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Ärzteschaft

Ausbau der European Medical School in Oldenburg stockt

Freitag, 16. Juli 2021

/picture alliance, dpa | Hauke-Christian Dittrich

Hannover – Die Universität in Oldenburg wird zum Wintersemester entgegen ihrer Planung nicht mehr Medizinstudierende in der European Medical School (EMS) aufnehmen. Das geht aus einer gestern von der Niedersächsischen Staatskanzlei herausgegebenen Information hervor. Es beziffert die Zulassungs­zahlen für Studienplätze der Humanmedizin für die kommenden Semester – und sieht den geplanten Ausbau nicht vor.

Von einer „fatalen Fehlentscheidung“ sprach der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) Mark Barjenbruch. „Wir sind enttäuscht darüber, dass sich das Land nicht zu einer klaren und langfristigen Finanzierung der EMS in Oldenburg durchringen konnte. Hier spart das Land eindeutig an der falschen Stelle“, sagte er.

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Scharfe Kritik kommt auch vom niedersächsischen Landesverband des Marburger Bundes (MB). „Das Land Niedersachsen wird weiterhin nicht seinen Versprechungen gerecht, durch eine Erhöhung der Zahl von Medizinstudienplätzen in Niedersachsen den zukünftigen Bedarf an Ärztinnen und Ärzten sicherzu­stellen“, sagte der erste Vorsitzende des Landesverbandes, Hans Martin Wollenberg.

Aus der gestern veröffentlichten „Verordnung über Zulassungszahlen für Studienplätze“ geht hervor, dass in Niedersachsen für anstehende Semester erneut 759 Studienplätze für Humanmedizin angeboten werden: 359 an der Georg-August-Universität Göttingen, 320 an der Medizinischen Hochschule Hanno­ver und 80 an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg. Ursprünglich solle es zum Wintersemester 120 Medizinstudienplätze in Oldenburg geben.

„Zur Gewinnung von ärztlichen Nachwuchs für eine flächendeckende hausärztliche und fachärztliche Versorgung in Niedersachsen ist der Ausbau der EMS unerlässlich“, betonte Barjenbruch. Alle Förderpro­gramme für den ärztlichen Nachwuchs seien zum Scheitern verurteilt, wenn es keine zusätzlichen Kapazitäten für Studienanfängerinnen und -anfänger gebe. „Diese zusätzlichen Kapazitäten sind im niedersächsischen Koalitionsvertrag von SPD und CDU vereinbart und müssen eingehalten werden“, forderte der KV-Vorsitzende.

Laut dem MB-Landesverband schneidet Niedersachsen bei den Medizinstudienplätzen „skandalös schlecht ab“. So werde in Baden-Württemberg beispielsweise ein Studienplatz pro 6.500 Einwohner zur Verfügung gestellt, in Niedersachsen sei es nur ein Studienplatz pro 10.500 Einwohner. © hil/aerzteblatt.de

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