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Medizin

Biontech und Astrazeneca: Impfstoffwirksamkeit gegen Delta nur leicht abgeschwächt

Freitag, 23. Juli 2021

/mbruxelle, stock.adobe.com

London – Die beiden in Großbritannien zugelassenen Impfstoffe BNT162b2 von Biontech und ChAdOx1 nCoV-19 von Astrazeneca erzielen nach der 2. Dosis auch gegen die SARS-CoV-2-Variante Delta eine hohe Schutzwirkung, die nach den Ergebnissen einer Test-negativen Fall-Kontrollstudie im New England Journal of Medicine (2021; DOI: 10.1056/NEJMoa2108891) nur etwas schwächer ausfiel als gegen die Variante Alpha.

Die Variante Delta hat sich in den letzten Wochen noch rascher ausgebreitet als zuvor die Variante Alpha. In England sind die Infektionszahlen bereits wieder auf die Werte von Anfang Januar angestiegen. Die Zahl der Hospitalisierungen und Todesfälle ist dagegen deutlich geringer. Die britische Regierung hofft, dass dies so bleibt, da die besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen durchgeimpft sind. Insgesamt haben 88,1 % der Erwachsenen die 1. Dosis und 69,1 % beide Dosierungen erhalten.

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Das Konzept kann nur aufgehen, wenn die Impfstoffe wirksam bleiben. Die Behörde Public Health England hat hierzu bereits im Juni die Ergebnisse einer Test-negativen Fall-Kontrollstudie vorgestellt, die jetzt publiziert wurden.

Die Studie verglich den Impfstatus von Patienten mit symptomatischer COVID-19 mit dem Impfstatus von Personen mit Symptomen, die aber negativ getestet wurden. Das Verfahren vermeidet Verzerrungen, die sich aus dem höheren Gesundheitsbewusstsein von geimpften Personen, dem unterschiedlichen Zugang zu Tests oder einer selektiven Fallermittlung ergeben können. Test-negative Fall-Kontrollstudien haben sich bei der nachträglichen Beurteilung von Impfungen, etwa bei der saisonalen Grippe bewährt.

Jamie Bernal von Public Health England in London und Mitarbeiter ermitteln für die 1. Dosis des Biontech-Impfstoffs BNT162b2 eine Impfstoffwirksamkeit gegen Erkrankungen mit der Variante Delta von 35,6 %. Nach der 2. Dosis stieg sie auf 88,0 % an. Die Schutzwirkung gegen die Variante Alpha hatte nach der 1. Dosis 47,5 % und nach der 2. Dosis 93,7 % betragen. BNT162b2 schützt damit weniger gut gegen Delta, doch der Abstand verringert sich nach der 2. Dosis.

Ähnlich ist die Situation für ChAdOx1 nCoV-19 von Astrazeneca: Gegen die Variante Delta betrug die Impfstoffwirksamkeit nach der 1. Dosis nur 30,0 %, nach der 2. Dosis stieg sie auf 67,0 % an. Die Schutz­wirkung gegen die Variante Alpha betrug nach der 1. Dosis 48,7 % und nach der 2. Dosis 74,5 %.

Auch hier ist die Gefahr, nach der 1. Dosis doch noch an COVID-19 zu erkranken, bei einer Infektion mit Delta deutlich höher als bei Alpha. Nach der 2. Dosis steigt die Sicherheit der Geimpften deutlich an. Für die britische Regierung bedeutet das, sich nicht länger auf die Schutzwirkung der 1. Dosis zu verlassen, sondern möglichst rasch auch die 2. Dosis an möglichst viele Menschen zu verabreichen. Dann könnte die derzeitige Erkrankungswelle auch ohne einen weiteren Lockdown überwunden werden (es sei denn es tritt eine weitere Variante auf). © rme/aerzteblatt.de

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