefangen die Impfungen zu stoppen, nachdem teilweise 2 Fälle in einer Einrichtung aufgetaucht sind.
Warum gibt man das spezifische Risiko nicht je Altersgruppe an und setzt es mit dem Covid-Risiko in Verbindung? Warum veröffentlich das PEI diese Daten nicht?
Wie soll ein Arzt ohne diese Daten jetzt einer 25 Jährigen zu einer Impfung raten, wenn er gefragt wird? Wer haftet dann? Usw.?
Sicher kann es jetzt auch bald sinnvoll sein AZ auch für 50+ freizugeben, aber für alle Menschen die sich trauen, ohne dass man das spezifische Risiko angibt finde ich unethisch wenn es doch auch andere Impfstoffe für diese Personen gibt.
Avatar #881437
C.Sch.
am Donnerstag, 22. April 2021, 11:23

Hin- und hergerissen

Ihr Artikel ist sehr gut, die sachliche Betrachtung ist der emotionalen eindeutig vorzuziehen.
Der Teil in mir, der für das logische Denken zuständig ist, stellt die Zahl der Geimpften der Zahl der heftigen Nebenwirkungen gegenüber. Sieht man parallel dazu die Zahl der positiv getesteten Personen gegenüber den schweren und tödlichen Corona-Verläufen, dann spielt das Risiko bei der Impfung mit Astrazeneca eine sehr untergeordnete Rolle.
Trotzdem verunsichern mich Berichte aus den letzten Wochen, die Reaktion einiger Länder - wie jüngst z.B. Dänemark - doch sehr.
Dann ist da die Überlegung, Geimpften einige Freiheiten zurück geben zu wollen, die man sich selbst ja auch wünscht.
Die Chance, dass ich vor Ende des Sommers geimpft werden kann, steigt mit jedem Bundesland, das die Priorisierung im Zusammenhang mit Astrazeneca aufhebt.
Wie ich mich entscheide, wenn ich tatsächlich eine Einladung zur Astrazeneca-Impfung bekomme oder, als Alternative, monatelang auf einen anderen Impfstoff warten muss, weiß ich absolut nicht.
Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Erkenntnisse, welche Grundvoraussetzung für die auftretenden Thrombosen verantwortlich ist, in Kürze eindeutig geklärt ist - ohne " es könnte sein....", "es ist zu vermuten...." oder " es wäre möglich......" sondern ein eindeutiges "es ist!".
Ausserdem dürfte gern häufiger erwähnt werden, dass auch die anderen Impfstoffe Nebenwirkungen auslösen, auch die Häufigkeit derer. Das könnte auch einiges wieder ins Gleichgewicht bringen.
LNS
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