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Medizin

Metaanalyse: COVID-19 bei HIV-Infizierten häufiger tödlich

Freitag, 14. Mai 2021

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Hershey/Pennsylvania – Menschen mit einer HIV-Infektion haben möglicherweise ein leicht erhöhtes Risiko, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und bei einer Erkrankung an COVID-19 zu sterben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Metaanalyse in Scientific Reports (2021; DOI: 10.1038/s41598-021-85359-3).

Eine HIV-Infektion schwächt bekanntlich die Immunabwehr gegen Krankheitserreger, weshalb Patienten, die (noch) keine antiretroviralen Medikamente einnehmen oder relativ niedrige CD4-Werte haben, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben dürften. Anders ist die Situation bei Patienten unter einer anti­retroviralen Therapie.

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Die Medikamente sorgen nicht nur dafür, dass die CD4-Werte hoch bleiben und die Immunabwehr intakt bleibt. Einige Wirkstoffe wie die Proteaseinhibitoren könnten sogar eine virustatische Wirkung gegen SARS-CoV-2 haben, obwohl die bisher durchgeführten klinischen Studien dies nicht sicher belegen konnten.

Paddy Ssentongo vom Penn State College of Medicine in Hershey/Pennsylvania und Mitarbeiter kommen in einer Metaanalyse, die die Daten von 22 früheren Studien mit fast 21 Millionen Personen aus meh­reren Kontinenten zusammenfasst, zu dem Ergebnis, dass eine HIV-Infektion unter dem Strich das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 leicht um 24 % erhöht. Die Risk Ratio (RR) von 1,24 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,05 bis 1,46 signifikant. Für einen Tod an COVID-19 ermitteln die Autoren sogar ein um fast 80 % erhöhtes Risiko (RR 1,78; 1,21 bis 2,60).

Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer war mit median 56 Jahren relativ niedrig. Die häufigsten Begleiterkrankungen in der HIV-positiven Bevölkerung waren Bluthochdruck, Diabetes, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung und chronische Nierenerkrankungen.

Die Mehrheit der HIV-Infizierten (96 %) erhielt eine antiretrovirale Therapie. Ob und wie die Behandlung sich auf das Infektions- und Erkrankungsrisiko auswirkt, konnte Ssentongo nicht klären. Die Ergebnisse der 4 Studien, die genaue Angaben zur Behandlung enthielten, waren hier nicht eindeutig.

Unklar bleibt auch, wie die Begleiterkrankungen sich bei den HIV-Infizierten auf das COVID-19-Risiko auswirken und ob sie der eigentliche Grund für das erhöhte Sterberisiko sind. Es ist bekannt, dass HIV-Infizierte im Alter häufiger ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko aufweisen als andere Menschen, was teilweise auf die antiretrovirale Therapie zurückgeführt wird. © rme/aerzteblatt.de

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