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Politik

Zi-Simulation: Coronaimpfkampagne könnte sich um vier Wochen verzögern

Freitag, 18. Juni 2021

/picture alliance, Gregor Fischer

Berlin – Durch die aktuelle Prognose des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) über die zu erwar­tenden Liefermengen der COVID-19-Impfstoffe könnte sich die Coronaimpfkampagne rechnerisch um weitere vier Wochen verzögern.

Das ist das Ergebnis einer aktualisierten Simulation zum zeitlichen Verlauf der Coronaimpfkampagne, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) nach Veröffentlichung neuer Eckwerte durch das BMG vorgenommen hat.

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Demnach könnten bei vollständiger Umsetzung der Altersempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) alle erwachsenen Impfberechtigten ab 18 Jahren erst bis zum 5. September eine Erstimpfung und bis zum 17. Oktober einen vollen Impfschutz erhalten.

Würde die STIKO-Altersempfehlung nicht beachtet und der gesamte verfügbare Impfstoff einschließlich aller Dosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson verimpft, wäre es laut Zi rechnerisch möglich, alle Erwachsenen bis zum 18. Juli erstmals zu impfen.

Ein vollständiger Impfschutz wäre dann am 26. Sep­tember erreicht. Voraussetzung dafür sei, dass John­son & Johnson ab Juli 1,7 Millionen Dosen und Astrazeneca etwa 2,7 Millionen Dosen wöchentlich nach Deutschland liefern.

„Gebremst wird die Geschwindigkeit der Impfkampagne dadurch, dass der Impfstoff von Biontech nach zwischenzeitlich höheren Liefermengen ab Juli nur bei rund drei Millionen Dosen wöchentlich liegen wird“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

So ergab die Simulation, dass sich die Impfkampagne unter Berücksichtigung der STIKO-Altersemp­feh­lung und der Impfung von Kindern und Jugendlichen im Hinblick auf die mRNA-Impfstoffe verengt – insbesondere auf den Wirkstoff von Biontech.

Damit rücke das rechnerische Datum für eine Erstimpfung aller Impfberechtigten ab 12 Jahren auf den 12. September beziehungsweise für einen vollständigen Impfschutz auf den 24. Oktober.

„Wenn im Juni eine hohe Zahl von Erstimpfungen mit Biontech vorgesehen ist, könnte in der ersten Au­gusthälfte eine Warteschlange von etwa drei Millionen Zweitimpfungen entstehen“, erklärte von Still­fried.

Um dies zu vermeiden, müsste bereits im Juli ein Teil der verfügbaren Dosen entweder für Zweit­impfun­gen mit verkürztem Impfintervall verwendet oder zur Bildung von Rücklagen zurückgelegt werden. „In beiden Fällen würden im Juli weniger Erstimpfungen durchgeführt werden“, so der Zi-Vorstandsvorsitzen­de. © hil/sb/aerzteblatt.de

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